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Fernsehen „Die Pest“ – Historienthriller um Seuche und Morde
Nachrichten Medien Fernsehen „Die Pest“ – Historienthriller um Seuche und Morde
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11:33 18.07.2018
Nichts für zarte Gemüter: In der spanischen Serie „Die Pest“ ist im seuchengeschüttelten Sevilla auch noch ein Serienmörder unterwegs. Quelle: obs
Madrid

Es geht auch ohne Drachen, Elfen und Eiszombies. Zumindest in Spanien, dem Mutterland der sechsteiligen Serie „Die Pest“. Dort war der von der spanischen Pay-TV-Plattform Movistar+ produzierte historische Mehrteiler der Überraschungserfolg dieses Jahres und hatte trotz des Verzichts auf mystisch-magische Wesen sogar mehr Zuschauer als die letzte Staffel von „Game Of Thrones“.

In Sevillas Armenvierteln bricht die Beulenpest aus

Nun bricht „Die Pest“ auch in Deutschland aus. Und obwohl der TV-Kritikern in Deutschland bisher nur die erste Folge gezeigt wurde, scheint die Reise ins späte 16. Jahrhundert sich mehr als zu lohnen. Zu sehen ist „Die Pest“ ab 19. Juli donnerstags um 20.15 Uhr bei Sky Atlantic HD und beim Streamingdienst Sky Ticket auf Abruf.

Schauplatz ist Sevilla. Die andalusische Metropole ist Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels und zählt zu den bedeutendsten Städten ihrer Zeit. Dort treffen sich Menschen aller Sprachen und Ethnien, versuchen ihr Glück zu machen oder träumen von einem Leben in der Neuen Welt. Doch dann bricht in den Armenvierteln die Beulenpest aus und droht nun bis ins Innere der Stadt vorzudringen.

Dennoch kehrt der Held der Serie, Mateo (Pablo Monlinero), ein Ketzer, in dieses europäische Babel zurück. Er hat nämlich einem mittlerweile verstorbenen Freund versprochen, dort dessen unehelichen Sohn Valerio (Sergio Castellanos) zu suchen und zu retten.

Ein Buchdrucker als Detektiv der Inquisition

Kaum angekommen, wird Mateo jedoch verhaftet und ihm droht jetzt die Todesstrafe, zu der er in Sevilla vor Jahren wegen des Drucks verbotener Bücher verurteilt wurde. Im letzten Moment bietet ihm der Großinquisitor Celso de Guevara (Manolo Solo) die Begnadigung an – sollte es ihm gelingen, eine mysteriöse Mordserie aufzuklären. Er willigt – auch gegen den Rat eines guten Freundes – ein und stößt bei seinen Ermittlungen schnell auf eine unheimliche Gemeinsamkeit der Fälle:

Denn alle Opfer sind mit dem Zeichen des Teufels markiert. Und während sich gleichzeitig die Pest immer weiter ausbreitet, Sevilla sich langsam in einen apokalyptischen Ort verwandelt, gerät Mateo in eine Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise reicht.

Traut man der Vorankündigung des Senders, ist dies ein enorm aufregender Stoff, den besonders Freunde historischer Krimis mögen werden. Und der, wie schon die Auftaktfolge zeigt, mit düster-bedrohlicher Atmosphäre und beeindruckenden Bildern zu überzeugen weiß.

Die Serie wirkt drastisch und realistisch

Dabei wirkt das gezeigte Elend erschreckend real – besonders die katastrophalen hygienischen Zustände und der damit verbundene bestialische Gestank, den man sogar im sicheren Fernsehsessel zu riechen scheint. Die Gewaltszenen kommen sehr drastisch daher, vor allem wenn es um den Umgang mit Kindern geht. So wird in der ersten Folge beispielsweise ein schreiendes Findelkind einfach im Fluss ertränkt (allerdings im allerletzten Moment dann doch gerettet).

Das alles geht an die Grenze des Erträglichen und für empfindsame Gemüter ist „Die Pest“ tatsächlich nicht geeignet – trotz der äußerst spannenden Geschichte und des tollen Helden Mateo, den man sich in seiner gebrochen-amoralischen Art auch als Ermittler in einem Roman von Raymond Chandler vorstellen kann.

Großer Erfolg: Eine zweite Staffel ist schon in Vorbereitung

Eigentlich war „Die Pest“ als aufwendig produzierter Spielfilm gedacht. Aber die Macher um den renommierten Regisseur Alberto Rodríguez („La isla mínima – Mörderland“) entschieden sich schließlich fürs Pay-TV. Ihnen standen dort rund 1,5 Millionen Euro pro Folge zur Verfügung. Und gedreht wurde mit einer 200-köpfigen Technikcrew und rund 2000 Komparsen an 130 verschiedenen Orten in Andalusien und Extremadura – unter anderem im maurischen Königspalast Alcázar, der auch in „Game of Thrones“ zu sehen ist.

Den Vergleich mit ähnlichen Kinoproduktionen muss „Die Pest“ jedenfalls weder inhaltlich noch formal scheuen. Es gelingt dem Regisseur, dem Zuschauer einen lebendigen Eindruck zu vermitteln, wie hart und grausam das Leben für viele im 16. Jahrhundert war. Der große Erfolg gibt den Machern recht: Eine zweite Staffel ist schon in Arbeit.

Von Ernst Corinth / RND

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