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Kultur „Der andere Liebhaber“: Lüge, Lust und viel Sex
Nachrichten Kultur „Der andere Liebhaber“: Lüge, Lust und viel Sex
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14:50 17.01.2018
Pauls Bruder ist heftig im Bett: Marine Vacth und Jérémie Renier in einer rasanten Liebschaft, die alle überfordert – auch François Ozons Zuschauer, der statt wildem Sex gern etwas mehr Story hätte.  Quelle: Foto: Weltkino
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Hannover

 Er ist ein kreativer Charmebolzen, gehört zu den produktivsten Regisseuren Frankreichs und liefert fast jedes Jahr einen Film ab. Dabei schert er sich wenig darum, was andere denken oder erwarten. François Ozon ist ein Phänomen, seine Protagonistinnen sind immer ein Mysterium – von Charlotte Rampling, die drei Mal für ihn vor der Kamera stand, über Valeria Bruni Tedeschi bis hin zu Marine Vacth, die nach „Jung & Schön“ hier zum zweiten Mal mit ihm arbeitet.

Ein Strudel aus Lüge und Lust

Vacth spielt die attraktive Chloé, deren Probleme sich in Luft auflösen, als sie sich in ihren Therapeuten Paul (Jérémie Renier) verliebt und mit ihm zusammen zieht. Als sie zufällig entdeckt, dass er einen Zwillingsbruder hat, ebenfalls Therapeut, lässt sie sich von ihm behandeln und gerät in einen Strudel aus Lüge und Lust, verliert den Bezug zur Realität und den Boden unter den Füßen. Sehr lose nach Joyce Carol Oates’ Roman „Der Andere“ spinnt Ozon ein gefährliches Netz der Emotionen, in dem sich die junge Frau verfängt, hin- und hergerissen ist zwischen ihrem sensiblen Partner und dem triebhaften und zynischen anderen Liebhaber.

Neben Neurosen, sexuellen Tabus und dem Topos gespaltene Persönlichkeit variiert der nach Frankreich verlegte Thriller das filmische Motiv des Doppelgängers. Manchmal erinnert das Ganze an David Cronenbergs „Die Unzertrennlichen“, nur dass hier eine Frau am seelischen Abgrund taumelt.

Unlogische Wendungen und offensive Nacktheit

 Vacth wirkt streckenweise wie eine Figur aus Madame Tussauds Wachskabinett, Renier überzeugt dagegen in der Doppelrolle in seiner Ambivalenz: Mal ist er sanft und zärtlich, dann wieder brutal und sexistisch. Letztlich aber wird der Bogen durch unlogische Wendungen überspannt, geht es nicht um Nähe zu den Personen oder Atmosphäre, sondern nur noch darum, mit offensiver Nacktheit und hartem Sex zu provozieren. Für einen gewieften Filmkünstler von Ozons Kaliber reicht das nicht.

Von Margret Köhler / RND

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