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Kultur Nach Echo-Skandal: Album „JBG 3“ von Kollegah und Farid Bang auf Jugendschutzliste
Nachrichten Kultur Nach Echo-Skandal: Album „JBG 3“ von Kollegah und Farid Bang auf Jugendschutzliste
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11:24 07.09.2018
Die Gangster-Rapper Kollegah (links) und Farid Bang standen bei der letzten Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo auf der Bühne. Das Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ der beiden ist von der Bundesprüfstelle auf die Liste der jugendgefährdenden Medien genommen worden. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Bonn

Das Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ der Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang ist von der Bundesprüfstelle auf die Liste der jugendgefährdenden Medien genommen worden. Das sei am Donnerstag in mündlicher Verhandlung entschieden worden, teilte die Prüfstelle mit. Die Entscheidung soll Ende September in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt gelten umfangreiche Vertriebs- und Werbeverbote. Zu den Gründen will sich die Bundesprüfstelle erst Ende September äußern. Eine Diskussion um die Texte der beiden Künstler, die im Frühjahr einen Echo erhielten, führten zu Abschaffung des Musikpreises.

Die Texte von Farid Bang und Kollegah haben bereits im Mai die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Sie wurden wegen ihrer Textzeile angezeigt, das Verfahren wurde dann aber im Juni wieder eingestellt. Zwar seien die Liedtexte voller vulgärer, menschen- und frauenverachtender Gewalt- und Sexfantasien, heißt es in der Entscheidung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Weil sie aber damit dem Genre „Gangsta-Rap“ gerecht werden, sei dies nicht strafbar. Denn auch für diese Musikrichtung gelte die in der Verfassung verankerte Kunstfreiheit.

Mit neuem Song rechnen Kollegah und Farid Bang mit Echo-Jury ab

Das Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ war Ende 2017 erschienen und stieg auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein. Insgesamt hielt es sich 33 Wochen lang in den Charts. In einem neuen Musikvideo wehren sich Kollegah und Farid Bang gegen die Verurteilungen nach der Preisverleihung. Kollegah und Farid Bang legen dort kraftstrotzenden Trotz statt Einsicht an den Tag: „,Ihr könnt kommen‘, meint das Echo-Jury-Team, doch haltet den Ball dafür flach, wie bei Flat-Earth-Theorien‘“, rappt Kollegah. Von Einsicht ist keine Spur: „Und heute wollen sie in diesen Zeilen Hass erkennen, doch ich schreibe weiter Lines und lasse sie brennen. Scheiß drauf, was die Masse denkt.“

Die beiden Musiker hatten im Frühjahr für einen Eklat gesorgt, als sie für das Album trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Echo-Musikpreis ausgezeichnet wurden. Die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ hatte die Debatte angestoßen. Schon bei der Preisverleihung sagte Tote-Hosen-Sänger Campino, dass Provokation als Stilmittel zwar legitim sei, aber es auch Grenzen gebe. Und diese sei bei Sexismus, Homphobie oder Antisemitismus überschritten.

Nach und nach gaben etliche Künstler aus Protest ihren Echo-Preis zurück, so auch Marius Müller-Westernhagen. Schlussendlich wurde der Musikpreis abgeschafft. Die Klassik-Sparte hat inzwischen einen neuen Echo-Ersatz geschaffen: den Opus.

Von RND / goe / dpa

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