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Fernsehen „The Innocents“ – Zwei besondere Ausreißer
Nachrichten Medien Fernsehen „The Innocents“ – Zwei besondere Ausreißer
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12:16 24.08.2018
Außergewöhnliche Begabung: Sorcha Groundsell spielt June, eine junge Frau, die das Äußere anderer Menschen annehmen kann. Quelle: AP
Los Angeles

Die britische Schauspielerin Sorcha Groundsell (20) hat Augen, in die man hineinstürzt, wenn man nicht aufpasst. Und ein geradezu irritierendes Lächeln. Damit machte sie in der Historienthrillerserie „In Plain Sight“ (2016) auf sich aufmerksam. Und sie war eine der Hauptdarstellerinnen in „Clique“ (2017) einer Dramenserie, die an der Universität von Edinburgh spielte. Jetzt ist sie der Star von Netflix’ neuer Sci-Fi-Serie „The Innocents“ (streambar seit dem gestrigen Freitag).

Eine äußerst liebenswerte Mutantin

Sie ist June, ein Mädchen, das mit ihrem Freund Harry (charismatisch: Percelle Ascott) von zu Hause weglaufen will. Liebende, die man trennen will wo sie doch keine Sekunde ohne einander sein können. Junes Vater plant, June auf eine zurückgezogene schottische Insel zu verbringen. Denn er kennt ihre einzigartige Begabung und weiß, dass man seine Tochter jagen wird, sollte sie publik werden. June kann ihr Aussehen verändern. Sie braucht dazu keine Schminke oder Masken – nur Furcht. Wenn June Angst empfindet, wird sie zur Gestaltwandlerin.

Gestaltwandler, Wesen die das Äußere anderer annehmen können, finden sich zuhauf in den Genres Science Fiction und Horror. Sie gehen bis auch die griechischen und germanischen Göttersagen zurück, kommen im „Star Trek“- oder „Marvel“-Universum ebenso vor wie in den Romanen von Stephen King – in „Es“ (1986) oder Kings kommende Woche erscheinendem neuesten Buch „The Outsider“. Meist führen sie Übles im Schilde, sind Trickser, Täuscher und Meuchler. Groundsells June nun ist ein liebenswerter Vertreter dieser Mutanten. Ihre Geschichte ist eine eher sanfte Science-Fiction.

Kein Effekte-Gedöns sondern eine berührende Liebesgeschichte

Aber auch ein Thriller: Dafür sorgt Guy Pearce, der in einer zweiten Storyline einen norwegischen Wissenschaftler spielt, der den Flüchtenden auf den Fersen ist und an – unter andererm – Junes Mutter Experimente durchführte. Der Mann führt nichts Gutes im Schilde, das weiß nicht nur, wer Pearce zuletzt im Westernschocker „Brimstone“ sah.

Die Showrunner Hania Elkington und Simon Duric setzen in ihrer ersten Serie zuvörderst auf Schauspiel, Dialoge, Bilder, nicht auf die genretypischen Effekte. Was einen über die acht Episoden dieser Serie bei der Stange hält sind vor allem ihre beiden Helden, die man nicht mehr aus den Augen lassen möchte. „The Innocents“ ist Romeo und Julia mit Superkraft. Auch und vor allem ein Film für Freunde großer Liebesgeschichten.

Von Matthias Halbig / RND

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