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Medien „The Mist“ – Tödlich, im Nebel zu wandern
Nachrichten Medien „The Mist“ – Tödlich, im Nebel zu wandern
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18:00 25.08.2017
Nachts allein im Wald: Nathalie Raven (Frances Conroy) glaubt an die Kräfte einer sich am Menschen rächenden Natur. Die neue Natur um Bridgeville verschont keine Sympathisanten. Quelle: Spike
Hannover

Die Landschaft benebelt sich. Die milchige Luft kommt von weit weit weg diesmal, ist definitiv kein Dunst von heimischen Wiesen und Auen. Sie kriecht aus Ritzen zwischen den Welten hervor und mit ihr schlüpfen Dinge, Wesen, in unsere Dimension, die besser zu Hause geblieben wären, die das Antlitz der Erde für immer verändern könnten.

Nebel ist ein perfekter Unheilsbringer

Vor 37 Jahren hat Stephen King diese kleine, böse 100-Seiten-Novelle namens „Der Nebel“ („The Mist“) geschrieben. Um seinen Lesern klarzumachen, dass uns Tag für Tag nur wenig trennt vom Untergang. Dass in der unendlich großen Welt, von deren Getriebe wir nur ein paar Zahnrädchen kennen (und noch weniger drehen können), in jedem Moment etwas Apokalyptisches geschehen kann. Und weil die großen Kometen schon damals als Unheilsbringer ausgelutscht waren, ist es eben ein Nebel. Der rast nicht heran und macht ein kurzes dickes Kabumm! Sondern kriecht, wabert, tastet mit seinen faserigen Gespensterfingern nach uns – ein idealer Irrgarten für Opfer, ein perfektes Jagdgebiet für Monster. Ursprung ist, so ließ King damals seine Figuren munkeln, ein supergeheimes Militärprojekt namens Arrowhead ganz in der Nähe.

Aber erst mal darf der Zuschauer via Streamingdienst Netflix ins Leben der Einwohner von Bridgeville, Maine, (heißt im Buch Bridgton, gibt’s in Wirklichkeit ebenso wenig wie Stephen Kings Horrorhauptstadt Castle Rock) blicken. Da sind beispielsweise lang und breit die Copelands – der brave Vater und Schriftsteller Kevin (Morgan Spector), seine Frau Eve, eine Lehrerin (Alyssa Sutherland), und die 16-jährige Tochter Alex (Gus Birney).

Einblicke in die neuenglische Zwischenmenschlichkeit

Die eh schon krisengeschüttelten Eltern verkrachen sich richtig, weil der Vater der (Stief-)Tochter erlaubt hat, auf eine dubiose Party zu gehen. Die Ängste der Mutter bewahrheiten sich: Alex wird vergewaltigt, ihr Schwarm Jay, Quarterback der Footballmannschaft (Luke Cosgrove) wird der Tat bezichtigt. Ende Familie - Mutter und Tochter ziehen aus und Kevin ist allein zu Haus. Viele andere Geschichten aus der neuenglischen Zwischenmenschlichkeit bekommen wir aufgetischt. Und wir fragen uns, hey, wo bleibt der „Mist“? In Frank Darabonts (unterschätztem) Kinoverfilmung derselben Story von 2007 ließ er sich nicht zweimal bitten.

Und da zieht er auch schon herauf, spät, aber eindrucksvoll, wie eine Wattewolke hüllt er ganz Bridgeville ein. Und widerlegt Kevins eingangs getroffene Aussage, es sei „schön hier“. Zu jenem Zeitpunkt schien aber auch noch die langweilige Sonne über die Berge, und Noch-Gattin Eve konterte nur deshalb mit einem giftigen „nur, wenn man nicht genau hinschaut“, weil sie gerade wegen Sexualkundeunterrichts ihre Stellung an der örtlichen Schule verloren hatte (ein böser Seitenhieb auf das in punkto Fortschritt und Aufklärung retardierende Amerika). Dabei fegte sie einen ekligen Tausendfüßler von ihrer Hose. Im Nebel nun warten Tausendfüßler, so groß, dass sie Menschen in der Hose verspeisen können. Genau hinschauen geht freilich gar nicht mehr.

Es wird viel geredet, der Horror gerät ins Hintertreffen

Ohne Sicht ist’s gruselicht – das ist eins der vertrautesten Mottos des Horrorgenres. Aber so richtig an unsere Nieren will dieser King-Spuk nach der durchaus aufregenden ersten Folge nicht gehen. Die klassische Supermarkt-Belagerung, Kern der Originalgeschichte und der ersten Verfilmung, ist zwar auch enthalten und der Stress der permanenten Bedrohung springt von den Betroffenen durchaus auf den Zuschauer über und hält sich auch eine Zeitlang an dessen Nerven fest.

Aber dann bemerkt man die Länglichkeit der Geschichte, und die stereotype Kleinstadtbevölkerung redet derart viel, nun ja, Mist, wie es die Leute in der anderen klaustrophobischen Stephen-King-Serie, „Under the Dome“, erst in der zweiten Staffel hinkriegten. Der dänische Showrunner Cristian Torpe hat als Kameramann immerhin den Südafrikaner André Pienaar an seiner Seite. Und der liefert tolle Bilder, solche, die mehr sagen als tausend Worte. Die tausend Worte freilich werden trotzdem gesagt. Nein, keine große Serie. Auch kein originales Netflix-Ding. In den USA war der Kabel- und Satellitenkanal Spike zuständig.

Seltsam, im Nebel zu wandern, dichtete einst Hermann Hesse. Der Zuschauer dieser Serie schließt sich dieser Auffassung an. Alles doch ziemlich nebulös hier.

Von Matthias Halbig / RND

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