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Kultur Wie sich Horst Seehofer über die Sprachpolizei aufregt und dabei selbst entlarvt
Nachrichten Kultur Wie sich Horst Seehofer über die Sprachpolizei aufregt und dabei selbst entlarvt
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00:17 10.08.2018
Horst Seehofer (CSU) beim ARD-Sommerinterview im Gespräch mit Thomas Baumann. Quelle: Foto: ARD
Berlin

Er ist noch gar nicht bei Twitter, aber den Jargon von Internettrolls beherrscht Innenminister Horst Seehofer bereits: Im ARD-Sommerinterview sieht er sich und seine CSU-Kollegen von einer „Sprachpolizei“ verfolgt. In den sozialen Netzwerken wird diese immer dann beschworen, wenn jemand rhetorische Entgleisungen nicht unkommentiert stehen lässt und an den gesunden Menschenverstand oder auch die Menschenwürde appelliert.

Es ist deshalb entlarvend, wenn nun ein Minister diesen Begriff verwendet, um den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu verteidigen. Der war wiederum für seine Wortwahl scharf kritisiert worden, als er im Juni forderte, „Asyltourismus“ müsse gestoppt werden. Zwar ist Söder zwischenzeitlich zurückgerudert, doch Beispiele von „Anti-Abschiebe-Industrie“ bis zur „Vogelschiss“-Debatte zeugen von einer Verrohung der politischen Sprache.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat deshalb jüngst eine „Disziplin der Sprache“ in der Asyldebatte angemahnt. Diese Sprachpflege mit dem Terminus der Sprachpolizei als staatlichen Übergriff zu geißeln ist in etwa so verquer, wie den Medien Fake News zu unterstellen.

Der Begriff geht übrigens zurück auf den Allgemeinen deutschen Sprachverein, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Fremdwortgebrauch bekämpfte und sich für Eindeutschungen starkmachte. Wenn all die Internettrolls und Horst Seehofer wüssten, auf wen sie sich da berufen.

Von Nina May/RND

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