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Kultur Die Fantasy-Autorin Ursula Le Guin ist tot
Nachrichten Kultur Die Fantasy-Autorin Ursula Le Guin ist tot
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21:23 24.01.2018
Die Autorin Ursula Le Guin im Jahr  1972. Quelle: AP
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Hogwarts

 Ein aufstrebender Zauberer namens Ged wird von einem Schatten verfolgt, der bei einem magischen Turnier freigesetzt wurde. Während seiner Abenteuerreisen versucht Ged, sich von diesem Schatten zu befreien. Bis er ihn am Ende als ein Teil seiner selbst akzeptiert und nicht mehr von ihm behelligt wird: Ursula K. Le Guins Romanreihe um den „Magier der Erdsee“ ist der Inbegriff eines Fantasyklassikers mit psychologischem Tiefgang. Generationen von Literaturstudenten in Großbrittanien, wo man die Phantastik ernster nimmt als hierzulande, haben sich in ihr Werk vertieft. Nun ist die US-Schriftstellerin im Alter von 88 Jahre in ihrem Haus in Portland an der Westküste der USA gestorben.

„Eine literarische Ikone“ sei gegangen, schrieb Horror-Großmeister Stephen King auf Twitter. Friedenspreisträgerin Margaret Atwood („Der Report der Magd“) rühmte Le Guins „ungeheure Vorstellungskraft“ und ihren „starken und messerscharfen Verstand“. Der britische Science-Fiction-Autor Neil Gaiman, bekannt für seine Arbeit mit Altmeister Terry Pratchett, postete ein Video mit ihr und schrieb: „Ich vermisse sie als die tiefgründigste und schlaueste aller Autoren.“

Lange vor Harry Potter ließ sie schon einen Zauberlehrling gegen das Böse kämpfen. Sie erschuf eigene Welten, verfasste mehr als 20 Romane, darunter „Die linke Hand der Dunkelheit“ und „Planet der Habenichtse“. Ursula K. Le Guin zählte zu den ganz Großen unter den Fantasy- und Science-Fiction-Autoren.

Die Details für eine Zauberschule, wie J. K. Rowling sie mit ihren „Harry Potter“-Romanen berühmt machte, hatte Le Guin in ihrer „Erdsee“-Saga schon ausgearbeitet, als Rowling noch ein kleines Mädchen war. Vielleicht waren die Leser damals einfach noch nicht bereit für so eine Welt, die heute Millionen Fans gepackt hat.

Le Guins Pioniergeist ging noch weiter: In „Das Wort für Welt ist Wald“ von 1976 überfallen bösartige Menschen einen Planeten voll friedlicher, waldbewohnender Aliens - James Cameron brachte seinen gefeierten Film „Avatar“ mit demselben Thema erst 2009 auf die Leinwand. Der Roman „Das zehnte Jahr“ von 1966 spielt in einer Welt mit 15 Jahreszeiten, in der Barbaren von Norden angreifen und „Schnee-Ghouls“ ihr Unwesen treiben - „Game of Thrones“ lässt grüßen.

In eine Schublade stecken lassen wollte sich Le Guin nie. „Geschichten aus Orsinien“ ist ein realistisches Werk, das im 19. Jahrhundert spielt und die Geschichte einer Revolution in einer Zeit erzählt, als Revolutionen unmöglich scheinen. Einer ihrer bekanntesten Romane ist „Die linke Hand der Dunkelheit“ aus dem Hainish-Zyklus.

Stets nannte Le Guin die amerikanische Westküste ihr Zuhause. Geboren wurde sie 1929 im kalifornischen Berkeley und lebte bis zuletzt in Portland im Bundesstaat Oregon. Dort starb sie nun auch.

Ihre Lehrtätigkeit rund um das Schreiben an Colleges und Universitäten hatte Le Guin aufgegeben, aber Fragen von Nachwuchs-Autoren beantwortete sie immer noch gern. „Erfolgreiche Schriftsteller halten keine mysteriösen Geheimnisse vor eifrigen Anfängern zurück“, schrieb sie einmal. „Der einzige Weg, wie jemand jemals gut zu schreiben lernt, ist bei dem Versuch, gut zu schreiben“, fasste Le Guin damals augenzwinkernd und doch ernst zusammen.

Von Johannes Schmitt-Tegge und Nina May/RND

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