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Kultur „Alpha“ – Als der Wolf zum Hund wurde
Nachrichten Kultur „Alpha“ – Als der Wolf zum Hund wurde
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06:01 06.09.2018
Der Anfang einer unendlichen Geschichte: Keda (Kodi Smit-McPhee) und sein treuer Wolf Alpha. Quelle: Foto: Sony
Hannover

Schlachttag im Steintal. Die prähistorischen Jäger hetzen gewaltige Urzeitbüffel. Der junge Keda (Kodi Smit McPhee) wird von einem der Tiere aufs Horn genommen und geht mit ihm über die tödliche Klippe. Von seinem Stamm wird der Häuptlingssohn betrauert, aber er hat den Sturz überlebt, und er überlebt danach auch noch den Angriff eines Wolfsrudels. Einen verletzten Wolf pflegt er gesund, das Tier wird fürderhin sein Begleiter auf dem langen, gefahrenreichen Weg nach Hause. Erreicht Keda die Siedlung nicht vor Einbruch des Winters, bedeutet das seinen Tod.

War je ein Film für die IMAX-Gigantenleinwände gemacht, dann dieser

In seinem ersten Alleingang ohne seinen Bruder Allen erzählt Regisseur und Co-Autor Albert Hughes („From Hell“) eine konventionelle, kleine Geschichte von vor 20 000 Jahren, die spannend und bewegend ist,unglaublich und manchmal auch unglaubwürdig (nicht alles hier Gezeigte lässt sich wirklich überleben), und die das Zeug zum Blockbuster hat. In einer Rückblende (vor 20 000 Jahren und einer Woche) wird unser Held als empathischer Jüngling gezeichnet, der kein Kriegshäuptling ist, auch kein Häuptling Große Klappe. Sondern einfach einer zum Mögen.

Der hier Landschaften aus Wirklichkeit und Computertrick durchstreift, die Drogen für Augen sind. Bilder wie diese (der Österreicher Martin Gschlacht führte die Kamera) haben eine Wucht, die zu Tränen rührt. Pures Überwältigungskino. War je ein Film für IMAX-Kinos gemacht, dann dieses Abenteuer aus dem Lande Lange-her.

Alpha ist der Urahn von Lassie und Rin-Tin-Tin

Hier ist “Alpha“, die erste Geschichte vom Jungen und dem ersten Hund (der noch ein Wolf war), die Urgeschichte dessen, was uns Kino und Fernsehen seit fast 100 Jahren mit Rin-Tin-Tin, Lassie und ihren Nachfolgern erzählen. Zufall und Mitleid brachten in der Imagination der Traumfabrikanten Hollywoods die Sache mit dem Menschen und den Hund einst ins Rollen.

Dass rücksichtslose Zuchten aus Geldgier speziell in unseren Zeiten der Massenproduktion von allem und jedem unseren besten Freund inzwischen im besten Alter an Krebs sterben lassen, ist eine andere Geschichte. Eine für einen traurigeren Film, den man „Omega“ nennen müsste – nach dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets.

Von Matthias Halbig / RND

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