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Fernsehen Kölner „Tatort“: Wettlauf mit der Zeit
Nachrichten Medien Fernsehen Kölner „Tatort“: Wettlauf mit der Zeit
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10:03 04.05.2018
Toter Bräutigam: Die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 3. v. l) und Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth (Joe Bausch, M.) geraten durch das Unfallopfer auf die Spur eines Entführungsfalls. Quelle: Foto: ARD
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Köln

Endlich mal wieder ein „Tatort“, bei dem man nebenbei ganz entspannt bügeln kann. Also ein Film, der einen beim Zuschauen weder besonders aufregt noch wegen seiner hanebüchenen Story empört, sondern ein Film, der einfach nur grundsolide Krimiunterhaltung liefert.

Mit zwei gut aufgelegten Kommissaren, die dann dafür zuständig sind, dass die Fernsehwelt spätestens am Sonntag um 21.45 Uhr wieder in bester Ordnung ist.

Kollateralschaden einer Entführung

Dafür sorgen in diesem speziellen Kölner Fall das „alte Kriminalerehepaar“ Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), die sich bei ihren Ermittlungen plötzlich in einer höchst komplexen Familiengeschichte wiederfinden und dann wirklich erstaunlich lange im Dunkeln tappen.

Genau wie der Zuschauer, der erst kurz vor Ende die Zusammenhänge durchschaut, die zum tragischen Tod zweier junger Menschen geführt haben.

Der Fall mit dem schlichten Titel „Familie“ beginnt mit dem, zynisch gesprochen, Kollateralschaden einer Entführung. Nach einem feucht-fröhlichen Junggesellenabschied stolpert in der Früh der Bräutigam in spe angetrunken nach Hause.

Er findet an der Bushaltestelle in einem Abfalleimer eine Tasche, prall gefüllt mit Geldscheinen, nimmt sie an sich und wird kurz danach beim Überqueren der Straße überfahren – offenbar vorsätzlich. Bei dem Geld, man ahnt es schnell, handelt es sich natürlich um die Summe einer Lösegeldforderung. Und das führt dann die ermittelnden Beamten Schenk und Ballauf zu dem eigentlichen Fall.

Unterhaltsam ist dieser Krimi an den Nebenkriegsschauplätzen

Charlotte Ritter, eine junge Frau, ist nämlich vor knapp einer Woche entführt worden. Und die Täter haben damit gedroht, sie umzubringen, sobald die Polizei eingeschaltet wird. Da ihre Eltern (Nicole Marischka, Harald Schrott) die geforderte Summe, immerhin 500 000 Euro, nicht haben aufbringen können, hat der Großvater (Hansjürgen Hürrig) der Entführten, ein renommierter Wirtschaftsanwalt, das Geld besorgt.

Und danach beginnt der handelsübliche Wettlauf mit der Zeit, um die entführte Charlotte noch rechtzeitig zu finden. Handelsüblich, also recht abgedroschen, sind leider dann oft auch die Dialoge in den zahlreichen Vernehmungsszenen.

Und bis die erzählte Geschichte so richtig in Fahrt kommt, vergeht auch sehr viel Zeit.

Dass der Film dennoch recht unterhaltsam ist, liegt vor allem an seinen netten Nebenkriegsschauplätzen. So hat Freddy Schenk mal wieder mächtig Ärger mit seiner Frau, weil er diesmal den Hochzeitstag vergessen hat. Und seine Versuche, das wieder irgendwie einzurenken, sind durchaus unterhaltsam.

Klamauk wie im Münsteraner „Tatort“

Auch das Geplänkel mit dem neuen, ständig irgendwie essenden Assistenten (Roland Riebeling) der beiden Kommissare ist amüsant, ja auf angenehme Art klamaukig. Ein bisschen Münster, hat sich wohl der Drehbuchautor Christoph Wortberg gesagt, kann in Köln nicht schaden. Schließlich ging es am Rhein zuletzt immer recht bleiern zu.

Aber auch der eigentliche Fall entpuppt sich schließlich als gut verschachtelt konstruiert. Und obwohl der Kreis der Verdächtigen ungewöhnlich klein ist, kommt so tatsächlich die nötige Krimi-Spannung auf. Das liegt vor allem an den familiären Beziehungen des Opfers, die sich als komplizierter erweisen, als es zunächst den Anschein hatte.

Bemerkenswert ist der Blick der Regisseurin für Details

Allen voran ist da Familie Ritter selbst, die so übertrieben auf heile Familienwelt macht, dass das allein schon höchst verdächtig ist. Auch mit dem eher unsympathischen Freund der Entführten (Anton von Lucke) und dessen Mutter (Claudia Geisler-Bading) scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Und dann gibt es noch den großen Unbekannten (Simon Böer), der Charlotte kurz vor ihrem Verschwinden in einer Kneipe „angemacht“ hat.

So wird die anfangs banal dahinplätschernde Geschichte im Lauf der Zeit tatsächlich immer interessanter. Und bemerkenswert ist auch der gute Blick der Regisseurin Christine Hartmann auf kleine Details, für die man schon einmal das Nebenbei-Bügeln unterbrechen sollte.

Von Ernst Corinth/RND

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