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Netzwelt Lovestorm: Friedensbewegung gegen Hass im Netz
Nachrichten Medien Netzwelt Lovestorm: Friedensbewegung gegen Hass im Netz
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18:02 12.09.2018
Nicht immer ist Hass im Netz strafbar – die Initiative Love-Storm setzt deshalb auf Zivilcourage. Quelle: dpa-tmn
Lüchow

Hass im Netz ist Gewalt, löst bei Betroffenen Leid aus und bringt Angegriffene zum verstummen – so fasst Love-Storm das Phänomen Hatespeech zusammen. Initiiert vom Bund für Soziale Verteidigung (BSV), dem Fachverband der deutschen Friedensbewegung, soll Love-Storm dem etwas entgegensetzen. Und zwar digitale Zivilcourage, mit der Nutzer das Netz „von den Hetzern zurückerobern können“, wie es Gründer Björn Kunter formuliert.

Tatsächlich ist der Ton im deutschsprachigen Netz rauer geworden: Zehntausende Beiträge mussten soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder das Videoportal Youtube im ersten Halbjahr 2018 wegen Hassbotschaften entfernen. 2270 sogenannte Hasspostings zogen laut Bundesinnenministerium 2017 Ermittlungen nach sich, großteils und wegen rechtsmotivierter Straftaten und Volksverhetzung.

Love-Storm will dem ab sofort entgegentreten, indem es Internetnutzer für Wortgefechte in Foren und Kommentarspalten vorbereitet, ihnen einen Vernetzung mit Gleichgesinnten ermöglicht und ein Alarmsystem bereithält. Das Vorbild sind laut Kunter Initiativen zur gewaltfreien Nachbarschaftshilfe. Diese habe der BSV bereits in den 1990er Jahren nach den Pogromen von Hoyerswerda und den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen entwickelt.

Keine (verbale) Gewalt

Zentral ist laut Kunter auch heute, dass die Aktivisten von Love-Storm ihrerseits auf (verbale) Gewalt verzichten wollen. „Wenn ich gegen den Angreifer pöbele, hilft das dem Angegriffenen ja nicht.“ Stattdessen seien ihm die Angegriffenen und die Zuschauer wichtig. Stärken und aktivieren wolle er die, während „Hatern“ Grenzen aufgezeigt werden sollen.

Wie das konkret funktionieren kann, will Love-Storm zunächst 1500 Internetnutzern in Webinaren vermitteln. Unter anderem lernen die Teilnehmer dort, dass Hass im Netz unterschiedliche Ausprägungen hat. Trainerin Katharine Arp differenziert zwischen Cybermobbing gegen Einzelne sowie politisch motivierter Hatespeech, die sich auf menschenfeindliche Art gegen Gruppen wie Frauen oder Ausländer richte. Und schließlich Shitstorms, die darauf abzielten, Personen zum Schweigen zu bringen und Meinungen zu unterdrücken.

Dagegenhalten sollen die Love-Storm-Aktivisten laut Arp, indem sie sich zusammenschließen und mit verteilten Rollen agieren: Einer könne sich darauf konzentrieren, dem Angegriffenen mit positiven Botschaften den Rücken zu stärken. Ein anderer könne dem Störer Fakten entgegenhalten, um Zuschauer zu überzeugen, dass dort jemand Unsinn verbreite. Und ein Dritter könnte gezielt passive Nutzer auffordern, sich gegen die Hassrede zu positionieren. Auch Tipps zum Melden von Inhalten an Plattformbetreiber und zum Erstellen von Anzeigen bei Behörden will Arp den Teilnehmern der Webinare mitgeben.

Meldesystem für Hass im Netz

„Am Schluss dieses Trainings können die Leute, die teilgenommen haben, auf der Homepage eine Gruppe bilden,“ erklärt Kunter, wie es für die Love-Storm-Aktivisten nach dem Webinar weitergeht. Diese Gruppen würden dann über das Meldesystem alarmiert, um bei hasserfüllten Diskussionen gemeinsam zu intervenieren. Hass im Netz melden könne auf der Homepage jeder – eine Teilnahme an Lovestorm-Aktionen setze aber eine vorherige Schulung voraus.

Daran, dass ein solches strategisches Vorgehen zielführend ist, haben Kunter und Arpe wenig Zweifel. Zwar gelte es stets, zunächst auszutesten, ob ein hasserfüllt auftretender Störer vielleicht gesprächsbereit sei, sagt Arp. Die meisten Hater seien allerdings entweder „Glaubenskrieger“, die die Öffentlichkeit von ihren Ansichten überzeugen wollen. Oder „Trolle“, die schlicht Spaß daran hätten, Andere zu ärgern.

Von Christoph Höland/RND

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