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06:30 21.10.2018
In Zeiten knapper Kassen muss man sich alle Möglichkeiten offenhalten. Warum also nicht einfach die Nordsee privatisieren? Quelle: iStock
Hannover

Die Nordsee wechselt den Besitzer. Wie wäre das? Sind wir bald so weit, dass die Nordsee in Zeiten knapper Kassen privatisiert wird? Wie ein Fußballstadion?

Kann man sie einfach kaufen, wenn der Preis stimmt? Ein russischer Oligarch, der in St. Peterordingsburg residiert, oder ein Scheich, der Syltan von Nordfriesland wird?

Vielleicht sichert sich ein finanzkräftiger Sponsor auch die Namensrechte an der Nordsee, wenn er verspricht, den Plastikmüll aus dem Wasser zu holen. Eine Kreditkartenfirma (Barclaycard-Nordsee), ein Elektronikhersteller (Sonyordsee) oder gleich BASF-Nordsee (Baden-Angeln-Surfen-Feiern, hohes Glaubwürdigkeitspotenzial). Oder Aldi Nordsee. Und Aldi Südsee.

Oberwasser statt Nordsee

Vielleicht nennt der neue Besitzer der Nordsee die Nordsee gar nicht mehr Nordsee, sondern einfach Oberwasser. Volvic-Oberwasser, das macht marketingmäßig Sinn, wenn man gleichzeitig Schlick abfüllt und als vitalisierendes Naturprodukt ins Regal stellt.

Und wenn ihm die Inseln auch gehören, haben wir dann bald Toshibaltrum? Marlborkum? W-Langeoog? Und kauft er die Ostsee gleich mit, nachdem Schleswig-Holstein klimaerwärmt versunken ist und als Nordatlantis in die Geschichte eingeht („Immer eine Handbreit Wasser unter Kiel“).

Nicht mehr Fisch

Wenn Nordsee, also das Nordsee, also das Wir-sind-Fisch-Nordsee, die Ostsee kaufen würde und dann namentlich zu Nordostsee werden würde („Wir sind See“), wäre dann die Nordsee, also die andere, nicht mehr Fisch? Und kommt ein dicker Schlachter, der sich „Wir sind Fleisch“ nennt, der Wirklichkeit nicht viel näher?

Wir-sind-Fisch-Nordsee ist jetzt in der Hand eines Finanzdienstleisters aus dem Aalpenland Schweiz („Wir sind Berg“), der Heimat von Steinbutt, Matjeshorn und Max Fisch. Darauf ein Lachs-Ei-Brötchen.

Von Uwe Janssen

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