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Kultur Musik liegt in der Luft (VI)
Nachrichten Kultur Musik liegt in der Luft (VI)
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09:32 12.08.2018
Eine der großen Gefahren der Elektromobilität: Die Autos sind so leise, dass man sie nicht kommen hört. Abhilfe bietet in diesem Fall der Bassantrieb. Quelle: Fotolia
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Hannover

Da, hinter der Ecke. Ist es ein kleines, verzweifeltes Gewitter, das seine Mutter verloren hat? Godzilla auf Deutschland-Tournee? Oder die Kandidaten der RTL-2-Abspeckserie “Extrem schwer“ beim morgendlichen Dauerlauf?

Alles falsch. Es ist ein VW Polo. In ihm befinden sich ein Fahrer, ein Mitfahrer, ein Kool-Savas-Song und der ersten akustischen Einschätzung nach das komplette Soundsystem des Metal-Festivals von Wacken. Ob sich auch ein Motor oder ein anderes Antriebssystem in dem VW Polo befinden, bleibt während der gesamten Vorbeifahrt unklar.

Ein Motorengeräusch ist wegen Kool Savas und Wacken nicht zu hören, und es scheint nicht unmöglich, dass das Auto statt von Sprit einfach von Bass angetrieben wird. Zumal die beiden jungen Männer im Auto diese umweltfreundliche Form der Fortbewegung durch ein synchrones Ganzkörpernicken unterstützen.

Eine Großfamilie Lautsprecher

Von den Häuserwänden hallt der Schall wider, vermutlich haben zwei Kollegas von Kool Savas deshalb einen Preis namens Echo bekommen.

Wohin mögen die beiden wohl fahren? Zum Bass-Nasen-Ohrenarzt? In die Boxengasse? Oder zur Schrauberwerkstatt ihres Vertrauens, noch ein bisschen an den Höhen feilen? Einkaufen fahren sie sicher nicht, hinten und im Kofferraum sitzt eine Großfamilie Lautsprecher, die man wegen der abgedunkelten Scheiben aber nicht sehen kann.

Vielleicht hüpfen sie auch einfach nur um den Block, aber es gibt keine Eisdiele hier, nicht mal ein Nagelstudio, und mit einem VW Polo vor einem Immobilienmaklerbüro auf- und abzucruisen, ist noch nicht trendy, nicht mal in Berlin.

Frauenbelegene Motorhauben

Eine Verständigung zwischen beiden ist verbal unmöglich. Vielleicht beherrschen sie die Gebärdensprache.

Vielleicht ist das, was wir Unwissenden für Rappergefuchtel halten, wenn sie in ihren Musikvideos durch Hochhausschluchten laufen oder vor frauenbelegenen Autohauben stehen, vielleicht ist das gar kein Rappergefuchtel, sondern offizielle Fahrgastraumsprache, die sogenannte Carmunication. Wegen Kool Savas und so.

Langsam rollt der Donner vorbei und entfernt sich. Godzilla wäre auch nicht eindrucksvoller gewesen.

Von Uwe Janssen

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