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Thriller-Autor

Henning Mankell hält Massenmörder Breivik für „verrückt“

Thriller-Autor Henning Mankell (63) hält die Einstufung des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik als unzurechnungsfähig für wahrscheinlich richtig. Der Schwede, bekannt geworden mit seinen Romanen um Kommissar Kurt Wallander, sagte: „Ein Mensch, der so etwas getan hat wie er, muss ja auf irgendeine Weise verrückt sein.“
"Wer so etwas macht, muss verrückt sein": Autor Henning Mankell über den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik.

"Wer so etwas macht, muss verrückt sein": Autor Henning Mankell über den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik.

© dpa (Archiv)

Kopenhagen/Antibes. Zwei norwegische Rechtspsychiater hatten Breivik vier Monate nach der Tötung von 77 Menschen bei zwei Anschlägen für psychotisch sowie paranoid schizophren erklärt. Mankell meinte dazu von einem Arbeitsaufenthalt im südfranzösischen Antibes an der Cote d’Azur in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: „Es sieht ja so aus, als sei er schizophren. Dann muss er eben den Rest seines Lebens in einer Einrichtung für Geisteskranke eingesperrt werden.“

Würde man Breivik in ein normales Gefängnis setzen, sei damit zu rechnen, dass er dort von Mithäftlingen getötet werde. „Er macht den Eindruck eines einsamen Verrückten, der wohl sehr, sehr krank ist. Wichtig ist vor allem, dass man ihn von der Straße wegbekommt.“ Dabei dürfe es kein Rachemotiv geben, weil die Gesellschaft sich damit auf eine Stufe mit dem Täter stelle.

„Die norwegische Justiz scheint bei der Aufarbeitung sehr gut zu funktionieren“, meinte der Bestsellerautor. Forderungen nach weniger Publizität rund um den rechtsradikalen Islamhasser Breivik in den Medien wies Mankell zurück: „Schweigen ist nie ein gutes demokratisches Prinzip. Man muss das durchdiskutieren.“ Das sei eine weitere „sehr große Tragödie“ für Hinterbliebene und Überlebende, aber unausweichlich.

Das psychiatrische Rechtsgutachten war in Norwegen auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während die Medien ganz überwiegend zu Vertrauen in die heimischen Rechtsinstanzen aufforderten und Verständnis äußerten, verlangten Politiker in Oslo vereinzelt eine neue Untersuchung.

Die ARD strahlt am 30. Dezember die Verfilmung des Mankell-Buches „Der Chinese“ aus, das mit einem Massaker an 19 Schweden beginnt. Über Vergleiche zu dem von Breivik verübten Massaker mit 69 ermordeten Norwegern meinte Mankell: „Was immer ich schreibe - die Wirklichkeit erweist sich als schlimmer.“ 

dpa


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