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Kultur „No Way Out“ – Männer, die ins Feuer gehen
Nachrichten Kultur „No Way Out“ – Männer, die ins Feuer gehen
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06:02 02.05.2018
Lizenz zum Löschen: Eric „Supe“ Marsh (Josh Brolin) führt seine bestens ausgebildeten Brandbekämpfer zum Einsatz. Quelle: Studiocanal
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Hannover

„Willst du einen auf John Wayne machen, oder wollen wir reden“, fragt die Heldenflüsterin Amanda (Jennifer Connelly) ihren Mann (Josh Brolin) in der Badewanne. Und, na klar, will Eric „Supe“ Marsh mit ihr reden, wozu holt sich ein tapferer Brandbekämpfer wie er denn sonst eine zuhörende Frau ins Leben?

Josh Brolin wirkt wie der John Wayne unserer Tage

Witzig ist, dass Brolins deutsche Synchronstimme wirklich schwer nach John Wayne klingt. Jedes seiner Worte knarzt in den Konsonanten. Dem alten Duke von Hollywood, der ein Macho war (eine Badewannenszene hatte er allerdings nur mit Robert Mitchum im Western „El Dorado“), hätte diese Stimme vermutlich gefallen. Gewiss auch der ganze Film. Wäre das alles in den Vierzigerjahren passiert und in den Fünfzigerjahren verfilmt worden, hätte der Duke den „Supe“ wohl gleich selbst gespielt.

„No Way Out: Gegen die Flammen“ erzählt die wahre Geschichte der Granite Mountain Hotshots, einer Feuerwehrtruppe, die 2013 in Arizona gegen das Yarnell-Hill-Feuer kämpfte. Die Hotshots sind die Marines der Flammenmeere. Vorerst jedoch müssen diese jungen engagierten Männer tatenlos zusehen, wenn es ernsthaft brennt. Sie dürfen nicht medias in res, keine Schneisen schlagen, denn obzwar sie alle Qualifikationen erlangt, alle Pflichtstunden absolviert haben, sind sie noch nicht lizenziert. Papierkram, versicherungstechnisch relevant.

Jeff Bridges knurrt seine Sätze westernhaft

Regisseur Joseph Kosinski („Tron: Legacy“) führt uns zunächst in eine beschauliche Kleinstadtwelt ein, er knüpft ein Band zwischen den Zuschauern und den Helden. Zeigt uns ihr Leben und ihr Training und bringt uns einige von ihnen besonders nahe – Brendan „Donut“ McDough (Miles Teller) zum Beispiel, einen Taugenichts, der ein armes Mädel geschwängert hat und auf die Erlösung durch die Katastrophe hofft.

Den alten Feuerwehrchef spielt Jeff Bridges großartig – auch er knurrt Sätze so westernhaft, als dürfte er noch einmal als Rooster Cogburn in den Sattel im Coen-Brüder-Film „True Grit“.

Howard Hawks und Henry Hathaway lassen grüßen

Feuer wurde selten so überwältigend gezeigt wie hier: Der „Feind“ der Hotshots ist tückisch, ungreifbar, unschlagbar, schnell und wendig, sie fluten Landschaften geradezu, stürmen wie heiße, rote Büffelherden auf Siedlungen zu. Und wer nicht schnell genug flieht, der stirbt. Der Film ist angelegt wie ein klassischer Hollywood-Heldengesang, wie ein Kriegsfilm. Howard Hawks und Henry Hathaway lassen grüßen.

Die Gemeinschaft der Männer ist mythisch, verschworen, alle lauschen, wenn „Supe“ von einem brennenden Bären erzählt, der bei einem Flächenbrand in Montana auf ihn zurannte –von dem furchtbarsten und schönsten Anblick, den er je in seinem Leben gesehen hat. Die Filmmusik zu alldem ist allzeit breitbeinig und stolz, und spielt das Orchester nicht, dann rocken eben AC/DC, und alles läuft auf ein gutes, pathetisches Ende mit zu Tode erschöpften Männern hinaus. So klingt‘s zumindest lange Zeit.

Eine wahre Geschichte mit schlimmem Ausgang

Aber die Geschichte ist eben wahr, und sie endete tragisch. Und wenn der Film in sein letztes Drittel rutscht, lässt man alles Vorbehalte gegen die Machos hinter sich und empfindet die gelegentliche Überdosis Mackertum als amerikanische Authentizität.

Von Matthias Halbig/RND

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