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Kultur „Liliane Susewind“: Eine echte Eselei
Nachrichten Kultur „Liliane Susewind“: Eine echte Eselei
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06:02 09.05.2018
Wildfang mit Herz für Tiere: Liliane Susewind (Malu Leicher) will das Verschwinden von Zoobewohnern aufdecken. Quelle: Foto: Sony
Hannover

Mit seiner „Die Wilden Kerle“-Leinwandreihe um eine Bande junger Kicker traf Joachim Masannek zumindest kommerziell voll ins Schwarze. Seine beiden ebenfalls nach eigenen Vorlagen entstandenen „V8“-Nachwuchs-Rennraserstreifen schnitten allerdings gewinnmäßig nicht mehr so gut ab.

Nun geht der Regisseur erstmals mit Fremdmaterial an den Kinostart. Für „Liliane Susewind“ arbeiteten sich gleich fünf Autoren an einem Skript ab, das auf der gleichnamigen Kinderbuchserie von Tanya Stewner basiert. Der Film trägt indes unverkennbar Masanneks Handschrift. Leider muss man sagen.

Die Tierflüsterin muss in eine andere Stadt ziehen

Die Gabe der elfjährigen Lilli Susewind (Malu Leicher), mit Tieren reden zu können, hat zu heiklen Verwicklungen geführt. Wegen einer buchstäblichen Eselei muss die Familie einmal mehr in eine andere Stadt umziehen. Lilli gelobt, ihre besondere Fähigkeit nur noch im Umgang mit ihrem Hund Bonsai einzusetzen.

Doch als sie erfährt, dass aus dem Zoo von Oberst Essig (Meret Becker) Tiere verschwinden, gibt es für sie kein Halten mehr. Zusammen mit dem hochbegabten Jess (Aaron Kissiov) versucht sie herauszufinden, wer dahintersteckt.

Lilli und Jess fürchten, wegen ihrer Spezialbegabungen für „Freaks“ gehalten zu werden. Aber die wahren Freaks sind hier die Erwachsenen. Diese sind in Masanneks Filmwelt nur als grobe Karikaturen denkbar. Das gilt für zwei selten dämliche Polizisten, die kaum in ihren winzigen Peterwagen passen, vor allem aber für die Tierdiebin, die Aylin Tezel mit schier unerträglicher Affektiertheit mimt.

Ein Esel mit Durchfall ist nicht witzig

Darüber sollte man sich nicht wundern bei einem Regisseur, der Unlogik mit Fantasie verwechselt und Esel mit Durchfall, berlinernde Hunde und sächselnde Pinguine für witzig hält.

Von Jörg Brandes / RND

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