Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Kultur „A Star Is Born“: Herzzerreißend im Duett
Nachrichten Kultur „A Star Is Born“: Herzzerreißend im Duett
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 03.10.2018
Große Musik, große Liebe: Jackson Maine (Bradley Cooper), Ally (Lady Gaga). Quelle: Foto: Warner
Hannover

Für sein Regiedebüt „A Star Is Born“ hat sich Schauspieler Bradley Cooper einen Stoff ausgesucht, der bereits dreimal verfilmt wurde. Im Original von William A. Wellman aus dem Jahr 1937 – genauso wie in George Cukors Remake von 1954 mit Judy Garland – diente Hollywood als Kulisse für die Geschichte über Aufstieg und Fall im Showbusiness. Erst mit Barbra Streisand und Kris Kristoffersen wurde die Story 1976 in die Welt der Musik verlagert, wo nun auch Cooper seine Version angesiedelt hat.

Die schrille Lady Gaga als bodenständige Countrysängerin

Keine Geringere als Popikone Lady Gaga spielt die Sängerin Ally, die sich als Kellnerin durchschlägt und wegen ihrer großen Nase keine Chance im Musikgeschäft zu haben glaubt. Es ist ein riesiger Schritt von Lady Gagas schrillem, extravagantem, artifiziellem Auftreten in Konzerten und Musikvideos hin zu jener unscheinbaren, bodenständigen Figur, die sie zu Beginn von „A Star Is Born“ verkörpert.

Aber es dauert überraschenderweise nur Sekunden, bis man die Verwandlung akzeptiert und erkennt, wie die Popdiva quasi „unplugged“ und ungeschminkt in ihrer Rolle aufgeht. Schon in der TV-Serie „American Horror Story“ hatte Lady Gaga ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt und wurde dafür vor zwei Jahren mit dem „Golden Globe“ ausgezeichnet.

„A Star is Born“ fängt die fiebrige Stimmung eines Auftritts ein

Allys Schicksal wendet sich, als der Country- und Westernsänger Jackson Maine (Bradley Cooper) nach einem Konzert in jener Dragqueen-Bar strandet, in der die Kellnerin als „Special Guest“ auftritt. Ihre Version von Edith Piafs „La vie en rose“ beeindruckt den Musiker, der riesige Konzerthallen füllt und ein ebenso großes Alkoholproblem hat. Die beiden verbringen den Abend miteinander, und ehe sich Ally versieht, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt: Ein Chauffeur holt sie ab, geleitet sie zu einem Privatjet, und schon findet sie sich auf der Bühne wieder, wo sie vor Tausenden jubelnden Fans mit Jackson im Duett singt.

Allein schon wegen der Konzertsequenzen sollte man sich „A Star Is Born“ anschauen. Cooper gelingt es, jene fiebrige Stimmung beim Heraustreten auf die Bühne einzufangen, die sich in den ersten Akkorden entlädt und allmählich mit der Musik zur Ruhe kommt. Der Kinosaal scheint sich hier ganz unmittelbar in eine brodelnde Musikarena zu verwandeln.

Natürlich ist dieser erste Auftritt auch der Beginn einer schicksalhaften Liebe. Am Anfang scheinen die beiden perfekt miteinander zu harmonieren. Aber schon bald beginnt der umtriebige Musikproduzent Rez (Rafi Gavron) die Solokarriere Allys voranzutreiben. Während sie zum Star am Popmusikhimmel aufsteigt, bekommt Jackson seinen Alkohol- und Tablettenkonsum nicht mehr in den Griff.

Regieneuling Bradley Cooper liefert einen beachtlichen Film

Die Euphorie des Erfolges und dessen zerstörerische Folgen werden in „A Star Is Born“ dicht nebeneinander gelegt. Aber anders als in früheren Verfilmungen begegnet sich das Liebespaar hier auf Augenhöhe. Ally muss sich trotz der Anfeindungen ihres Ehemanns nicht für ihren Erfolg entschuldigen, und Jackson wird durch seinen Alkoholkonsum nicht zum Monster, sondern zur tragischen Figur, der Cooper ganz zurückhaltend menschliche Tiefe verleiht.

Als Regieneuling liefert Cooper mit „A Star Is Born“ eine beachtliche Leistung ab. Organisch verbindet er die emotionale Dynamik der Figuren mit der musikalischen Sogwirkung – bis hin zu jenem herzzerreißenden Abschiedssong, in dem Lady Gaga mit ihrer vokalen Präsenz alle Kitschvorwürfe einfach wegsingt. An dieser Frau wird bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen kaum ein Weg vorbeiführen.

Von Martin Schwickert / RND

Der Geschichte „Urmel aus dem Eis“ wurde 1969 von der Augsburger Puppenkiste verfilmt. Nun widmet sich eine Ausstellung im Marionetten-Museum „Die Kiste“ dem Baby-Urmel, Dinos und Drachen.

02.10.2018

2009 erweckte Autor Marc-Uwe Kling das Känguru, seinen schmarotzenden Untermieter, in den „Känguru-Chroniken“ zum Leben. Nun wird der Film zum Bestseller gedreht.

02.10.2018

Zurück in deutschen Diktaturen: Florian Henckel von Donnersmarck tritt mit seinem Dreistundendrama „Werk ohne Autor“ (Kinostart am 3. Oktober) für den Oscar an.

02.10.2018