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06:00 06.11.2018
12 Prozent der Deutschen vertrauen einem Smart-Home-System als Einbruchsicherung. Quelle: Foto: Getty Images/iStockphoto
Hannover

Einbruchschutz im Haus muss sich nicht auf Riegel an Türen oder Schlösser an den Fenstern beschränken. Auch Smart-Home-Lösungen sollen für Schutz und schnelles Warnen bei einem Einbruchsversuch sorgen.

Was bedeutet smarter ­Einbruchschutz?

Das Smart Home ist ein mit intelligenter Technologie vernetzter Wohnraum. Die Fenster öffnen sich zum Beispiel automatisch, die Rollläden reagieren selbstständig auf Sonneneinstrahlung, und die Waschmaschine und andere Haushaltsgeräte können mit dem Smartphone aus der Ferne gesteuert werden. Auch der Einbruchschutz lässt sich steuern – zum Beispiel, indem eine Kamera an der Eingangstür nicht nur aufzeichnet, sondern sogar registriert, dass jemand sich daran zu schaffen macht. Sie schickt dann eine Warnnachricht aufs Smartphone, mit Liveaufnahmen aus der Wohnung. So kann man gleich die Polizei rufen. Andere Lösungen sind Bewegungsmelder oder Glasdrucksensoren, die sich ebenfalls auf dem Smartphone melden, wenn eine Scheibe zerschlagen wird. Öffnungsmelder für Türen und Fenster registrieren ungewöhnliche Bewegungen.

Wie gut sind Smart-Home-­Lösungen?

Der Nutzen ist tatsächlich umstritten. Immer wieder hört man, dass Urlauber Tausende Kilometer von zu Hause entfernt übers Smartphone einen Einbrecher bemerkt haben und die Polizei informierten. Trotzdem betont die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, dass solche Lösungen kein durchgängiges und damit zuverlässiges Einbruchmelde- oder Gefahrenwarnsystem seien. Vielmehr handele es sich dabei um ein reines Informationssystem ergänzend zum mechanischen Grundschutz – also zu guten Schlössern und Riegeln.

In welchem Maße kann ich Smart Home gut zum Einbruchschutz ­einsetzen?

Die Polizei rät dazu nur im Rahmen der Anwesenheitssimulation. Es geht also darum, einem Einbruch vorzubeugen.

Dem Einbrecher auf Erkundungstour wird dann vorgegaukelt, im Gebäude befänden sich Menschen, obwohl niemand da ist. Zum Beispiel lassen sich mit entsprechenden Lösungen morgens und abends Rollläden steuern, immer mal wieder das Licht anknipsen und sogar der Fernseher anstellen.

Wie sieht es mit dem ­Datenschutz bei Smart Home aus?

Smart-Home-Anwendungen seien sehr sicher, sagt Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Wenn Sie aber die Möglichkeit haben, von außen auf Ihr Smart Home zuzugreifen, besteht theoretisch ein Restrisiko, dass dies auch andere tun können.“ Bei Produkten renommierter europäischer Hersteller gelten die Sicherheitsstandards als sehr hoch. „Für die Erzeugnisse von Billiganbietern aus dem nicht europäischen Ausland können wir nicht sprechen.“

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Der Experte rät deshalb, bei Produkten auf eine VdS-Zertifizierung zu achten. Das Vertrauen-durch-Sicherheit-Gütesiegel ist weltweit renommiert und dokumentiert maximale Qualität und Zuverlässigkeit von Produkten und Dienstleistungen. Damit ausgezeichnete Gesamtkonzepte seien jedoch eher für den Gewerbebereich vorgesehen und im höheren Preissegment angesiedelt. „Es gibt aber Hersteller, die für den Privatbereich auch zertifizierte Einzelkomponenten in ihrem System anbieten“, sagt Habermehl.

Nach Ansicht der Polizeilichen Kriminalprävention birgt jedes IT-gestützte System ein Sicherheitsrisiko. Daher müssten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, damit das System nicht von außen überwunden werden kann. Sonst können Dritte zum Beispiel Bilder der Überwachungskamera abgreifen oder Bewegungsmelder manipulieren.

Wie kann ich mein Smart-Home-System absichern?

Die Polizeiliche Kriminalprävention rät, Sicherheitsupdates für die Software stets zu übernehmen. Empfohlen wird für die vernetzten Geräte außerdem ein separates WLAN sowie eine Verschlüsselung der Kommunikation der Geräte untereinander. Optimalerweise verbindet man sich mit den Geräten nur, wenn der Zugriff aus der Ferne notwendig ist.

Voreingestellte Standardpasswörter sollten geändert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät zu einer Kombination aus mindestens acht Zeichen, die nicht im Wörterbuch vorkommt.

Von RND/Simone Andrea Mayer

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