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Medien „Mein Ziel sind die Top Ten“
Nachrichten Medien „Mein Ziel sind die Top Ten“
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09:46 19.02.2018
Levina tritt mit dem Song „Perfect Life“ für Deutschland in Kiew an. Quelle: dpa
Kiew

Seit einigen Tagen weilt Isabella Levina Luenn bereits in Kiew und bereitet sich auf de größten Auftritt ihres Lebens vor: beim Finale des Eurovision Song Contest. RND-Autor Imre Grimm hat sie getroffen.

Levina, hatten Sie irgendeine Vorstellung von Kiew, bevor Sie zum Eurovision Song Contest flogen?

Ich hätte nicht gedacht, dass diese Stadt so bunt und farbenfroh ist. Diese pastellfarbenen Fassaden, überall hellgrün, hellblau, hellgelb, die tollen alten Häuser! Die Architektur hat mich überrascht. Dazu 26 Grad und blauer Himmel – ich dachte zwischendurch, ich sei irgendwo in Südeuropa gelandet.

500 Kilometer von hier entfernt ist Krieg. Beschäftigt Sie die politische Situation in der Ukraine? Begleitet Sie das Thema bei den Proben und Auftritten?

Ja. Ich interessiere mich für Politik. Ich finde es wichtig zu wissen, was in der Welt passiert und auch jetzt in Europa und der Ukraine. Hier in Kiew habe ich mich aber komplett auf den Eurovision Song Contest konzentriert, um mich nicht ablenken zu lassen.

Haben Sie den Wettbewerb in den letzten Jahren denn verfolgt? Oder ist das alles neu für Sie?

Es war kein echter Kindheitstraum von mir, hier mal auf der Bühne zu stehen. Das kam alles ein bisschen spontaner. Aber ich habe den ESC schon immer im Fernsehen angeguckt. Und gerade 2010 bei Lenas Sieg war das was Besonderes: Ich saß in London mit Freunden aus ganz unterschiedlichen Nationen in einem Pub, wir haben die Show gesehen, und das war natürlich wahnsinnig lustig, weil da Italiener und Franzosen und Schweden waren, die alle für ihr eigenes Land die Daumen gedrückt haben. Und am Ende habe ich sogar ein bisschen Geld gewonnen, weil Lena gesiegt hat. Das waren so um die 50 Euro. Ich hatte auf sie gewettet. Ich fand ihren Auftritt so was von cool: ganz schlicht, ganz reduziert.

Da gibt’s Parallelen zu Ihrem Auftritt jetzt auf der Bühne in Kiew: alles in Schwarzweiß und Grautönen, gleißende Blitzlichter. Auch Sie stehen ganz allein im Fokus der Kamera, ohne Requisiten oder irgendwelche Tänzereien...

Das war mir gar nicht so bewusst. Ich bin halt als Künstlerin auch nicht diese ganz Verrückte. So bin ich eben nicht, und es muss ja zu mir passen. Ich finde so eine schlichtere Version sehr schön, die aber trotzdem etwas Besonderes hat, was im Auge bleibt.

Würden Sie denn auch auf sich wetten?

Ja klar! Vor allem, weil man ja wirklich viel gewinnen kann...

Das stimmt. Im Moment bekommt man bei den Buchmachern für einen deutschen Sieg noch ziemlich viel Geld, aber immerhin deutlich weniger als im vergangenen Jahr...

Ich gehe jedenfalls sehr positiv an die Sache ran. Ich bin hoch motiviert und ich denke, wir haben gute Chancen.

Plötzlich stehen Sie von null auf hundert im Rampenlicht. Wie erleben Sie diesen Kokon aus Aufmerksamkeit, der sie im Moment überallhin begleitet?

Das war eine totale Veränderung von einem Tag auf den anderen. Plötzlich dieses Interesse, Presse, Medien, Termine. In der ersten Woche nach dem Vorentscheid musste ich mich noch daran gewöhnen und akzeptieren, dass das dazugehört. Tatsächlich habe ich ja schon lange Musik gemacht. Es hat halt nur keiner mitgekriegt. Da haben dann bei meinen Auftritten halt höchstens zwei Leute Fotos gemacht und zwei Freunde kamen zum Konzert.

Jetzt sehen 200 Millionen zu.

Und das freut mich total, dass meine Musik so viele Menschen erreicht. Ich habe lange darauf hingearbeitet, dass es vielleicht irgendwann mal dazu kommt. Mein Ziel ist eine Musikkarriere, auch nach dem ESC.

Ihr ESC-Titel „Perfect Life“ ist ein Appell, es auch mal locker angehen zu lassen und auch mal gnädig mit sich selbst zu sein. Können Sie sich Fehler verzeihen?

Ich bin schon sehr streng mit mir selbst. Ich möchte natürlich keine Fehler machen. Aber ich habe auch schon erlebt, dass mancher Fehler am Ende gar nicht so schlimm war und ich eher etwas daraus gelernt habe. Deshalb kann ich mich auch so gut mit dem Song identifizieren: weil ich solche Erfahrungen kenne.

Wer von Ihren Konkurrenten im ESC-Finale gefällt Ihnen denn persönlich? Welches Lied mögen Sie?

Das ändert sich immer mal wieder. Im Moment gefällt mir Kristian Kostov aus Bulgarien mit „Beautiful Mess“. Ich höre auch Nathan Trents Song „Running On Air“ aus Österreich wirklich gerne. Und ich finde den Portugiesen Salvador Sobral sehr, sehr gut. Mit einigen hier baut man ja schon eine gewisse Vertrautheit auf und freut sich, wenn man die Gesichter sieht. Mit Nathan verstehe ich mich sehr gut, auch mit Joci Pápai aus Ungarn. Ich bin guter Dinge für die Show. Ein Platz in den Top Ten – das ist mein Ziel.

Von Imre Grimm/RND

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