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PC-Spiel

"Deponia": Tolles Adventure aus Deutschland

Die Spieleschmiede Daedalic Entertainment hat mit ihrem Debüt „Edna bricht aus“ im Jahr 2008 das klassische Point-and-Click-Adventure wiederbelebt. Jetzt ist ihr neuestes Werk erschienen - und auch mit „Deponia“ haben die Hamburger einen hervorragenden Vertreter des Genres geschaffen.
Screenshot aus "Deponia"

Rufus will mit Goal vom Müllplaneten Deponia fliehen.

© Daedelic Entertainment

Hannover. Rufus, der (Anti-)Held des Spiels, ist das Leben auf dem Müllplaneten Deponia satt und will in die Wolkenstadt Elysium flüchten. Der misslungene Raketenstart des Tüftlers treibt ihn jedoch in die Arme der Wächter Elysiums, und bei der Flucht entführt er versehentlich die Wolkenstadt-Bewohnerin Goal, die mit ihm zurück auf Deponia landet und ins Koma fällt. Rufus will nun einen neuen Fluchtversuch starten – aber natürlich nicht ohne das hübsche Mädchen.

Während Rufus von den Wächtern der Wolkenstadt verfolgt wird, bewachen die Bewohner Deponias das bewusstlose Mädchen. Um zu ihr zu gelangen und sie zu retten, muss Rufus in den etwa zehn Spielstunden zahlreiche Rätsel lösen. Die meisten davon sind an LucasArts-Klassiker wie "Monkey Island" angelehnt und verlangen vom Spieler logisches Denken und Kombinationsgeschick. Oft muss Rufus etwa mehrere gefundene Gegenstände miteinander kombinieren, um ein Problem lösen zu können. Zusätzlich sind in „Deponia“ einige Puzzle- und Logik-Minispiele eingestreut, die man zur Not jedoch auch überspringen kann. Leider gibt es ansonsten keine integrierte Hilfefunktion, wodurch die Gefahr besteht, dass unerfahrene Abenteurer lange an einem Rätsel festhängen. Ansonsten geht die Bedienung leicht von der Hand: Das Spiel kann durchweg mit der Maus gesteuert werden. Auf Knopfdruck lassen sich wichtige Gegenstände auf dem Bildschirm anzeigen, was durchaus praktisch ist, da die Grafik im Zeichentrickstil sehr detailverliebt gestaltet wurde und man so die benutzbaren Gegenstände einfacher von der Dekoration unterscheiden kann.

Besonders die humorvollen Dialoge von Autor Jan Müller-Michaelis sind die Highlights des Spiels. Die skurrilen Figuren, die Deponia bevölkern – etwa der Arzt/Feuerwehrmann/Polizist, der auf Knopfdruck sein Amt ändert – tragen ebenso dazu bei wie die sehr guten Sprecher. Außerdem gibt es im Spiel mehrere Lieder zu hören, in denen Autor Müller-Michaelis als Bänkelsänger fungiert und die Taten des Helden humorvoll zusammenfasst ("Und so begab es sich / dass er super lässig / das Mädchen aus feindlichen Klauen befritt").

„Deponia“ setzt damit die Tradition der ausgezeichneten Daedalic-Adventures fort und muss den Vergleich mit den Klassikern von LucasArts nicht fürchten. Insofern ist es zu verkraften, dass das Ende des Spiels einige Fragen offen lässt – sie sollen in zwei Fortsetzungen beantwortet werden.

„Deponia“ gibt es für den PC. Es ist ab sechs Jahren freigegeben und kostet etwa 30 Euro.

jhf


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