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Medien Darsteller mit rechtem Hintergrund bei „Leben.Lieben.Leipzig“?
Nachrichten Medien Darsteller mit rechtem Hintergrund bei „Leben.Lieben.Leipzig“?
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13:03 21.11.2018
Die Darsteller der neuen RTL2-Soap „Leben.Lieben.Leipzig". Quelle: RTL II
Leipzig

Die RTL II-Soap „Leben.Lieben.Leipzig“ will eigentlich leichte Unterhaltung über das Nacht- und Partyleben junger Leipziger sein. Politische Inhalte sucht man bestenfalls mit der Lupe. Nun macht die Serie aber erneut Schlagzeilen – und diesmal ausgerechnet politische.

Grund des Eklats: Nebendarsteller Normann Jendrejczk, der ab der ersten Folge als Schutzgelderpresser Ronny auftritt, soll Kontakte in die rechte Szene haben. Das behauptet das Ladenschlussbündnis Leipzig in einer Pressemitteilung. Die antifaschistische Vereinigung übt darin scharfe Kritik am Sender und an der Produktionsfirma.

Kleindarsteller nahm an „Imperium Fighting Championship“ teil

Jendrejczk, der bereits bei „Köln 50667“ auftrat, soll demnach im Rahmen der „Imperium Fighting Championship“ als Kampfsportler in Erscheinung getreten sein. „Dieses Kampfsport-Event wurde bisher fünfmal in Leipzig ausgetragen und ist eine Nachfolgeveranstaltung von ‚Sachsen kämpft‘, das 2012 und 2013 in Schildau stattfand und welches selbst vom Landesgeheimdienst als Neonazi-Veranstaltung klassifiziert wurde“, schreibt das Bündnis.

Die „Imperium Fighting Championship” werde von Mitgliedern des „Imperium Fight Teams“ organisiert, „in dem auch Neonazi-Schläger kämpfen“. Drei Teammitglieder sollen bei den Ausschreitungen in Connewitz Anfang 2016 beteiligt gewesen sein. „Auch im gewaltbereiten rechten Mob Ende August 2018 in Chemnitz waren Mitglieder dieses Fight-Teams präsent“, so das Bündnis.

Deren Sprecherin Theresa Grün attestiert dem Sender und der Produktionsfirma, sich damit „aktiv an der Normalisierung neonazistischer Umtriebe“ zu beteiligen. Auch die Leipziger Linken-Abgeordnete Juliane Nagel schrieb auf Twitter, dass Jendrejczk als Kampfsportler „mit dem rechtslastigen Imperium Fight Team verbandelt“ sei. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) sagte sie später, dass er zwar nicht zum festen Kern des Teams gehöre, aber schon dafür angetreten sei.

Jendrejczk und Sender weisen Vorwürfe zurück

Gegenüber LVZ.de räumte der 44-Jährige ein, vor einigen Jahren bei einer Imperium-Veranstaltung gekämpft zu haben, betonte aber, dass er dort kein Mitglied sei. Die Vorwürfe des Ladenschlussbündnisses bezeichnete er als „Blödsinn. Ich war politisch noch nie in irgendwelche Richtungen aktiv, weder rechts noch links.“ Er sei zwölf Jahre lang Bundeswehrausbilder gewesen, nun arbeite er in einer Sicherheitsfirma und dort auch mit vielen nicht-deutschen Kollegen zusammen. Gemeinsam sorge man unter anderem jährlich für die Sicherheit bei einem kurdischen Fest in Dessau. Rechte Umtriebe „kann ich mir da gar nicht erlauben“.

Ein Sendersprecher wies die Vorwürfe des Ladenschlussbündnisses gegenüber LVZ.de „entschieden zurück. RTL II steht für Vielfalt und Toleranz. Extremistische Anschauungen und Handlungen, egal welcher Motivation, sind zu keinem Zeitpunkt und in keiner Weise akzeptabel. Dies gilt für beide Seiten des politischen Spektrums.“

Grundsätzlich würden ausführende Produktionsfirmen zu größtmöglicher Sorgfalt verpflichtet, „sowohl in der Vorbereitung und Recherche als auch bei der Ausführung der Produktion am Drehort. Seitens des Produzenten wurde uns versichert, man habe bei der Produktion zu keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten wahrgenommen, weder die Bar noch den Nebendarsteller betreffend.“

Bündnis übt auch Kritik am Drehort

Letztere Äußerung bezieht sich auf die Tabledance Lounge Metropolis, in der sich eine Vielzahl der Szenen von „Leben.Lieben.Leipzig“ abspielt: Sie ist die Go-Go-Bar von Protagonist Dennis Nowotny. Laut Ladenschlussbündnis war das Etablissement in der Fleischergasse 4 über Jahre hinweg Geschäftssitz einer Sicherheitsfirma, „deren Geschäftsführer Tatverdächtiger im Verfahren wegen des Neonazi-Angriffs in Leipzig-Connewitz ist“. Zudem habe das Metropolis die „Imperium Fighting championship“ gesponsert und „ im Rahmen der Legida-Aufmärsche des Öfteren als Treffpunkt rechter gewaltbereiter Personen“ fungiert.

Jendrejczk dürfte den Zuschauern der ersten Folge nicht nur durch seine Statur aufgefallen sein, sondern vor allem, weil der Sender mehrere Teile seiner Bekleidung großflächig unkenntlich gemacht hatte. Twitter-Nutzer machten darauf aufmerksam, dass Jendrejczk einen Pullover von „Natural Body Power“ (NBP) trug - eine Marke, die auch Kleidungsstücke mit der Beschriftung „Nationalstolz ist kein Verbrechen“ verkauft.

Gegenüber LVZ.de bestätigte der 44-Jährige, dass das Kleidungsstück von ihm stamme, das „Nationalstolz“-T-Shirt aber besitze er nicht. Bereits einen Monat vor den Dreharbeiten musste er dem Produktionsteam Fotos vorlegen, auf denen er den Pullover trug. NBP sponsere ihn, entsprechend wollte er mit seinem Auftritt in der Sendung Werbung machen. „Das wurde so genehmigt.“ Die Marke sei in der Kampfsportszene bekannt, auch Boxer Robert Stieglitz würde sie tragen. Die Verpixelung habe ihn selbst überrascht und verwirrt. Auch deshalb, weil der gleiche Pullover in der Folge, die am heutigen Mittwoch läuft, unverpixelt zu sehen sei. Zu diesem Sachverhalt machte der Sendersprecher keine konkreten Angaben. „Wir werden den Sachverhalt aber nochmals prüfen“, hieß es.

Von RND /LVZ / Christian Neffe

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