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Netzwelt Undercover-Reporter arbeitet als Moderator bei Facebook und enthüllt Erschreckendes
Nachrichten Medien Netzwelt Undercover-Reporter arbeitet als Moderator bei Facebook und enthüllt Erschreckendes
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12:21 18.07.2018
Das Facebook-Logo. Quelle: AP
Dublin

Wie gut moderiert Facebook, was auf seinen Seiten steht? Viele Nutzer glauben: Während Facebook rigoros gegen Nacktheit vorgeht, ist das Unternehmen bei Gewalt oder Hassrede laxer. Eine Undercover-Reportage des britischen Senders Channel 4 scheint diesen Eindruck zumindest teilweise zu bestätigen. Ein Reporter hatte sich bei Cpl Resources Plc. in Dublin, einer der Firmen, an die Facebook die Moderationsaufgaben auslagert, eingeschleust. Das Unternehmen arbeitet seit 2010 mit Facebook zusammen.

Der Reporter war dort undercover als Content-Moderator und filmte unter anderem das tägliche Geschäft der Moderatoren von Cpl. Dabei fand er heraus, dass Gewalt-Inhalte wie zum Beispiel Bilder und Videos von Übergriffen auf Kinder teilweise auf Facebook bleiben, obwohl sie von Usern gemeldet wurden. Channel 4 zitiert einen der Mitarbeiter mit den Worten: „Wenn man anfängt zu viel zu zensieren, verlieren die Leute das Interesse an der Plattform. Am Ende des Tages geht es darum, Geld zu verdienen.“

Sonderbehandlung für Seiten mit vielen Followern

Zudem werden die Moderatoren bei Cpl von Trainern wohl angehalten, rassistischen Content gegen Einwanderer zu ignorieren. So gehörte zum Trainingsmaterial für Moderatoren ein „zulässiger“ Cartoon-Kommentar, der beschreibt, dass ein Mädchen ertränkt wird, weil ihr erster Freund ein Schwarzer ist. Facebook hat inzwischen bestätigt, dass das Bild gegen die eigenen Hate-Speech-Standards verstoße.

Eigentlich sollen Facebook-Seiten, die fünf oder mehr Posts veröffentlichen, die gegen die Facebook-Nutzerregeln verstoßen, geschlossen werden. Doch anscheinend gibt es für große Seiten mit vielen Followern – wie zum Beispiel Seiten von Medienunternehmen – eine Sonderbehandlung: Sie können von den externen Moderatoren nicht gelöscht werden, sondern werden an Facebook selbst weitergereicht. Dazu gehörte wohl unter anderem aber auch die Seite der rechtsextremen Partei „Britain First“, die inzwischen aber geschlossen wurde.

Facebook-Moderatoren sollen zu junge Nutzer ignorieren

Auch werden die Mitarbeiter von Cpl wohl dazu angehalten, bei minderjährigen Facebook-Nutzern nicht proaktiv zu handeln. Grundsätzlich ist die Nutzung von Facebook erst mit 13 Jahren erlaubt. Wenn die Moderatoren aber zum Beispiel auf Bildbeweise stoßen, die erkennen lassen, dass ein Nutzer jünger ist, sollen sie das ignorieren.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Fernsehbeitrag: Facebook kommt teilweise gar nicht mit der Moderation des Contents hinterher. Laut dem Beitrag von Channel 4 stauen sich gemeldete Inhalte: Zu einem Zeitpunkt seien es 15.000 Meldungen gewesen, die teilweise noch fünf Tage auf eine Bearbeitung warteten.

Facebook reagiert

Facebook hat auf die Vorwürfe reagiert. Es sei klar, dass manche der Kommentare der Mitarbeiter und die Anweisungen, die die Trainer den Moderatoren gegeben hätten, nicht die Werte von Facebook widerspiegelten, heißt es in einer Stellungnahme. Man habe verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel die Überprüfung des Trainings getroffen, um das in Zukunft zu verhindern.

Facebook widerspricht aber der Behauptung, dass die Plattform mit Gewalt und Hass Geld mache. „Eine sichere Umgebung zu schaffen, in der sich Menschen aus der ganzen Welt austauschen und verbinden können, ist der Kern des langfristigen Erfolgs von Facebook“, heißt es in dem Statement. Darin will Facebook auch klarstellen, dass keine Profile geschützt werden. Man wolle nur durch eine zweite Überprüfung sicherstellen, dass die Richtlinien richtig angewendet worden seien.

Von asu/RND

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