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Kultur „Winchester“ – Waffen schaffen Geister
Nachrichten Kultur „Winchester“ – Waffen schaffen Geister
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05:34 15.03.2018
Schaffe, Schaffe, Häusle baue: Sarah Winchester (Helen Mirren) errichtet ein Haus für Geister. Quelle: Foto: Splendid
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Hannover

Der Originaltitel „Winchester“ lässt einen an Western denken, an James Stewart, Rancher, Indianer, Saloons, Gunfights. Der deutsche Untertitel „Das Haus der Verdammten“ lenkt dann das Augenmerk auf das tatsächliche Genre: Gruselfilm.

Die Waffenfabrikantenwitwe Sarah Winchester ließ bei San Francisco zwischen 1884 und 1922 ein kolossales Haus bauen: Sieben Stockwerke, Hunderte Räume, Labyrinthe, Türen mit Mauern dahinter, Treppen ins Nichts. Sie übernachtete jede Nacht in einem anderen Raum - aus Furcht vor den Geistern der von Winchester-Gewehren Getöteten. Sagen die Leute.

Ein Ort der unerlösten Seelen

Helen „die Queen“ Mirren ist im Film der deutschen Spierig-Brüder („Daybreakers“) die angeblich unzurechnungsfähige Witwe, Jason Clarke ein morphinistischer Psychiater, der sie im Auftrag der Firma Geisteskrankheit feststellen soll. Auf der monströsen Baustelle trifft Doktor Price eine nicht allzu zerrüttete Frau. Sie will den guten Geistern einen Ort der Erlösung bieten, die bösen sicher verwahren. Und auch der Psychiater sieht hier unerlöste Seelen.

Der Winchester-Spuk ist von der Stange, die Darsteller spielen mit halber Kraft, als seien sie enttäuscht von den verpassten Möglichkeiten. Der Film trägt zwar klar die Botschaft: Waffen schaffen Geister. Weg mit ihnen (und eine Woche ins Winchester-Haus mit der Waffenlobby, Präsident inklusive)! Aber im Fokus steht üppige Gruselei. Jemand anders hätte aus dem Stoff ein formidables Drama gemacht. Ein Statement gegen die Waffenlobby, die von keinem Massaker erschüttert werden kann.

Das echte Haus ist eine Touristenattraktion

Der übelste Geist, der eines Bürgerkriegscolonels ist übrigens kein Anachronismus: Zwar wurde Winchester Repeating Arms Company erst 1866 gegründet, Oliver Winchester ließ aber schon seit 1856 Gewehre bauen. Das echte Haus ist eine Touristenattraktion. Hat seit dem Erdbeben von 1906 aber nur noch vier Etagen.

Von Matthias Halbig / RND

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