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Fernsehen Jack Ryan – Als Serienheld wiedergeboren
Nachrichten Medien Fernsehen Jack Ryan – Als Serienheld wiedergeboren
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12:39 29.08.2018
Skeptisch: Zunächst zweifelt CIA-Boss Jim Greer (Wendell Pierce) an den Behauptungen des Schreibtischagenten Jack Ryan (John Krasinski), den USA könnte ein neuer 11. September bevorstehen. Quelle: Philippe Bose/AP
Los Angeles

Den CIA-Mann Jack Ryan kennen Freunde des bewegten Bilds aus den Kinofilmen „Jagd auf Roter Oktober“ (1990), „Die Stunde der Patrioten“ (1992) und „Das Kartell“ (1994). Ein First-Class-Coolio, den wir vor allem mit dem Schauspieler Harrison Ford verbinden.

Krasinski ist ein vielversprechender neuer Jack Ryan

Den aber zuvor auch Alec Baldwin und danach Ben Affleck gespielt hat. Letzterer stakste als jugendlicher Ryan allerdings durch „Der Anschlag“ (2002), als sei Coolness ein schweres Kettenhemd. Auch Chris Pine wirkte in „Shadow Recruit“ (2014) wie im falschen Film.

Trotz der zuletzt also eher unglücklichen Kinolaufbahn von Tom Clancys Romanfigur kommt nun schon der nächste Jack – Star einer ganzen Agentenserie von Amazon (streambar ab heute, Donnerstag, 30. August). John Krasinski, vom Typ eher ein Antiheld, ist „Tom Clancy’s Jack Ryan“ – er war zuletzt Hauptdarsteller und Regisseur des fabelhaften Science-Fiction-Schockers „A Quiet Place“ über blinde, aber äußerst hellhörige Menschenfresser-Aliens und Menschheitsreste, die ihr Leben so still wie möglich fristen müssen – fast ein Stummfilm.

Für die achtteilige erste Staffel (eine zweite ist schon bestellt), haben die Serienmacher Carlton Cuse und Graham Roland Clancys Ryan nun aus der Ära des Eisernen Vorhangs in unsere Neokaltkriegszeiten versetzt. Und das gibt dem knubbelnasigen Helden, der jetzt im Fahrrad zur CIA fährt, eine unverhoffte neue Attraktivität.

Eine Jagd nach einem geheimnisvollen Terrorismuschef

Anfangs ist er ein Analyst, ein eher schrulliger Schreibtischhengst. Als er in den finanziellen Transaktionen Terrorismusverdächtiger ein Kommunikationsmuster entdeckt, das auf einen globalen Vernichtungsplan hinweist, muss er seine alten Talente als Marine zurückgreifen. Die Jagd auf den geheimnisvollen Scheich Mousa Bin Suleiman führt ihn und seinen neuen (anfangs eher mürrischen und Ryan als Spinner abweisenden) Chef Jim Greer (Wendell Pierce) rund um die Welt, zunächst in den kriegserschütterten Jemen.

Spannend, atmosphärisch, komplex, mit einem leichten Anstrich von Humor – nach dem Pilotfilm ist man schon schon Fan dieser neuesten Reinkarnation Ryans. „Tom Clancy’s Jack Ryan“ ist keine der guten, alten Rettung-in-letzter-Sekunde-Serien, hier explodieren die für Pariser Kirchen gedachten Bomben wirklich statt in letzter Sekunde deaktiviert zu werden.

Keine Serie für simple Schwarz-Weiß-Malereien

Und auf der Seite der Mordbrenner wird differenziert – dies ist auch keine Serie für die simplen Schwarz-Weiß-Malereien im Trump’schen Hier und Jetzt. Erzählt wird beispielsweise parallel die Geschichte von Suleimans tiefbesorgter Ehefrau Hanin (Dina Shibabi) die in Syrien lebt und alles daran setzt, ihre Töchter vor den Folgen des Terrors zu retten.

Die Clancy-Fans, die Affleck und Pine mieden, sollten ihren Boykott erstmal unterbrechen, und es mit Krasinski probieren. Als der mit Gefangenen konfrontiert wird, die im Jemen gefoltert und mit lauter Countrymusik beschallt werden, ist ihm sein Missfallen vom Gesicht abzulesen. Er mag nicht ganz mit der Figur aus den Romanen übereinstimmen, dafür ist er ein deutlich netterer Mensch.

Von Matthias Halbig / RND

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