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Kultur Rammstein geht 2019 auf Tour – Online-Ticketstelle zusammengebrochen
Nachrichten Kultur Rammstein geht 2019 auf Tour – Online-Ticketstelle zusammengebrochen
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16:58 08.11.2018
Musik wie aus dem Stahlwerk: Rammstein haben es mit ihrem klirrenden Industriemetal zu einer der weltweit bekanntesten deutschen Bands gebracht. Quelle: imago/ZUMA Press
Berlin

Erst vor einer Woche hat Rammstein mit Sänger Till Lindemann die Europa-Tournee 2019 bekannt gegeben – am Donnerstag, 8. November, sollte der Vorverkauf ab 10 Uhr starten. Doch der große Run auf die Tickets hat die Webseite zum Zusammenbruch gebracht – und viele Fans konnten sich noch kein Ticket sichern.

Wer bei der Ticketseite Eventim kurz nach 10 Uhr ein Ticket kaufen wollte, musste sich erst einmal in Geduld üben – auf der Webseite war nur ein Wartebildschirm zu sehen. Quelle: screenshot/eventim

Denn statt zu der Ticketstelle weitergeleitet zu werden, musste sich ein Nutzer erst einmal mit einem Wartebildschirm begnügen. Einige Rammstein-Fans äußern ihren Unmut zur technischen Panne auf Twitter.

Ein Nutzer muss erst einmal 30 Sekunden warten, danach lädt sich die Seite neu – häufig nur, um noch einmal den Wartebereich anzuzeigen. Wer es geschafft hat, zum Ticketportal zu gelangen, musste sich wieder gedulden. Laut Fans heißt es dann: „Wir haben noch kein Ticket für Sie reservieren können“. Und: „Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, werden Sie automatisch weitergeleitet. Sollte die Prüfung länger als die angegebene Zeit dauern, informieren wir Sie erneut.“

Das sind die Rammstein-Tourdaten für die Europatour 2019

Die Tourdaten sind raus: Im Frühjahr 2019 kommen die Berliner Meister der Neuen Deutschen Härte für 27 Konzerte auf Tournee durch Europa. Das 1994 in Berlin gegründete Sextett beginnt ihre erste Stadiontour am 27. und 28. Mai in der Gelsenkirchener Veltins-Arena.

Rammstein Tour 2019: 27 Konzerte in Europa, Kartenvorverkauf ab 8. November

Weitere Tourdaten:

– Barcelona (1. Juni)

– Bern (5. Juni)

– München (8. Juni)

– Dresden (12. und 13. Juni)

– Rostock (16. Juni)

– Kopenhagen (19. Juni)

– Berlin (22. Juni)

– Rotterdam (25. Juni)

– Paris (28. Juni)

– Hannover (2. Juli)

– Milton Keynes (6. Juli)

– Brüssel (10. Juli)

– Frankfurt (13. Juli)

– Prag (16. und 17. Juli)

– Luxemburg (20. Juli)

– Chorzow (24. Juli)

– Moskau (29. Juli)

– St. Petersburg (2. August),

– Riga (6. August)

– Tampere/Finnland (10. August)

– Stockholm (14. August)

– Oslo (18. August)

– Wien (22. August).

Schon am Tag zuvor waren in verschiedenen Städten große Projektionen mit dem Rammstein-Logo zu sehen gewesen, die als Vorboten einer Tourankündigung gedeutet wurden. Mancherorts hatten Plakatierer schon einen Tag zu früh Plakatwände und Litfaßsäulen beklebt.

Rammstein-Tickets sind personalisiert

Der Kartenvorverkauf beginnt am Donnerstag, 8. November exklusiv bei eventim.de. Tickets kosten zwischen 55 und 105 Euro. Bei allen anderen, nicht legitimierten Ticketanbietern, die Rammstein-Tickets zum Kauf anbieten, handelt es sich um nicht autorisierte Händler. Rammstein-Tickets, die von nicht autorisierten Händlern erworben werden, berechtigen nicht zum Eintritt. Mitglieder des Rammstein-Fanclubs „LIFAD“ hatten die Möglichkeit, schon ab Montag, 5. November, 10 Uhr bis Mittwoch, 7. November, 10 Uhr Karten zu erwerben.

Alle Tickets für die anstehenden Rammstein-Konzerte werden ausschließlich personalisiert verkauft. „Personalisiert“ bedeutet, dass jedes Ticket an die Person gebunden ist, die namentlich auf dem Ticket erwähnt ist. Sie ist Inhaber des Besuchsrechts, und nur sie erhält Zutritt zur Veranstaltung. Jede Weitergabe der Rammstein-Tickets ist untersagt. Pro Kunde können maximal sechs Tickets pro Show erworben werden.

Bei Rammstein-Konzerten steht keiner still

Rammstein haben einen besonderen Ruf. Sie liefern verlässlich Skandalrock mit grimmigen und/oder provokativen Texten. Immer wieder gerieten sie ob ihrer Videos und Bühnenkulissen wegen vermeintlichem Liebäugelns mit faschistoider Ästhetik in Verruf. Letzteres haben sie stets von sich gewiesen mit einer „Ooch, echt, haben wir gar nicht gemerkt“-Haltung. Und schon 2001 skandierte Sänger Till Lindemann auf Konzerten das Ende des Rechtsverdachts: „Das Herrz schlägt LINKS, zwo, drrrei, vierrr!“ und coverte mit der Vorband Clawfinger Songs der Ramones. Drei der Bandmitglieder stammen aus Punkrockbands des deutschen Ostens.

Immer höllisch laut und höllisch intensiv. Keiner steht still bei Rammstein-Konzerten. Die Fans am Rande der Arenen tanzen für gewöhnlich in friedlicher Vollekstase ihren Pogo, vor der Bühne aber ist die Masse ein einziges wogendes Wesen, aneinander geschweißte Hingabe.„Tanzmetal“ nennt die Band denn auch selbst ihren klirrenden Sound. Und über die volle Konzertlänge feuert und flammt dazu fettes Rocktheater, eine Lichtshow, die umhaut, die für gewöhnlich fast alles schlägt, was sonst so unterwegs ist im Rock.

Das neue Rammstein-Album soll im Frühjahr kommen

Ein neues Album soll im Frühjahr kommen. Mehr Information gibt es dazu bislang nicht. Das letzte Studiowerk ist lange her. Auf „Liebe ist für alle da“ entdeckten Rammstein 2009 Gefühlsfinsternisse und machten ihrem Image als Skandal-Nudeln des Deutschrock alle Ehre. Sie nannten die erste Single damals „Pussy“, erzählten uns – als wären sie Rapper – harte Sachen über Weichteile (“you’ve got a pussy, I have a dick-ah!, so what’s the problem, let’s do it quick“) und besangen den Beischlaf eingedenk der über sie immer wieder geäußerten großgermanischen Verdächtigungen als „Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr“.

Martialisch, düster und im Feuerschein: Rammstein ist für die ausgereifte, durch-orchestrierte und sorgfältig komponierte Bühnenshow bekannt.

„Liebe ist für alle da“ war ein Elf-Song-Kompendium des aufdringlich Unmoralischen von (in den meisten Fällen) jener auffälligen Humorlosigkeit, in der viele die besondere Rammstein-Spielart von Humor zu entdecken wähnen. Was zuvörderst an Till Lindemanns theatralischem Donnergesang liegt, der Rammsteinschen „Tschörrman“-Language mit ihren prasselnden Zischlauten und einem „r“, das rollt wie ein mit einem einzigen Ratsch abgewickelter Rollladen.

Sogar Volksmusikbarde Heino covert inzwischen Rammstein-Songs

Es gab auf „Liebe“ interessantere Songs als „Pussy“: Das galoppierende „Waidmannsheil“ beispielsweise oder das sacht an Brecht/Weills „Mäckie Messer“ angelehnte „Haifisch“ waren uneindeutiger, in „Frühling in Paris“ entdeckt ein Teutone die Wonnen der Fellatio und hält sich dabei in der Wortwahl angenehm bedeckt. Man darf gespannt sein, was die Band, die 1995 mit der Songzeile „„Rrrrrrrrammmmschtein, ein Mensch brrrrrrrrrrennnt!“ erstes Aufsehen erregte, diesmal an Liedgut bereitstellt.

Rammstein haben bislang rund 20 Millionen Tonträger verkauft. Sie zählen zu den wenigen weltweit bekannten deutschen Bands. Generationenübergreifend sind sie auch. Ihr Hit „Sonne“ wurde 2013 sogar von Bergvagabund Heino gecovert. Der das „r“ genauso teutonisch rollt wie Lindemann.

Von Matthias Halbig/RND

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