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Fernsehen Hexe „Sabrina“ feiert auf Netflix-Comeback
Nachrichten Medien Fernsehen Hexe „Sabrina“ feiert auf Netflix-Comeback
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10:35 08.05.2018
Früher waren Sabrinas Hexereien eher heiter: Die Neuauflage der Comicverfilmung mit Kiernan Shipka soll so düster werden wie die aktuelle Comicreihe „The Chilling Adventures of Sabrina“. Quelle: Fotos: Netflix/Verlag
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Los Gatos

Sabrina war blond, hübsch, harmlos - eine ganz normale Schülerin. Wie ihr britischer Kollege Harry Potter hatte sie keine Ahnung von den in ihr schlummernden Zauberkräften. Ihre Tanten Hilda und Zelda verrieten ihr das Geheimnis erst an ihrem 16. Geburtstag.

Fortan ging es in den sieben Staffeln der Serie „Sabrina – total verhext“ (1996 – 2002) darum, die magischen Kräfte zu erlernen und sie zugleich geheimzuhalten, um nicht – das Schlimmstvorstellbare für ein Mädchen an einer High School (und später am College) – als Freak zu erscheinen. Frauen mit Zauberkräften und einem sprechenden schwarzen Kater namens Salem Saberhagen - da würden schnell ganz alte voraufklärerische Mechanismen greifen.

Kein Platz mehr für zu Fröschen verküsste Prinzen

Melissa Joan Hart spielte den paranormalen Teenager Sabrina hinreißend. Ein impulsiver Kuss und schon war der Geküsste ein Frosch und schmachtete statt „Ich liebe dich“ ein näselndes „Quak!“

Die TV-Reanimationsfabrik Netflix will uns „Sabrina“ nun zurückbringen. Allerdings in einer anderen Tonart, dunkel und bedrohlich, ohne Froschkönige. Basierte die Originalserie auf den bunten Comics „Sabrina the Teenage Witch“ aus den frühen Siebzigerjahren, so gründet die nun in Vorbereitung befindliche Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ auf der gleichnamigen, 2014 gestarteten Heftchenreihe, die unter Fans den Ruf eines der besten gegenwärtigen Horrorcomics genießt.

Kiernan Shipka ist seit „Mad Men“ serienfest

Die Titelrolle der Neuauflage übernimmt die 18-jährige Kiernan Shipka, die schon in der Serie „Mad Men“ acht Staffeln lang die von der Trennung ihrer Eltern gebeutelte Sally Draper spielte.

Der Typus Hexe hat derzeit Konjunktur in der Popkultur. In Zeiten neu aufflammender Gleichberechtigungsdebatten erscheint sie als starke Frau, ja Superheldin lange vor Jessica Jones, Supergirl und Wonder Woman.

Im Kino lehrte zuletzt die in einem ausweglosen Wald residierende „Blair Witch“ (2016) eine Gruppe junger Leute das Fürchten. Und in Robert Eggers Film „The Witch“ (2015) erlebten wir die dramatische Hexenwerdung einer zunächst harmlos erscheinenden Kolonistentochter im Amerika des frühen 17. Jahrhunderts.

Hexen – soweit Zuschauers Auge reicht

Hexen hexten zuletzt zum Guten wie zum Bösen in Serien wie „Vampire Diaries“ (2009), „Witches of East End“, „The Originals“ (2013) und „Salem“ (2014). Kinder können wählen zwischen der Hexe Lilli (Zeichentrickserie, drei Kinofilme), Bibi Blocksberg (Zeichentrickserie, sechs Kinofilme) und – zuletzt – Karoline Herfurth als Otfried Preußlers schusseliger „kleiner Hexe“ (erscheint am 16. August auf DVD).

Die Hexen all dieser Fiktionen beruhen auf einer jahrhundertelangen Verleumdungskampagne. In der Vorstellung ihrer spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Denunzianten verfügten gewisse Menschen (meist Frauen) über die übernatürlichen Kräfte der Magie. Zudem wurde ihnen die Fähigkeit angedichtet, fliegen zu können.

In Versuchen, den verfemten Spuk jener Zeiten auf nüchterne Beine zu stellen, stellt man sich heute Frauen vor, die sich möglicherweise an den patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen rieben und an den Ortsrand oder in den Wald verbannt wurden, weil ihre Selbstbestimmtheit in den Dorfgemeinschaften Unbehagen hervorrief. Ihre Gegner schoben ihnen die Schuld für Krankheiten, lange Winter und Missernten in die Schuhe und unterzogen sie tödlichen Prüfungen.

Die Hexen aus Fernsehen und Kino können wirklich zaubern

Begründet wurde die Verfolgung mit der vermeintlichen Verbundenheit der Powerfrauen zu dunklen Mächten. War der Vorwurf der Satansdienerschaft erst erhoben, konnte niemand die Betreffende mehr retten. Aberglaube im Dienste des Gottesglaubens brachte die Hexe zur Strecke.

Anders als diese Hexen der Wirklichkeit können ihre Ausprägungen in Kino und Fernsehen allesamt wirklich zaubern. Allerdings waren sie – zumindest in den Anfängen keine besonders emanzipierten Exemplare sondern auf ein normales, braves Familienleben an der Seite eines (mehr oder weniger) dominanten Gatten erpicht.

Ab 1964 war Elisabeth Montgomery in der Comedyserie „Verliebt in eine Hexe“ die als moderne amerikanische Hausfrau getarnte Hexe Samantha, die die Probleme des Alltags mit verbotenem Hex-hex in den Griff bekommt. Der TV-Zauber hielt acht Jahre lang, eine Kinoversion mit Nicole Kidman erwies sich 2005 als Flop, vor kurzem aber wurde der Pilotfilm eines möglichen Serien-Reboots von Sony an NBC verkauft.

In Deutschland beliebt: Jeannie, die orientalische Flaschenhexe

In Deutschland war die Serie „Bezaubernde Jeannie“ erfolgreicher. Barbara Eden schlüpfte von 1965 bis 1970 als orientalischer Flaschengeist in eine 1001-Nacht-Garderobe – mit dem Ziel, den Astronauten Tony vor den Altar zu zerren. Von einer Neuauflage ist seit Jahren die Rede. Vermutlich zaubert uns Netflix auch da bald eine emanzipiertere Version.

Und um im TV-Zaubermatriarchat zumindest einigermaßen Geschlechtergerechtigkeit herzustellen sei an Hexenmeister Catweazle erinnert, den Magier, der mit seiner Kröte Kühlwalda aus dem Jahr 1066 ins Jahr 1970 katapultiert wurde. „Salmei, Dalmei Adomei!“ – was der wohl zum Internetzeitalter zu sagen hätte!

Zwei „Sabrina“-Staffeln sind in Auftrag gegeben

Die neue Sabrina soll übrigens schon Ende 2018 gegen unheilvolle Mächte antreten, zwei Staffeln a zehn Episoden sind vorerst in Auftrag gegeben. Comicmacher und Showrunner Roberto Aguirre Sacasa twitterte zur Bekanntgabe am vorigen Mittwoch hocherfreut: „Es ist jetzt offiziell! Etwas Böses kommt des Wegs.“

Von Matthias Halbig / RND

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