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Medien Echo verliert ersten Sponsor
Nachrichten Medien Echo verliert ersten Sponsor
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19:31 18.04.2018
Umstrittene Gewinner: Die Rapper Kollegah (r.) und Farid Ban. Quelle: AP
Berlin

Ein erster Sponsor springt ab, ein anderer prüft sein Engagement, immer mehr Preisträger distanzieren sich, und hinter den Kulissen brodelt es weiter: Der Eklat um den Musikpreis Echo zieht immer größere Kreise.

Der Saft-Hersteller Voelkel kündigte am Mittwoch seinen Rückzug als Sponsor des Musikpreises an. Die Preisträger Kollegah und Farid Bang zögen in einem prämierten Song „auf beschämende Weise Vergleiche zu Opfern des Holocausts“.

Kauder: „Man sollte diesen Preis abschaffen“

Der Autohersteller Skoda, der Stars und Gala-Gäste in 75 Fahrzeugen fuhr, erwartet derweil „eine rasche und eindeutige Aufarbeitung durch den Veranstalter“, wie ein Sprecher mitteilte. „Sollte uns das Ergebnis nicht überzeugen, werden wir den bestehenden Sponsorvertrag bei diesem Event auf jeden Fall nicht fortführen.“

Unions-Fraktionschef Kauder kritisierte im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ (Donnerstag) die deutsche Musikindustrie scharf. „Schon die Echo-Preisverleihung an diese Rapper war eine unfassbare Fehlentscheidung, die jede historische Sensibilität vermissen ließ.

Angesichts des wachsenden Antisemitismus hätte der Preis nie an Künstler gehen dürfen, die mit dem Holocaust in ihren Texten spielen und offensichtlich auch völlig uneinsichtig sind.“ Kauder sagte: „Man sollte diesen Preis abschaffen.“

Plattenfirma verteidigt umstrittenes Album

Die Plattenfirma BMG stellte sich jedoch hinter das umstrittene Album: „Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht“, teilte die Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann am Mittwoch auf Anfrage in Berlin mit.

Ohne Zweifel hätten manche Zeilen des Rap-Albums viele Menschen tief verletzt. Auf der anderen Seite seien viele Menschen nicht so sehr verletzt worden, so dass das Album vergangenes Jahr eines der meistverkauften in Deutschland gewesen sei. Die Rapper hätten betont, dass sie weder rassistisch noch antisemitisch seien, und ihr Bedauern über verletzte Gefühle ausgedrückt.

Das Album sei auch nicht indiziert worden. Der Ethikbeirat des Musikpreises habe es zur Verleihung zugelassen. „Wir bekräftigen unsere Verpflichtung zur künstlerischen Freiheit, so lange sich die Künstler an das Gesetz halten“, so BMG.

Das Rap-Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ enthält Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‚nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow“. Dass diese Musik beim Echo preiswürdig war, hatte heftige Kritik ausgelöst. Ob das Album wie vorherige aus Jugendschutzgründen auf den Index kommt, ist nach Angaben der Bundesprüfstelle in Bonn noch offen. Eine Entscheidung wird Ende Juni erwartet.

Verantwortliche gestehen Fehler ein

Der Bundesverband Musikindustrie hat den Preis für das Rap-Album mittlerweile als Fehler bezeichnet und will die als kommerziell kritisierte Verleihung überarbeiten.

Nach dem Deutschen Kulturrat kündigte am Mittwoch auch der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, seinen Austritt aus dem Echo-Beirat an. Die Entscheidung des Gremiums, das umstrittene Album nicht aus dem Echo-Rennen zu nehmen, sei ein Fehler gewesen.

Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte, die Einsicht des Bundesverbands Musikindustrie sei zögerlich und spät gekommen, „aber sie kam und lässt hoffen, dass eine glaubhafte Umkehr in Denken und Handeln zu erwarten ist“. Knobloch weiter: „Hut ab vor dem Mut der Preisträger, die diesen Preis nicht mehr mittragen wollen!“

Von RND/dpa/sag

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