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Fernsehen Erster „Tatort“ nach Sommerpause: Deshalb sollten Sie einschalten
Nachrichten Medien Fernsehen Erster „Tatort“ nach Sommerpause: Deshalb sollten Sie einschalten
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18:33 05.08.2018
Begegnung auf der Toilette: Dieser Film wurde mit nur einer Kameraeinstellung gedreht. Quelle: ARD Degeto
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Berlin

 Die neue „Tatort“-Saison beginnt gleich mit einem Sonderfall – im doppelten Sinn des Wortes. Denn der Luzerner Krimi „Die Musik stirbt zuletzt“ wurde komplett in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht, ohne Schnitt und in Echtzeit. Weil die Handlung zugleich an einem einzigen Ort bleibt, entsteht der Eindruck eines Theaterstücks, und das Spiel der Schauspieler wirkt intensiver.

Regie und Drehbuch übernahm der Regisseur Dani Levy („Alles auf Zucker“, „Mein Führer“). Das Erste zeigt ihn am Sonntag um 20.15 Uhr. Die Kamera heftet sich jeweils an eine Figur, die beim Gang durch ein Opernhaus von einer Szene in die nächste führt. Die unruhige Dramaturgie passt zu der Grundstimmung der bis zuletzt spannenden Handlung: Das argentinische Jewish Chamber Orchestra spielt bei der Gala eines alten Mäzens, der eine dunkle Vergangenheit hat. Ausgerechnet die von ihm geförderten Orchestermitglieder wollen ihn auf der Bühne bloßstellen. Doch dann wird ein Klarinettenspieler vergiftet, und der Abend gerät aus den Fugen.

Ermittlungen im Abendkleid: Delia Mayer als Liz Ritschard. Quelle: ARD Degeto

Ermittlerin Liz Ritschard (Delia Mayer) ist privat vor Ort und fühlt sich im lachsfarbenen Abendkleid und ohne Dienstwaffe sichtlich unwohl. Erst allmählich wird klar, dass noch mehr hinter ihrem merkwürdigen Verhalten steht. Der Film erinnert von der Machart an den ebenfalls in Echtzeit gedrehten Bankraubfilm „Victoria“, der 2015 bei der Berlinale ausgezeichnet wurde, wobei diesmal die Atmosphäre im festlichen Konzerthaus ganz anders ist als beim Roadmovie durchs Berliner Nachteben. Ein toller Einstieg in die Saison, für den es sich lohnt, am Sonntag ausnahmsweise einmal nicht an den Badesee zu fahren.

Zuletzt waren experimentelle ARD-Krimis in Kritik geraten. Vieldiskutiert war das Laienspieler-Experiment „Babbeldasch“ von Axel Ranisch. Der Regisseur freut sich auf die aktuelle „Tatort“-Folge.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Als Zuschauer hat man ein anderes Zeitempfinden, wenn nicht geschnitten wird. Die Schauspieler geraten mehr ins Spielen. Das ist Theater mit allen Mitteln des Films.“

Die aktuelle „Tatort“-Saison bringt auch sonst viele Neuerungen, neue Teams und Einsatzorte. Hier lesen Sie mehr.

Von Nina May/RND

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