Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Netzwelt Wie gut ist Rechtsberatung im Internet?
Nachrichten Medien Netzwelt Wie gut ist Rechtsberatung im Internet?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 05.04.2018
Auf einigen Beratungsportalen im Internet können Nutzer Dokumente hochladen. Sie sollten sich aber vorher im Impressum versichern, dass der Anbieter seriös ist. Quelle: Foto: dpa
Anzeige
Hannover

Manchmal soll es schnell gehen: Um ein juristisches Problem zu klären, wollen viele nicht erst einen Termin in einer Anwaltskanzlei vereinbaren – sondern lieber gleich vom Sofa aus Informationen einholen. Über ein Internetportal oder am Telefon ist Rechtsberatung oft rund um die Uhr möglich.

„Bei einfach gelagerten Fällen kann eine solche Vorgehensweise empfehlenswert sein“, sagt Anke Kirchner, Justiziarin bei der Verbraucherzentrale. Darunter versteht sie Fragen wie: Darf der Vermieter einem innerhalb von zwei Jahren die Miete erhöhen? Oder: Kann die Chefin ihrem Mitarbeiter den bereits bewilligten Urlaub wegen einer unerwarteten Auftragswelle streichen? Bei Fragen wie diesen gibt es in der Regel schnell einen Ratschlag im Internet oder am Telefon.

Sorgerechtsstreit nur persönlich besprechen

Ein Anwalt kann online oder telefonisch auch eine erste Einschätzung geben, ob es sinnvoll ist, sich gegen einen Bußgeldbescheid aus dem Ausland schriftlich zur Wehr zu setzen. „Sobald der Sachverhalt aber etwas komplizierter ist, sollte ein Anwalt vor Ort aufgesucht werden“, rät Kirchner.

Das ist etwa der Fall, wenn aufseiten des Anwalts erst viel Schriftverkehr gesichtet werden muss, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zu den komplizierteren Sachverhalten zählen etwa ein Sorgerechtsstreit bei einer Scheidung. Oder die Frage, inwiefern es Sinn macht, ein Testament anzufechten.

Präzise Fragen helfen

Grundsätzlich gilt für die Beratung im Internet oder am Telefon: „Die Antwort kann immer nur so gut sein, wie die Frage formuliert ist“, sagt Eugenie Zobel-Kowalski von der Stiftung Warentest. Wichtig ist daher, dass der Ratsuchende sich präzise ausdrückt und wichtige Informationen nicht vorenthält.

Auf einigen Internetportalen können Nutzer auch Dateien hochladen und sie dem Anwalt schicken. Um sich zu vergewissern, ob sie auf einer seriösen Internetseite unterwegs sind, sollten Ratsuchende aber vorher einen Blick ins Impressum werfen, rät die Rechtsanwältin Nathalie Grudzinski. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Zudem sollten Verbraucher in den Geschäftsbedingungen nachsehen, mit wem sie einen Beratungsvertrag eingehen. „Juristische Fachkompetenz muss der Anbieter letztlich nicht haben, solange der Beratungsvertrag mit einem Anwalt zustande kommt“, erklärt Grudzinski.

1,50 pro Minute Telefongespräch

Anschließend sollte die Gebührenfrage geklärt werden. Bei einer Beratung am Telefon wird häufig pro Minute abgerechnet. Die Verbraucherzentrale zum Beispiel, die ebenfalls telefonisch in Rechtsfragen berät, berechnet 1,50 Euro pro Minute.

Auf einigen Portalen dürfen Ratsuchende selbst den Preis festlegen – es bleibt also ihnen überlassen, wie viel ihnen der erhaltene Rechtstipp wert ist. Andere Portale unterbreiten Festpreise. Es kann aber auch sein, dass Anwälte selbst Preisvorgaben machen.

Spielraum für Preisverhandlungen

„Das Preis-Angebot eines Anwalts müssen Ratsuchende aber nicht sofort annehmen“, erklärt Zobel-Kowalski. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz lässt durchaus Spielraum für Verhandlungen. Oft kommt bei einer Beratung am Telefon auf Basis der vereinbarten Kosten ein Beratungsvertrag zustande, der per Mail verschickt wird.

Sollen die AGB in den Vertrag einbezogen werden, muss der Ratsuchende bei Vertragsschluss ausdrücklich darauf hingewiesen werden. „Außerdem muss es ihm möglich sein, die AGB einzusehen“, erläutert Grudzinski.

Schlecht sieht es bei Rechtsberatungsportalen aber häufig in Sachen Datenschutz aus. „Viele von ihnen verwenden Tracking-Dienste und sammeln so Infos über die Besucher – etwa über ihre Standorte“, warnt Warentestautorin Zobel-Kowalski.

Wenn Juristen falsch liegen

Selbst dem versiertesten Juristen kann bei der Beratung ein Fehler unterlaufen. Für Internetportale gilt in diesem Fall: „Bei falscher Beratung ist nicht das einzelne Portal der Ansprechpartner, sondern der Rechtsanwalt“, erklärt Eugenie Zobel-Kowalski von der Stiftung Warentest. Betroffene sollten zunächst auf den Anwalt zugehen und mit ihm gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Im Ernstfall kann der Geschädigte auch Schadensersatz verlangen. Rechtsgrundlage dafür ist die Haftung wegen Schlechtleistung im Sinne des Paragrafen 280 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Voraussetzung für eine Haftung ist eine sogenannte schuldhafte Verletzung des Anwaltsvertrages. Um dieses Risiko abzusichern, ist jeder Rechtsanwalt verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zu unterhalten. Die Versicherung springt in Schadensfällen ein.

Von dpa/RND

Erstmals im Datenskandal um Cambridge Analytica nennt Facebook eine konkrete Zahl möglicherweise betroffener Nutzer in Deutschland. Hunderttausende Daten könnten laut Angaben des sozialen Netzwerks illegal weitergegeben worden sein.

05.04.2018

Der Datenskandal bei Facebook hat deutlich größere Ausmaße als zunächst angenommen. Die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern könnten unzulässigerweise mit der Firma Cambridge Analytica geteilt worden sein, wie das Online-Netzwerk am Mittwoch in einem Blogpost mitteilte.

04.04.2018

Bei einem Notfall müssen Rettungskräfte schnell zur Stelle sein. Doch was ist, wenn Anrufer ihren Standort gar nicht nennen können? Moderne Smartphones können mit vielen Funktionen helfen.

04.04.2018
Anzeige