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Kultur „Die defekte Katze“: In einem fremden Land
Nachrichten Kultur „Die defekte Katze“: In einem fremden Land
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06:00 02.10.2018
Trösten sich gegenseitig: Mina (Pegah Ferydoni) und ihre Katze. Quelle: Foto: Gloryfilm
Hannover

Kian ist das Merkelsche Ideal an Integration: Der Assistenzarzt ist finanziell abgesichert, lebt gern in Deutschland, hat einheimische Freunde. Nur bei den Blind Dates mit deutschen Frauen hapert es. Also lässt sich der Deutsch-Iraner (Hadi Khanjanpour) widerwillig über seine Eltern eine Ehe arrangieren und heiratet die selbstbewusste Mina (Pegah Ferydoni) im Iran. Die weiß nur, dass der Auserwählte „lustig“ sein soll.

Trotz aller Bemühungen sind die kulturellen Gräben tief

In Deutschland ist es aber erst mal gar nicht lustig. Bei Minas Jobsuche ohne Deutschkenntnisse sieht es düster aus. Einstweilen beschäftigt sie sich mit Schwimmen und Skypen mit den Freundinnen daheim. Als Mina in ihrer Verzweiflung eine an einem Gendefekt leidende Katze anschleppt, hängt der Haussegen endgültig schief.

Sensibel erzählt Susan Gordanshekan, als Tochter iranischer Eltern in Deutschland geboren, die Geschichte einer nach altem Brauch geschlossenen Ehe, die im fremden Land ihre Bewährungsprobe bestehen muss. Erst heiraten, dann kennenlernen – das ist nicht der ideale Weg. Trotz aller Bemühungen sind die kulturellen Gräben tief.

Mina plagt die Einsamkeit, Kian fehlt es an Einfühlungsvermögen. In der ersten Nacht schauen sie sich ihr Hochzeitsvideo an, nicht gerade Romantik pur. Der erste Sex hinterlässt Unsicherheit. Beide scheinen verloren in ihren nicht kompatiblen Träumen.

Etwas überflüssig ist die an eine Karikatur erinnernde Darstellung von Kians an Traditionen orientierten Eltern, und dass Kians deutscher Kollege Mina an die Wäsche will, ist ziemlich plump. Aber die überzeugenden Schauspieler lassen diese überflüssigen Brüche vergessen. Am Ende keimt Hoffnung.

Von Margret Köhler / RND

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