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Nachrichten Medien VDZ-Präsident Holthoff-Pförtner wird Minister
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14:00 29.06.2017
Wechselt in die Politik: Stephan Holthoff-Pförtner, scheidender VDZ-Präsident und Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe. Quelle: dpa
Hannover

Und: Rücktritt. Es war nur eine kurze Amtszeit. Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass Stephan Holthoff-Pförtner als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sein Amt nach sieben Monaten aufgibt. Der Funke-Verleger wechselt in die Politik, übernimmt einen Ministerposten für die künftige schwarz-gelbe Regierung von Nordrhein-Westfalen.

Sitz wird Berlin sein. Holthoff-Pförtners Sammelressort heißt dort salopp Bund.Europa.Medien, er wird Nachfolger von Franz-Josef Lersch-Mense. Unter Ministerpräsident Armin Laschet wird er zuständig sein für Bundes- und Europaangelegenheiten, für internationale Beziehungen und Medienthemen. Erst Ende des Vorjahres hatte er die Nachfolge von Hubert Burda beim VDZ angetreten. Als „hoch innovativen und immens schlagkräftigen Verband“ habe er den VDZ erlebt, ließ Holthoff-Pförtner jetzt mitteilen. Er dankte den Mitgliedern, bat die Enttäuschten um Nachsicht. Den Ruf seines Ministerpräsidenten aber habe er nicht ablehnen können.

Präsidentenamt wird im November neu besetzt

Die Wahl Holthoff-Pförtners zum VDZ-Chef war umstritten gewesen. Als der Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe im Herbst 2017 nominiert worden war, fühlten sich einige Mitgliedsverlage überrumpelt. Der Vorwurf von „Hinterzimmerbünden“ wurde laut. Verlage wie Gruner + Jahr, Der Spiegel und Die Zeit kündigten an, den VDZ noch 2017 verlassen zu wollen. Holthoff-Pförtner indes hatte nach seiner Wahl danach gestrebt, ein ausgleichender Präsident zu sein und auch schon früh eine zweite, komplette Amtszeit in Aussicht gestellt.

VDZ-Vizepräsident Rudolf Thienemann sprach Holthoff-Pförtner Anerkennung aus. In seine knappe Amtszeit seien „wichtige medienpolitische Erfolge der Verlage wie die Verabschiedung der GWB-Novelle, die den Verlagen mehr Kooperationsmöglichkeiten eröffnet, sowie die Entscheidung der EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Google“ gefallen. Das jetzige Präsidium wird den Verband noch bis zur Delegiertenversammlung im November kommissarisch führen. Dann wird das Präsidentenamt neu besetzt werden

Bekannt geworden durch die Verteidigung Helmut Kohls

Holthoff-Pförtner war erst vor kurzem wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Als Anwalt des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl hatte er dessen Tod bestätigt. Zuvor hatte er mit Kohls zweiter Frau Maike Kohl-Richter den Nachlass Kohls geregelt. Einer breiten Öffentlichkeit war er durch die Verteidigung Kohls in der Spendenaffäre bekannt geworden. Er erreichte, dass das Ermittlungsverfahren wegen Untreue vom Landgericht Bonn eingestellt wurde – gegen eine Geldbuße von 300 000 Euro.

Der Anwalt, der als einer der bestvernetzten Entscheider der Republik gilt, ist Adoptivsohn und Erbe der WAZ-Ko-Eignerin Gisela Holthoff. Er stammt aus einer Essener Gärtnersfamilie, studierte Rechtswissenschaft an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität und wurde 1999 an der Juristischen Fakultät der Universität Hannover zum Dr. iur promoviert. Nach dem Tod von Philipp Mißfelder wurde er 2015 Landesschatzmeister der CDU Nordrhein-Westfalen. Privat lebt er seit 2013 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit seinem Kanzleikollegen Klaus M. Sälzer. Bei der Verpartnerung fungierten Kohl und der damalige Außenminister Guido Westerwelle als Partnerschaftszeugen.

Kritische Aussagen zum Stand der Demokratie

In einem jüngst veröffentlichten Interview mit dem Branchenmagazin „kress.pro“ hatte Holthoff-Pförtner sehr persönlich über sein Coming-Out und die Gründe für seine Adoption gesprochen. Außerdem hatte er seine Einschätzung zum Stand der Demokratie in Europa kundgetan. „Nach der Euphorie mit Mauerfall, Wiedervereinigung und friedlichen Revolutionen in Europa haben wir gedacht, jetzt beginne das goldene Zeitalter der Demokratie“, sagte Holthoff-Pförtner. „Bei dem, was wir großartig fanden, haben wir die Verunsicherung vieler Menschen, die Vereinsamung, die Ängste um Rechte und Status, um Sicherheit, völlig unterschätzt. Wir haben zu viele Leute nicht mitgenommen“, führte er weiter aus. Und kritisierte dabei auch die eigene Branche: „Die Medien spielen da eine tragende Rolle.“

Von Matthias Halbig / RND

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