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Fernsehen Magdeburger „Polizeiruf“ – Der Doktor soll’s richten
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12:00 23.03.2018
Kommissar am Boden: Köhler (Matthias Matschke) wird überwältigt, und muss feststellen, dass seine Dienstwaffe weg ist. Quelle: Foto: ARD
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Hannover

Unglaublich wie wandlungsfähig Claudia Michelsen ist. Im gerade ausgestrahlten ZDF-Mehrteiler „Ku’damm 59“ spielt die 49-jährige gebürtige Dresdnerin mit Bravour die Besitzerin einer Berliner Tanzschule, die sich privat als dominante Übermutter um ihre drei mittlerweile erwachsenen Töchter kümmert und dabei wirklich vor nichts und niemanden zurückschreckt.

Die Instinktfrau und der Analytiker

Und nun ist sie im Magdeburger „Polizeiruf 110“ bereits zum achten Mal als Hauptkommissarin Doreen Brasch zu sehen – eine energische, allerdings privat vereinsamte und äußerst ruppige Einzelgängerin. Im aktuellen Fall „Starke Schulter“ (Regie: Maris Pfeiffer, Drehbuch: Josef Rusnak) ist Brasch mal wieder total genervt.

Vor allem die fast unterwürfige Art ihres Kollegen Dirk Köhler (Matthias Matschke), der vor zwei Folgen zum Ermittlerteam gestoßen ist, geht ihr total auf die Nerven. Und jetzt hat ihr Chef (Felix Vörtler) auch noch einen Psychologen bestellt, der mittels einer Supervision dafür sorgen soll, dass die Zusammenarbeit im Kommissariat besser funktioniert.

Besonders gestört ist nämlich die Kommunikation zwischen Brasch und Köhler. Sie ist der dynamische Teil in diesem Duo, gibt meist wortlos den Ton an, handelt oft auf eigene Faust, scheut dabei kaum ein Risiko. Während er stets analytisch und wohl überlegt vorgeht.

Und im Unterschied zu Brasch ein sozialer Mensch mit Familienleben ist, um das sie ihn heimlich beneidet. Zwar ziehen sich Gegensätze angeblich an, aber in Magdeburg sorgen sie für allerlei Konfliktstoff und für einen „Polizeiruf“, in dem wieder mal psychologisiert wird bis sich die sprichwörtlichen Balken biegen.

Gut gespielter Stellungskrieg

Es werden dabei Dinge aus der Vergangenheit angedeutet, die das Verhalten dieser beiden so unterschiedlichen Kommissare zumindest ein Stück weit erklären. Und vieles bleibt einfach im Dunkeln. Zum Glück, sonst könnte man ja als Zuschauer gleich ein psychologisches Proseminar besuchen. Dennoch ist dieser schwelende Dauerkonflikt durchaus unterhaltsam, weil einfach gut beobachtet und in Szene gesetzt.

Und zudem wird der polizeiliche Stellungskrieg von zwei wirklich gut agierenden Darstellern gespielt. Den Rest besorgt dann der schon erwähnte Psychologe Niklas Wilke (Steven Scharf), der von nun an zum Team dieses „Polizeirufs“ gehören wird. Aber auch in dem erzählten Kriminalfall, der hier angesichts dieses alles dominierenden kollegialen Kleinkriegs fast zur Nebensache wird, geht’s ans psychologisch Eingemachte.

Familienaufstellung im Kommissariat

Im Mittelpunkt steht eine Familie, deren Beziehungsgeflecht anfangs so unglaublich verwirrend ist, dass es der gute Psycho-Doktor Wilke sogar mit einer Familienaufstellung im Kommissariat zu entwirren versucht. Dabei ist der Anlass der polizeilichen Ermittlungen eigentlich ein Brandanschlag auf die Villa des nach dem tragischen Unfalltod seiner Frau allein lebenden Bauunternehmers René Ottmann (Thomas Loibl).

Der Firmenchef wäre dadurch fast ums Leben gekommen, dennoch ist er bei den Vernehmungen nicht gesprächig. Auch die Identität der Frau, die ihn kurz vor dem Brand noch besucht hat, will er nicht preisgegeben. Und Brasch und Köhler haben den Verdacht, dass der Unternehmer irgendwie nicht mit offenen Karten spielt und etwas zu verbergen hat.

Originelles Team in allzu stark konstruiertem Krimi

Schnell gibt es einige Verdächtige, darunter ein ehemaliger Freund Ottmanns, dessen Firma von seinem Bauunternehmen geschluckt worden ist. Dabei wurden etliche Leute entlassen, die jetzt richtig wütend auf Ottmann sind. Beispielsweise Uwe Schneider (David Korbmann), der sich allerdings so dämlich verdächtig verhält, dass er als Täter ausscheidet. Dann ist da noch ein grüner Polo, der in der Tatnacht vor der besagten Villa gesehen worden ist. Und der Wagen gehört der Familie von Ottmanns Schwägerin (Ursina Lardi)!

Kurzum: Das Team in Magdeburg ist zwar originell zusammengesetzt, hat auch viel Potential, aber leider ist der Fall zumindest in dieser Folge arg überkonstruiert und letztlich sogar ziemlich läppisch.

Von Ernst Corinth / RND

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