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Fernsehen Eva Löbau über ihren „Tatort“ und den Schwarzwald
Nachrichten Medien Fernsehen Eva Löbau über ihren „Tatort“ und den Schwarzwald
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13:36 21.06.2017
Ermitteln, ohne moralisch zu verurteilen: Hauptkommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau).. Quelle: ARD
Freiburg

Die angehende Freiburger „Tatort“-Darstellerin Eva Löbau spricht im Interview über den Schwarzwald, Harald Schmidt und die Aufregung um den Sonntagskrimi.

In dem aktuellen Kinofilm „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ sind Sie sehr direkt, zum Beispiel, was Ihre sexuellen Vorlieben anbelangt. Nehmen Sie privat ebenfalls kein Blatt vor den Mund?

Weil ich in einer langjährigen Beziehung lebe, musste ich meine Wünsche schon lange nicht mehr Fremden gegenüber äußern. Allgemein bin ich eher ein harmonischer Mensch, außer, ich halte vom Gegenüber nichts. Dann passieren mir Provokationen. Als Schauspielerin bin ich geübt darin, andere Leute genau zu studieren. Und da platzt dann manchmal eine Beobachtung ungefiltert raus.

Der Dreiklang im Titel des Films erinnert an die Deutschlandhymne. Inwiefern ist der Film ein Porträt unseres Landes?

Für mich ist das ein Kunstfilm, keine Dokumentation. Der Film verdichtet und provoziert auf humorvolle Weise, Wahrheiten werden überspitzt ausgedrückt. Zum Beispiel, dass unsere Eigenrotation immer intensiver wird, wir sind auf unsere Befindlichkeiten konzentriert, und zugleich wird Kommunikation immer schwieriger. Und das, obwohl es immer mehr technische Hilfsmittel gibt. Die mehren aber auch die Möglichkeiten des Missverständnisses.

Es wurde neulich darüber debattiert, ob die Cannes-Gewinnerin Diane Kruger Tatort-Kommissarin werde. Wie kommentieren Sie den Umstand, dass die mediale Erregungskurve beim Thema „Tatort“ immer ganz weit ausschlägt?

Das verblüfft mich nach wie vor. Ich habe einmal mit Diane Kruger zusammen in einem amerikanischen Thriller mitgespielt und fand sie sehr professionell, sie hat meine Hochachtung. Ich denke aber nicht, dass sie wirklich Kommissarin wird. Das Zitat war nur eine Nettigkeit von ihr.

Sie haben ja im Theater und im Kino schon viele anspruchsvolle Rollen gespielt. Stört es Sie, dass jetzt alle so ein Aufsehen um den „Tatort“ machen?

Ich kriege das nur phasenweise mit, weil ich mich dann wieder bewusst aus der medialen Welt ausklinke. Aber das ist genau der Grund, weshalb ich lange überlegt habe, diese Rolle anzunehmen. Ich habe nämlich gerne ein Privatleben und zudem Respekt vor dieser öffentlichen Funktion, die dem Schauspieler hier zugesprochen wird. Aber das steht mir ja erst noch richtig bevor.

Können Sie schon verraten, welche Art von Charakter Ihre Kommissarin haben wird?

Sie ist eine unaufgeregte Person, die ihrem Beruf nachgeht ohne moralisch zu verurteilen. Ich habe mich für die Rolle übrigens das erste Mal in meinem Leben mit der Polizeiarbeit auseinandergesetzt. Vorher wusste ich nicht einmal, dass es einen Unterschied zwischen Kriminal- und Schutzpolizei gibt.

Was würden Sie Harald Schmidt gerne sagen, der sein Mitspiel beim Schwarzwälder „Tatort“ wieder abgesagt hat?

Ich habe von Anfang an gedacht: Damit kann er doch keinen Blumentopf gewinnen. Ich denke, er muss sich selbst nichts mehr beweisen. Ich habe ihn nur einmal getroffen, bei einer Pressekonferenz zum „Tatort“ vor zwei Jahren. Da habe ich ihn als angenehmen und geistesgegenwärtigen Menschen wahrgenommen. Mir imponierte, wie professionell er mit der Situation umging, seine mitgebrachten Statements geschickt unterbringen konnte und zugleich ein guter Zuhörer war. Das wollte ich mir abschauen.

Im „Neo Magazin Royale“ sprachen Sie von der Erleichterung, dass die Aufmerksamkeit jetzt nachlasse…

Damit meinte ich die falsche Aufmerksamkeit des Boulevards, dass der Fokus nur darauf liegt, wie sich Harald Schmidt schlägt. Ansonsten habe ich gegen Aufmerksamkeit nichts.

Wie hat sich Ihre Einstellung zum Schwarzwald seit Ihrer Berufung als Freiburger „Tatort“-Kommissarin verändert?

Den kannte ich schon davor ziemlich gut. Ich lebe in Berlin und Karlsruhe und wandere gerne. Ich fahre oft mit der Straßenbahn in den Schwarzwald und bin jedes Mal überrascht, welche Landschaft sich einem da plötzlich auftut. Das war für mich auch ein Grund, die Rolle anzunehmen.

Zur Person

Eva Löbau wurde 1972 in Waiblingen geboren. Nach einem abgebrochenen Philosophiestudium in Berlin besuchte sie das Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Als Theaterdarstellerin arbeitete sie mit Regisseuren wie Sebastian Nübling, Nicolas Stemann und Angela Richter zusammen. Zu ihrer Filmografie gehört eine kleine Rolle in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“. In der neuen „Tatort“-Saison ist Löbau als Kommissarin Franziska Tobler im neuen Schwarzwald-Krimi des SWR neben Hans-Jochen Wagner zu sehen.

Von Nina May/RND

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