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Männer im besten Alter

„The Expendables“: Actionkracher mit Sylvester Stallone

Sylvester Stallone will‘s noch mal wissen: Im Actionkracher „The Expendables“ versammelt er eine Schar alter Haudegen um sich. Der Film ist am Donnerstag in den deutschen Kinos gestartet.
Kämpfer alten Typs: Sylvester Stallone (links) und seine Truppe.

Kämpfer alten Typs: Sylvester Stallone (links) und seine Truppe.

© 20th Century Fox

Da sage noch einer, ältere Menschen würden nur selten ins Kino gehen. Der kommerzielle Erfolg von „The Expendables“ in den USA beweist das Gegenteil. Schließlich zielt der Film punktgenau auf ein (Männer-)Publikum, das im Schnitt älter als 50 Jahre ist. Im Mittelpunkt stehen einige der bekanntesten Actionfiguren der achtziger Jahre. Schauspieler, die mittlerweile selbst auch schon im angeblich besten Alter sind. Es wird ein Abenteuer mit bekannten Zutaten der damaligen Zeit präsentiert. Frauen spielen da natürlich so gut wie keine Rolle.

Die Action ist noch handgemacht und stammt nicht, wie heute üblich, aus dem Computer. Der Zuschauer erlebt eine – leider nur kurze – Szene, von der er kaum zu träumen gewagt hätte. Da treten tatsächlich Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger (als Schwarzenegger, gedreht in seiner raren Freizeit als Gouverneur) und Sylvester Stallone gemeinsam vor die Kamera und frotzeln ein wenig – wie immer in diesem Film cool und schön selbstironisch: „Du hast Gewicht verloren“, sagt Arnold-„Terminator“-Schwarzenegger. „Und du hast es gefunden“, antwortet Sylvester-„Rocky“-Stallone. Toll!

Überhaupt Stallone. Dem heute 64-Jährigen verdanken wir so epochale Werke wie die „Rambo“- und die ­„Rocky“-Reihe. In diesem Film ist das Muskel­paket nun gleichzeitig Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und eben Hauptdarsteller. Mit ihm kämpfen unter anderem Mickey Rourke (57 Jahre), Jet Li (47) und Dolph Lundgren (52) sowie mit nur 37 Jahren der einzige Jüngling: Jason Statham.

Gemeinsam sind sie „The Expendables“, also die Verzichtbaren oder Überflüssigen, eine Söldnertruppe, allesamt wild tätowiert, die mit Mitteln und Technik von gestern Probleme von heute löst, beispielsweise Geiselnahmen im Sudan oder die komplette Eliminierung von Schurkenstaaten.

Ein solcher Kleinstaat, beherrscht von Unsympathen und bösen Agenten, ist im Film das fiktive südamerikanische Vilena. Die gut bezahlte Mission, die unsere Söldner dorthin führt, ist höchst gefährlich und geht auch gleich zu Filmbeginn schief. Einzelheiten können wir uns hier schenken.

Nur recht mühsam – und mithilfe halsbrecherischer Stunts – kann die kleine Truppe mit einem betagten Wasserflugzeug fliehen. Zurück bleibt die herzensgute Tochter des bösen Diktators, die von der brasilianischen TV-Schönheit Giselle Itie gespielt wird. So folgt noch ein zweiter Einsatz, der noch härter und unerbittlicher ist als der erste. Die Frau muss schließlich gerettet werden. Beinahe eine halbe Stunde lang wird in diesem gut 90-minütigen Film so heftig geballert und gehauen, dass man als Zuschauer oft nicht weiß, wer gerade der Gute und wer der Böse ist. Egal. Haupt­sache Action.

Und Hauptsache lustig. Denn trotz der Härte, ja der bisweilen schmutzigen, kompromisslosen Brutalität, gibt es immer wieder wunderbar ironische oder heitere Szenen, in denen die Filmhelden, die alle ihren eigenen großen Auftritt haben, ihr Alter witzig problematisieren, sich gegenseitig durch den Kakao ziehen oder coole Gesprächsduelle liefern. Und das Schönste an diesem Film: Dank des Erfolges wird es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fortsetzung geben. Nicht nur, aber vor allem für Zuschauer ab 50.

Hauptsache Action: Ironiebegabte Haudrauf-Truppe. Cinemaxx Raschplatz, Cinemaxx Nikolaistraße, Utopia, CineStar.

[Ernst Corinth]

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