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Netzwelt Barack Obama: Ein Präsident als Serien-Produzent
Nachrichten Medien Netzwelt Barack Obama: Ein Präsident als Serien-Produzent
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08:01 23.05.2018
Netflix verpflichtet Barack Obama als Serien-Produzent Quelle: imago/UPI Photo
Washington

Barack Obama macht also jetzt Fernsehen.Der Streamingdienst Netflix hat dem früheren US-Präsidenten eine ebenso unbekannte wie mutmaßlich unanständig hohe Summe dafür geboten, dass er und Ehefrau Michelle Filme, Serien und Dokus inszenieren – zu Herzensthemen wie Gesundheit oder Einwanderung. Ein Präsident als Produzent. Higher Ground heißt ihre Firma. Sinngemäß übersetzt: „Wir holen euch für Geld aus dem emotionalen Sumpf der Trump-Jahre.“ Geht das? Kann Obama das? Darf der das?

Selbstverständlich. Schließlich hat er acht Jahre lang nichts anderes getan. Denn was genau unterscheidet im 21. Jahrhundert eigentlich eine US-Präsidentschaft von einer TV-Serie über eine US-Präsidentschaft?

Die Grenzen zwischen Politik und Entertainment verschwimmen

Beide sind inszeniert von Meistern ihres Fachs. Beide nutzen die Strahlkraft der Bilder. Beide folgen ausgefeilten Strategien und Drehbüchern. Beide sind Sternstunden für Illusionisten und Trickser. Und beide öffnen im Falle einer politisch-dramaturgischen Sackgasse einfach einen neuen Erzählstrang. Die Grenzen zwischen Politik und Entertainment verschwimmen. Die Obama-Präsidentschaft – das war TV-Gold: gleißende, clevere Showpolitik, unterlegt mit stylishen Clubsounds. Quasi „Obama’s Eleven“, nur ohne Kasinoeinbruch. Niemand wusste so gut wie Obama, wo die Kamera steht, was sie sehen will, wie man Coolness inszeniert. Jeder Satz ein Popsong. Jede Geste Ausdruck eines ultralockeren hawaiianischen Polit-Popstars.

Und Trump? Das ist „House of Cards XXL“. „Angst und Schrecken im Weißen Haus“. Gruseliger als jeder Horrortrip, aber gleichermaßen faszinierend wie irrsinnig. Trump ist Fox. Obama ist Netflix. Und Angela Merkel ist Schulfernsehen.

Von Imre Grimm

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