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Fernsehen Extrageld für die Champions League?
Nachrichten Medien Fernsehen Extrageld für die Champions League?
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18:56 16.05.2017
Mit dem doppelten Oliver ist bald Schluss: ZDF-Moderator Oliver Welke und ZDF-Experte Oliver Kahn in München beim Champions-League-Rückspiel im ZDF zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona 2015. Quelle: dpa
Hannover

Die größte europäische Vereinsmeisterschaft im Fußball nur noch gegen Extrageld? Das wäre ein Novum in der deutschen Sportfernsehgeschichte: Von 2018 an könnten die Spiele der Uefa Champions League (CL) fast vollständig aus dem frei empfangbaren Fernsehen ins Pay-TV abwandern. Europäischen Spitzenfußball mit Quotenhits wie zuletzt Bayern München gegen Real Madrid mit fast zehn Millionen Zuschauern gäbe es dann auch für die deutschen TV-Zuschauer nur noch gegen Extragebühr.

Seit Monaten verhandelt die Uefa mit Fernsehstationen und Rechteagenturen über die Vergabe der TV-Rechte für 2018 bis 2021. Bis zum 3. April mussten alle Interessenten ihre Angebote auf den Tisch legen – sechs Wochen später sollte der Zuschlag eigentlich längst erfolgt sein, doch die Details sind offenbar komplexer als erwartet. „Die Verhandlungen sind kompliziert“, sagte vergangene Woche Uefa-Generalsekretär Theodore Theodoridis.

In Deutschland teilen sich der Bezahlkanal Sky und der Free-TV-Sender ZDF die Champions-League-Rechte bis 2018. Der „Kicker“ und „Bild“ meldeten am Dienstag, dass das ZDF inzwischen ausgestiegen sei und Sky den Zuschlag bekommen solle. Die Schmerzgrenze des ZDF für drei Jahre Champions League liege für sein Free-TV-Paket demnach bei 70 Millionen Euro, 16 Millionen mehr als im laufenden Zeitraum. Für die nächste Runde verlangt die Uefa insgesamt 600 Millionen Euro für alle TV-Rechtepakete zusammen – eine Summe, die nur Sky und die Sportplattform DAZN gemeinsam aufzubringen bereit seien. Sky und DAZN – das zur britischen Perform-Group gehört und seit August 2016 als eine Art „Netflix für Sport“ internationale Partien ins Netz streamt – könnten sich die Berichterstattung künftig aufteilen: Ein Sender zeigt alle deutschen Spiele, einer alle anderen – jeweils gegen Gebühr. Das ZDF ginge leer aus. Ein Finale mit deutscher Beteiligung allerdings muss laut Rundfunkstaatsvertrag im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden (Paragraf 4: „Übertragung von Großereignissen“).

In Mainz dementierte man den Rückzug aus den Verhandlungen

In Mainz dementierte man den Rückzug aus den Verhandlungen umgehend. Es treffe nicht zu, dass das ZDF in der vergangenen Woche ausgestiegen sei, sagte Sendersprecher Alexander Stock. „Das ZDF hat Anfang April ein Angebot abgegeben, das weiter Bestand hat.“

Deutschland ist eines der letzten europäischen Länder, in denen die Champions League zumindest teilweise noch ohne Extrakosten zu sehen ist – mal abgesehen vom Rundfunkbeitrag in Höhe von monatlich 17,50 Euro.

In Großbritannien hatte die Uefa zuletzt mit dem Vermarktungsunternehmen TEAM einen Rekordvertrag abgeschlossen: 1,38 Milliarden Euro zahlt der Pay-TV-Sender BT Sports für drei CL-Spielzeiten.

In Spanien sind 90 Prozent aller CL-Spiele nur im Pay-TV empfangbar, ab dem Halbfinale allerdings müssen die Spiele unverschlüsselt gezeigt werden.

Italiener sehen die komplette Champions League ausschließlich verschlüsselt, ebenso Franzosen.

Ihre Entscheidung hat die Uefa noch nicht bekanntgegeben. Mit Blick auf den deutschen Markt verwies Theodoridis aber auf die Situation in anderen Ländern – ein klarer Hinweis darauf, dass sich auch deutsche Zuschauer darauf einstellen müssen, für die Champions League extra zu bezahlen.

Immer mehr Sport wandert ins Bezahl- und Privatfernsehen ab

Immer mehr Sport wandert ins Bezahl- und Privatfernsehen ab. Gerade erst haben ARD und ZDF die Rechte an den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 verloren. Der US-Konzern Discovery hatte für das exklusive Rechtepaket 1,3 Milliarden Euro an das Internationale Olympische Komitee bezahlt. Von Winterspielen müssen laut IOC 100 Stunden im Free-TV übertragen werden, bei Sommerspielen sind es 200 Stunden. In Deutschland übernimmt dies die Discovery-Tochter Eurosport. Der Sender plant von den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang nicht weniger als „die umfangreichste Berichterstattung der deutschen Olympia-Geschichte“, teilte Eurosport in branchenüblichem Pathos mit. Als Experten verpflichtete man Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen und die dreimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma.

Von der kommenden Bundesliga-Saison an wird Eurosport gegen Bezahlung außerdem 45 Spiele live übertragen – voraussichtlich auf dem Kanal Eurosport 2. Schwerpunkt sind 30 Partien am Freitagabend, die bisher Sky zeigte. Hinzu kommen bei Eurosport fünf Partien zur neuen Sonntagszeit um 13.30 Uhr sowie fünf weitere Spiele am Montagabend. Experte bei Eurosport wird der frühere Nationalspieler Matthias Sammer. Außerdem überträgt der Sender die vier Relegationspartien sowie das Supercup-Finale.

Von Imre Grimm/RND

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