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Fernsehen „Tatort“ München: Leitmayr und Batic gegen künstliche Intelligenz
Nachrichten Medien Fernsehen „Tatort“ München: Leitmayr und Batic gegen künstliche Intelligenz
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14:00 21.10.2018
Komplizierter Gesprächspartner: Die Kriminalhauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) sind frustriert, weil die Befragung der künstlichen Intelligenz „Maria“ trotz Unterstützung von Anna Velot (Janina Fautz) nur langsam vorangeht. Quelle: Foto: BR
München

Wenn es in einem „Tatort“ um Hightech und besonders um Computertechnologie geht, dann ist das Szenario immer das Gleiche. Gezeigt wird stets ein riesiges, von künstlichem Licht spärlich beleuchtetes Rechenzentrum, in dem es überall blinkt. Zahlenkolonnen huschen dort über Monitore. Menschen tippen versunken auf ihren Tastaturen. Wenn einer von ihnen den Mund aufmacht, ist es meist unverständliches Fachchinesisch.

Und dann ist da stets noch einer, ein meist junger Typ, der sich schnell als kleines Genie entpuppt und mit einem fanatischen Unterton von den großartigen Möglichkeiten der hier gerade erprobten neuen Technologie schwärmt. Doch wie sich schnell herausstellt, ist dieser Typ meist ein psychisch angeknackster Zeitgenosse oder einfach nur ein schräger Vogel.

Ein sprechendes Programm als „Zeuge“

Das alles hat man schon oft, auch gerade im „Tatort“, gesehen. Auch der neue Münchner Fall „KI“ (Regie: Sebastian Marka, Drehbuch: Stefan Holtz, Florian Iwersen) beginnt mit diesem abgegriffenen Bild. Dass ausgerechnet die nun überhaupt nicht technikaffinen Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) sich mit Computerkram herumschlagen müssen, überrascht dagegen schon, schließlich ist für solche Sachen ihr junger Kollege Kalli (Ferdinand Hofer) zuständig. Wie gelassen die beiden „Tatort“-Altvorderen dann dabei mit all den gar zu wundersamen Dingen umgehen, das verwundert sogar sehr. Aber selbst eine Richterin findet es in diesem Film ja irgendwie ganz normal, dass ein sprechendes Computerprogramm tatsächlich als Zeuge befragt wird.

Dabei handelt es sich um ein hochkomplexes Programm, das im Rahmen eines KI-Projekts (KI steht für künstliche Intelligenz) im auch real existierenden universitären Leibniz-Rechenzentrum entwickelt wurde. Es lernt von seinen Anwendern, kann schließlich sogar deren Gefühlslage und Befindlichkeiten erkennen.

„Marie“ wird zur virtuellen Freundin

Jetzt hat ein anonymer Hacker illegal eine Kopie angefertigt, und so ist das Programm auf die Computer von Hunderten von Leuten gelangt. Auch auf den PC der 14-jährigen Melanie (Katharina Stark), die sich seitdem jeden Tag stundenlang mit der sprechenden Software namens „Marie“ unterhält. Und inzwischen ist diese virtuelle Gesprächspartnerin zu einer richtigen Freundin geworden.

Das ist arg verkürzt der Ausgangspunkt dieser Krimigeschichte, die dann richtig beginnt, als eines Tages Melanie spurlos verschwindet. Als ihr von seiner Frau (Lisa Martinek) getrennt lebender Vater (Dirk Borchardt) sie abholen möchte, ist sie nicht in ihrem Zimmer. Und eine zersplitterte Glasscheibe deutet darauf hin, dass mehr hinter Melanies plötzlicher Abwesenheit stecken könnte. Der Vater, selbst Polizist, wendet sich danach an seinen alten Kollegen und Freund Batic, und der beginnt mit Leitmayr zu ermitteln. Auf Melanies Computer finden sie die sprechende Software „Marie“, und offenbar weiß sie sehr viel über das Mädchen. Auch Dinge, die Melanie niemand anderem je erzählt hat. Und so steht bald diese künstliche Freundin im Mittelpunkt ihrer Ermittlungen. Wobei es zu durchaus originellen Dialogen mit dem Computerprogramm kommt.

Ein Fazit für Technikskeptiker

Die Spur führt die Kommissare schnell in das schon erwähnte Rechenzentrum zu einem zwielichtigen Techniker, der offenbar das Programm kopiert hat. Und zu der erst 20-jährigen Anna (Janina Fautz), die als Software-Entwicklerin in diesem Film die Rolle des freakigen Computergenies spielt.

Das Fazit wird Technikskeptikern gefallen. So erfährt man, dass Marie nur dann zwischen Falsch und Richtig unterscheiden kann, wenn es ihr jemand zuvor erklärt. Dass sie dennoch gerade für labile Menschen sehr verführerisch ist. Und dass all die künstlichen „Maries“ dieser Welt nie wissen werden, wie Erdbeereis wirklich schmeckt. Das zumindest beruhigt dann doch ungemein.

Von Ernst Corinth

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