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19:30 15.11.2017
96,4 Prozent der über 65-Jährigen leben im eigenen Haushalt. Quelle: iStock
Hannover

Wer sich dafür entscheidet, im Alter so lange wie möglich zu Hause zu leben, ist oftmals auf sich allein gestellt, wenn die Familie weiter weg wohnt oder kein Partner da ist. Solange Körper und Geist fit sind, geht es gut. Doch was ist im Falle von Krankheit oder körperlicher Schwäche? Ein ambulanter Pflegedienst kommt nur zu bestimmten Uhrzeiten und im Zweifel auch nicht täglich. Die Angst davor, im Notfall gänzlich hilflos zu sein, bringt dann doch so manchen dazu, das Leben in den eigenen vier Wänden aufzugeben und in ein Seniorenheim zu ziehen. Intelligente Notrufsysteme und Sensoren sowie die sogenannte Smart-Home-Technik ermöglichen es heutzutage jedoch, den Lebensabend möglichst lange und vor allem sicher zu Hause zu verbringen.

Smart Home, das schlaue Zuhause, bietet technische Lösungen, die das Leben in vertrauter Umgebung vereinfachen und für mehr Bequemlichkeit sorgen sollen. „Smart Home kann den Lebensalltag erleichtern für Ältere, die nicht mehr so fit sind“, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg. „Wenn die Verkabelung liegt, lässt sich beispielsweise vom zweiten Stock aus bequem der Rasensprenger anmachen und einstellen, wann er wieder ausgehen soll.“ Dabei sei die Bedienung bereits installierter Systeme nicht besonders schwierig: „Letztendlich ist es nichts anderes, als den Lichtschalter zu drücken oder den elektrischen Rollladen zu betätigen. Nur dass das Bedienelement für alle Geräte direkt vor einem liegt“, betont Buttler.

Ein Blick in die Zahlen: Das befürchten die Befragten im Alter. Quelle: RND-Grafik; Quelle: Statista

„Ältere Leute wollen den Anschluss nicht verpassen“

Von der Technik profitieren kann jeder, selbst wer kein Tablet oder Smartphone besitzt. Für jedes Smart-Home-System liefern Hersteller auch eigene Bedienelemente, über die wie bei einer Universalfernbedienung mehrere Geräte in dem und um das Haus herum gesteuert werden können. Buttler ist überzeugt, dass auch Senioren mit dieser Art von Technik etwas anfangen können: „Es ist nicht mehr so, dass Ältere solche Systeme nicht nutzen.“

Diverse Kursangebote in Volkshochschulen und anderen Einrichtungen zeigten, dass das Interesse an Technik und Medien auch bei der älteren Generation da sei. „Ältere Leute wollen den Anschluss nicht verpassen“, ist Buttler überzeugt. Zudem hätten sie mehr Zeit und Geduld, um sich einzulesen und alles zu verstehen.

Möbel mit smarten Funktionen

Selbst wer technischen Systemen kritisch gegenübersteht, kann sich das eigene Zuhause ein bisschen smarter einrichten. „Viele Möbel haben schlaue Funktionen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Betten sind mit elektrischen Aufstehhilfen ausgestattet, Fernsehsessel verfügen über verstellbare Lehne und Sitzhöhe und können mit einer kleinen Bewegung sogar das Aufstehen erleichtern. Immer mehr Kleiderschränke sorgen zudem mittlerweile selbst für Licht, wenn man die Tür öffnet.

Das erleichtert die Suche nach bestimmten Kleidungsstücken und hilft allen, deren Sehfähigkeit langsam nachlässt.

Auch technische Gehilfen im Haushalt gehören zum Smart Home. Zum Beispiel kleine Roboter, die sich selbstständig darum kümmern, den Rasen zu mähen oder den Fußboden zu säubern. Manche können mittlerweile zusätzlich zur Staubsaugerfunktion auch noch den Boden wischen. „Viele solcher Kleinigkeiten helfen dabei, dass man viel länger zu Hause wohnen und selbstständig bleiben kann“, sagt Wohnexpertin Geismann.

Der klassische Hausnotruf ist ein bewährtes System

Besonders im Bereich Notrufsysteme bietet Smart-Home-Technik intelligente Lösungen. Fußmatten etwa, die mit Sensoren ausgestattet sind und unauffällig unter Teppiche gelegt werden können, lösen einen Notruf aus, falls jemand hingefallen ist und womöglich nicht mehr aufsteht. Vor Terrassentür oder Fenster drapiert, fungieren sie zusätzlich als Alarmanlage, sobald jemand in die Wohnung einbricht. „Ein nachträglicher Einbau solcher Sensoren ist aufwendig“, räumt Geismann ein. Wer jedoch ein altersgerechtes Zuhause haben wolle, sollte eine solche Investition durchaus in Betracht ziehen.

Ein immer noch bewährtes System ist der klassische Hausnotruf, ein roter Alarmknopf, der am Handgelenk, als Brosche oder um den Hals getragen werden kann. Über eine Basisstation mit Freisprechanlage ist er am Telefonnetz angeschlossen und alarmiert per Knopfdruck die spezialisierte Notrufzentrale. Doch nicht jeder möchte einen roten Knopf um den Hals tragen, viele Betroffene empfinden ihn als stigmatisierend. Hinzu kommt, dass der Notfallknopf in wirklich sturzgefährlichen Situationen, etwa unter der Dusche, häufig gar nicht getragen wird.

Die Eltern leben allein: So sehr sorgen sich die Kinder. Quelle: RND-Grafik; Quelle: Statista

Unauffällige Notruflösungen

In jüngster Zeit wurde an zahlreichen Alternativen zum klassischen Hausnotruf geforscht. Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) etwa hat das System safe@home entwickelt, bei dem 3-D-Sensoren eingesetzt werden, die erkennen, wenn jemand fällt und nicht wieder aufsteht. Dann senden sie ein Alarmsignal an einen Basiscomputer, der wiederum über das Telefon verschiedene Rufnummern wählt, bis jemand abnimmt. Zu den unauffälligen Notruflösungen zählen auch Apps wie b-cared: Hier löst der im Smartphone eingebaute Fallsensor einen Alarm aus. Auf dem Display erscheint ein „Ich bin okay“-Button, der innerhalb einer Minute gedrückt werden muss. Geschieht das nicht, werden nacheinander die zuvor eingespeicherten Kontaktpersonen benachrichtigt. Das funktioniert auch, wenn das Handy ausgeschaltet ist oder kaum Internet- oder Funkverbindung besteht.

74 Prozent der Frauen und 34 Prozent aller Männer leben allein im eigenen Heim. Quelle: RND-Grafik; Quelle: Statista

Sicher wohnen im eigenen Zuhause

Stolperfallen vermeiden: Wer unsicher auf den Beinen ist, sollte Stolperfallen wie Bettvorleger, Bodenvasen oder lose Kabel aus der Wohnung verbannen. Gerade Menschen, die auf Gehstöcke oder Rollatoren angewiesen sind, werden besser zurechtkommen, je mehr Bewegungsfreiheit sie in den eigenen vier Wänden haben.

Für genügend Halt sorgen: Haltegriffe im Bereich von Toilette, Dusche und Waschbecken erleichtern das Gehen und Stehen auf rutschigen Fliesen, Antirutschmatten für Böden und Treppenstufen beugen Stürzen ebenfalls vor.

Wohnbereich gut ausleuchten: Vor allem in Räumen wie Bad und Küche ist eine gut durchdachte Beleuchtung sinnvoll, auch die Nachttischlampe sollte den Bereich rund ums Bett ausreichend ausleuchten. Zeitschaltuhren für Lichter, die nach einer festgelegten Zeit ausgehen, müssen so eingestellt werden, dass es lang genug hell ist.

Von Alena Hecker/RND

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