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Kultur Spike Lee über seinen Film BlacKkKlansman
Nachrichten Kultur Spike Lee über seinen Film BlacKkKlansman
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11:03 22.08.2018
Spike Lee mit seinem Hauptdarsteller John David Washington aus dem Film „Blackkklansman“. Quelle: Foto: Universal

Mr. Lee, haben Sie schon jemals versucht, einen unpolitischen Film zu drehen?

Wenn Sie in Amerika leben und Afroamerikaner sind, dann kommen Sie um Politisches nicht herum. Der Hass gegen Schwarze ist unausrottbar, und von dem erzähle ich auch jetzt. „BlacKkKlansman“ ist eine Komödie, aber politisch ist der Film zweifellos: Er handelt davon, wie ein schwarzer Polizist den Ku Klux Klan in den siebziger Jahren unterwandert hat. Hört sich unglaublich an, ist aber eine wahre Begebenheit.

Klingt erst mal nach einer ziemlich abgeschlossenen Geschichte.

Wir hoffen, dass das Publikum die aktuelle und auch die globale Dimension dahinter erkennt. Der Aufstieg der Rechten zeigt sich nicht nur an Donald Trump im Weißen Haus. Mag zwar sein, dass Amerika auch mit Trump „First“ war, aber ähnliches passiert gerade überall auf der Welt, auch in Europa.

In Ihrer Komödie finden sich auch Dokumentaufnahmen von den Aufmärschen in Charlottesville 2017: Wie sind die in eine Komödie über die Siebziger geraten?

Wir waren mit „BlacKkKlansman“ schon in der Postproduktion, als die Rechten in Charlottesville aufmarschierten. In diesem Moment haben sich diese rechtsextremistischen Gruppierungen gewissermaßen selbst ins Drehbuch geschrieben - genau wie Donald Trump mit seiner Reaktion, als er sich nicht eindeutig von ihnen distanzieren mochte. So wurde der US-Präsident zu einem willkommenen Mitarbeiter bei unserer Komödie.

Woher stammt der nun wieder so sehr grassierende Hass der Rechten in den USA?

Wenn ich Ihnen diese Frage beantworten könnte, hätte ich das schon in meinem Film „Do The Right Thing“ vor bald 30 Jahren getan, der von verlogenen Gleichheitsphrasen in den USA erzählte.

Sie haben gar keine Erklärung?

Ich weiß nur so viel: Wenn Sie in der Geschichte zurückblicken, haben Menschen immer schon einen Sündenbock gesucht. Irgendjemand wurde für die eigene Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht oder auch für die eigene finanzielle Misere. Das konnte und das kann jeden erwischen.

In Ihrem Film attackiert der Ku Klux Klan nicht nur die Schwarzen, sondern ebenso ...

... die Juden, stimmt, denn die hasst der Klu-Klux-Klan ebenso, so wie er alle Minderheiten hasst. Anfang der Sechziger hatte sich eine Gegenallianz gebildet: Afroamerikaner und Juden hatten sich in der Bürgerrechtsbewegung zusammengeschlossen.

Wenn Barack Obama noch im Weißen Haus residieren würde: Wäre dies dann ein anderer Film geworden?

Es bringt nichts, eine Frage mit einem „Wenn“ zu beginnen. Barack Obama hatte zwei Amtszeiten in der Regierung, er hatte also acht Jahre Zeit. Deshalb gibt es hier kein „Wenn“: Obama ist nun mal nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Spüren Sie in den USA einen wachsenden Widerstand gegen Donald Trump?

Die jungen Leute sind wütend, schauen Sie sich die Demonstrationen von Parkland nach der Schulschießerei an. Sie marschieren gegen die Waffengewalt, und sie haben meine volle Sympathie.

Wie sind Sie auf John David Washington als Hauptdarsteller gekommen?

Mit seinem Vater Denzel Washington habe ich schon oft zusammengearbeitet, er war 1992 mein Hauptdarsteller in „Malcolm X“. John David kenne ich, seit er ein Baby ist. Übrigens war er als Achtjähriger schon in „Malcolm X“ dabei und hatte ein ganz klein bisschen Text.

Zur Person

Spike Lee hat ein Lebensthema als Filmemacher: der Kampf gegen Rassismus: Der Sohn einer Lehrerin und und eines Jazzmusikers wurde 1957 in Atlanta, Georgia, geboren. Seit den achtziger Jahren gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter des gesellschaftskritischen schwarzen Films in den USA. Zu seinen Werken gehören „She`s Gotta Have It“ (1986), „Do The Right Thing“ (1988), „Malcolm X“ (1992) und „Chi-Raq“ (2015). Seine Komödie „BlacKkKlansman“ über einen schwarzen Polizisten, der sich beim Ku Klux Klan einschleicht, startet am 23. August in den deutschen Kinos.

Von Stefan Stosch/RND

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