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16:00 21.10.2018
Einen eigenen Film auf Youtube zu veröffentlichen ist für viele ein Traum – Doch was muss man dabei beachten? Quelle: iStockphoto
Hannover

Musikvideos, Comedy-Nummern und der Mitschnitt von Computerspielen – das ist es, was sich zwölf- bis 19-Jährige laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest am liebsten auf Youtube anschauen. Die wenigsten Nutzer laden selbst Filme hoch, 90 Prozent sehen vor allem zu und teilen ihre Lieblingsvideos mit anderen. Was ist erlaubt und was nicht? Ein Überblick:

Ist das Teilen von Youtube-Videos rechtlich unbedenklich?

Grundsätzlich ja. So entschied es der Europäische Gerichtshof im Oktober 2014. Zwar weisen die Richter darauf hin, dass durch das Teilen oder Einbetten eines Videos kein neues Publikum erschlossen werden dürfe. Sofern ein Film auf einer öffentlichen Plattform wie Youtube steht, ist er jedoch grundsätzlich für alle Internetnutzer frei zugänglich und kann darum auch bedenkenlos geteilt werden.

„Wenn ich auf diese Art und Weise ein Video teile und verlinke, ist es erlaubt und ich bin nicht verantwortlich, selbst wenn das Video illegal eingestellt wurde“, bestätigt auch Mandy Risch-Kerst, promovierte Juristin der Berliner Kanzleikooperation Event Lawyers und Fachanwältin für IT-Recht und gewerblichen Rechtsschutz. „Man hat erkannt, dass ein Youtube-Nutzer nicht erkennen kann, ob das Video vom Rechteinhaber freigegeben wurde oder nicht. Deswegen hat der EuGH entschieden, dass derjenige, der teilt, nur dann eine Urheberrechtsverletzung begeht, wenn er das Video einem vollkommen neuen Publikum zur Verfügung stellt.“

Dennoch gilt: Wer eindeutig rechtswidrig eingestelltes Material auf der Plattform findet, etwa von der Kinoleinwand abgefilmte Blockbuster, sollte davon sicherheitshalber die Finger lassen und solche Videos nicht noch weiterverbreiten.

Was muss ich beachten, wenn ich selbst einen Film bei Youtube hochlade?

„Eigene Videos mit eigenen Inhalten sind urheberrechtlich grundsätzlich unbedenklich“, so Risch-Kerst. Wer mit dem Smartphone etwa Urlaubserinnerungen von beeindruckenden Landschaften einfängt, das eigene Zuhause präsentiert oder selbst vor die Kamera tritt, wird per Gesetz zum Urheber, also zum „Schöpfer eines Werkes“, und kann sein selbst gedrehtes Material in beliebiger Form verwerten oder auch auf Plattformen wie Youtube veröffentlichen.

Sollen andere Personen im Film zu sehen sein, müssen sie vorher ihr Einverständnis dafür abgeben. Laut dem Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photografie, kurz KUG, gilt in Deutschland das Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, dass grundsätzlich jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob er fotografiert oder gefilmt werden möchte und was hinterher mit dem Material geschieht. Bei Minderjährigen müssen zudem die Erziehungsberechtigten um Erlaubnis für die Veröffentlichung gebeten werden.

Eine mündliche Zusage oder sogar die implizite Zustimmung reicht jedoch aus. Wer etwa vor einer Veranstaltung ankündigt, ein Video zu drehen und zu veröffentlichen, kann davon ausgehen, dass alle gefilmten Personen damit einverstanden sind, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen.

Und wenn ich in meinem Film für Youtube fremdes Material verwenden möchte?

So lange das Video ausschließlich für den privaten Bereich gedacht ist, dürfen auch Filmsequenzen, Teile einer Fernsehsendung, Grafiken, ein Stück eines Musikvideos oder anderes nicht selbst gedrehtes Material in den eigenen Film geschnitten werden. Soll der Film jedoch auf Youtube oder einer anderen Plattform veröffentlicht werden, müssen zuvor sämtliche Rechteinhaber um Erlaubnis gebeten werden und diese auch erteilen.

Mandy Risch-Kerst warnt davor, darauf zu hoffen, dass die eigenen Verstöße gegen das Urheberrecht schon niemandem auffallen werden: „Das Risiko, entdeckt zu werden, ist sehr hoch, da es mittlerweile findige Entwickler gibt, die mit Urhebern und Anwälten sogenannte Webcrawler entwickelt haben und damit das ganze Internet nach Urheberrechtsverstößen durchsuchen.“ Abmahnungen, Klagen oder sogar strafrechtliche Verfolgungen sind mit erheblichen Kosten verbunden. „Besser ist es, sich im Zweifelsfall beraten zu lassen und die Einwilligungen der Rechteinhaber einzuholen.“

Als Ausnahme dieser Regel gilt das Zitatrecht, das der Paragraf 51 des Urheberrechtsgesetzes definiert. Demnach ist es zum Beispiel auch ohne Einverständnis der Filmfirma möglich, eine Szene aus einem Fernsehfilm im eigenen Video einzubauen, um damit etwa die besondere Schnitttechnik oder Kameraführung des Films zu belegen. Nichtsdestoweniger muss das zitierte Video als solches deutlich gekennzeichnet und Quelle und Urheber müssen genannt werden.

Was ist Creative Commons und was muss ich dabei beachten?

Creative Commons ist eine Organisation, die Lizenzverträge zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet. Damit können Urheber selbst festlegen, ob und auf welche Art ihr Werk von anderen genutzt werden darf.

Ist ein Werk CC-lizenziert, darf man es nutzen, ohne vorher noch einmal extra um Erlaubnis zu bitten. Die standardisierte Lizenz gibt Nutzern Rechtssicherheit, wenn sie zum Beispiel Bilder, Filmmaterial oder Musik von anderen verwenden möchten. Zugleich bleibt das Urheberrecht erhalten, es werden also nur bestimmte Nutzungen erlaubt. Welche genau, lässt sich meist schon aus dem Namen der einzelnen CC-Lizenzen erkennen:

BY: Der Name muss unter oder neben dem Werk genannt werden.

ND (no derivatives): Das Werk darf nur in der vorliegenden Form verwendet und nicht bearbeitet werden.

NC (non commercial): Wer das Werk verwendet, darf damit keine Einnahmen erzielen.

SA (share alike): Unter den genannten Bedingungen darf das Werk gern geteilt werden.

Wichtig zu wissen: Ein Lizenzgeber kann auch nur die Rechte gewähren, die er selbst hat. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Fotograf zwar Rechte an seinem Bild, nicht aber an seinem Motiv freigeben kann. Sind Personen auf einem Foto abgebildet, müssen sie ihr Einverständnis geben.

Wer gegen die CC-Lizenzbedingungen verstößt, weil er etwa den Urheber einer verwendeten Musik nicht nennt, begeht einen Urheberrechtsverstoß und kann abgemahnt werden. Darum sollte man sich unbedingt an die Vorgaben des Lizenzgebers halten.

Von Alena Hecker

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