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Fernsehen ARD-Doku forscht nach Herrn und Frau Petry
Nachrichten Medien Fernsehen ARD-Doku forscht nach Herrn und Frau Petry
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15:00 25.06.2017
Ihr Ex-Mann nennt ihre Politik „Panikmache“: AfD-Chefin Frauke Petry. Quelle: dpa
Tautenhain

Seit der gemeinsamen Schulzeit in Bergkamen waren sie ein Paar. Sie heirateten, bekamen vier Kinder, zogen 2007 nach Sachsen. Inzwischen aber könnten Sven Petry und seine frühere Frau Frauke emotional und politisch kaum weiter voneinander entfernt sein: liberaler Pfarrer mit kanadischer Freundin im sächsischen Örtchen Tautenhain der eine, AfD-Chefin und bundesweit bekannte Politprovokateurin die andere.

Die gemeinsamen Kinder sind Thema, aber nicht zu sehen

Eine ARD-Doku beleuchtet nun behutsam und ohne jeden Voyeurismus den Entfremdungsprozess zwischen „Herrn und Frau Petry“. Die Autorin Eva Müller begleitet Sven Petry – der eine Streitschrift gegen die Angst geschrieben hat („Fürchtet euch nicht!“) – auf Lesetour und Frauke Petry im Wahlkampf im Ruhrgebiet. Das Ergebnis ist eine dichte, kluge Doku, die den Auslöser für die politische Erweckung der Petrys in ihren Erfahrungen während der Euro-Krise in Sachsen sieht: Abbau, Wegzug, Schließungen überall. Die Schlüsse freilich, die die Ehepartner aus diesen Erlebnissen zogen, waren völlig unterschiedlich. Er nennt ihre rechtspopulistische Rhetorik „Panikmache“. Sie spricht von „Realismus“. Dazwischen: die Kinder, die im Film zwar Thema, aber nicht zu sehen sind.

Geschickt zeigt Müller, wie der Riss in der deutschen Gesellschaft mitten durch die zerbrochene Familie Petry verläuft. Ihre Spurensuche führt zu einsamen Tautenhainern, deren Kinder auf Montage und deren Ängste diffus sind. Sie alle teilen Frust, tiefe Verunsicherung und das Gefühl, kein Gehör zu finden.

Von Imre Grimm/RND

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