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Panorama 104-Jähriger reist zum Sterben nach Basel
Nachrichten Panorama 104-Jähriger reist zum Sterben nach Basel
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16:20 04.05.2018
Der 104-jährige David Goodall verabschiedet sich am Flughafen von seiner Familie, bevor er seine letzte Reise nach Basel antritt. Quelle: dpa
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Basel

Mit 102 Jahren hat David Goodall noch kampfeslustig seinen Arbeitsplatz an der Universität Perth in Westaustralien verteidigt. Damals hatte ihm die Uni sein Büro streitig machen wollen, doch der alte Mann setzte sich durch. Aber jetzt, findet der australische Botanikprofessor, soll Schluss sein: „Ich will sterben“, sagte er an seinem 104. Geburtstag Anfang April in einem Interview. „Ich bedauere es sehr, dieses Alter erreicht zu haben.“ Also hat Goodall sich nun auf den Weg in die Schweiz gemacht. Dort will er sein Leben kommende Woche mit Unterstützung der Organisation Lifecircle beenden.

Der Köper versagt, während der Geist noch klar ist

Für Goodall hat das Leben einfach nicht mehr viel zu bieten, wie er selbst sagt. Nach einem Sturz vor ein paar Monaten sitz er im Rollator, er kann nicht mehr gut schmecken, riechen und sehen, was seine Arbeit am Computer einschränkt. Auch musste er das Theaterspielen aufgeben. Von geistiger Altersschwäche kann aber keine Rede sein. Der Körper versage, während Goodall im Geist noch klar ist. Er weiß, was er sich mit der Sterbebegleitung vorgenommen hat: „Wenn sich jemand in meinem Alter das Leben nehmen will, sollte das ok sein, ich finde, da hat sich niemand einzumischen.“

Sterbehilfe ist nur in der Schweiz erlaubt

Doch so einfach ist das leider nicht – in Australien ist Sterbehilfe, genauso wie auch in Deutschland, verboten. In der Schweiz ist das anders: Dort gibt es gibt etwa zehn Vereine, die Sterbebegleiter stellen. Lifecircle, die von Goodall gewählte Organisation, äußert sich nicht zu dem Fall. Der größte Anbieter „Exit Schweiz“ hat im vergangenen Jahr 734 Menschen in den Tod begleitet. Die Organisation steht aber nur Schweizern oder Ausländern offen, die in der Schweiz wohnen. In Deutschland wurde 2015 geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten und im Strafgesetz verankert. Der Medizinethiker Urban Wiesing und andere warnten vor der Gefahr eines „Sterbetourismus“ Richtung Schweiz.

Die öffentliche Debatte anregen

David Goodall jedenfalls bedauert es, dass er nicht in seiner Heimat Australien sterben kann. Er ist seit Jahren Mitglied der Organisation Exit International, die sich für selbstbestimmtes Sterben einsetzt. Goodall machte seine Entscheidung, zum Sterben in die Schweiz zu reisen, öffentlich, um dem Thema neuen Schub zu geben. „Ich bedauere nichts, ich habe bis vor kurzem ein ziemlich gutes Leben gehabt“, sagte er. Seine Tochter, die Psychologin Karen Goodall-Smith, unterstützt den Wunsch des Vaters. „Ich freue mich daran, dass er so ein langes und wunderbares Leben hatte.“

Von dpa/RND/lf

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