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Erfolg durch positives Herrschen

“Majesty“ im Spieletest Erfolg durch positives Herrschen

“Splendor“ von Marc André war 2014 als Spiel des Jahres nominiert. Damals machte er die Spieler zu Edelsteinhändlern und bereitete komplexe Mechanismen so elegant auf, dass sie familientauglich wurden. Jetzt legt er mit “Majesty“ nach.

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Komplex, aber trotzdem intuitiv und sehr unterhaltsam: “Majesty. Deine Krone – Dein Königreich“ von Marc André.

Quelle: HANS IM GLÜCK

Leipzig. Wir befinden uns bei den Königskindern. In der Rolle angehender Monarchen treiben die Spieler den Handel voran, kümmern sich ums Militär und versuchen vor allem, ausreichend Personal anzuwerben. Stellen sie sich dabei geschickt an, gibt es nette Synergieeffekte, und die sind Extrageld, also Siegpunkte wert.

Das klingt schon wieder nach einem hohen Regelaufwand. Und was macht man bei “Majesty“ letztlich? Man nimmt sich jede Runde eine Personenkarte, legt sie in die eigene Auslage und wertet sie – eigentlich kinderleicht. Weswegen der Verlag das Spiel bereits ab sieben Jahren empfiehlt. Was theoretisch möglich, aber bei den meisten Kindern dieses Alters doch ein wenig ambitioniert ist. Um die Konsequenzen des eigenen Tuns absehen zu können, sollte man schon acht, besser zehn Jahre alt sein.

Majesty Brettspiel Aufbau

Majesty Brettspiel Aufbau

Quelle: Hersteller

Aber der Reihe nach: Das eigene Königreich besteht aus sieben Gebäudekarten: Mühle, Brauerei, Hexenhaus, Wachturm, Kaserne, Taverne und Schloss, die als Kartenreihe vor den Spielern liegen. Eine achte, das Lazarett, ist nur für die Endabrechnung wichtig. In der Mitte liegen immer sechs Personenkarten aus. Die linke zu nehmen kostet gar nichts. Für alle anderen sind die als “Meeples“ bekannten Holzmännchen fällig, umso mehr, je weiter rechts die Karte liegt. Meeples hat man allerdings nur maximal fünf. Man muss also haushalten und sich genau überlegen, welche Personenkarte man jeweils wählt.

Die auserkorene Person legt man unter das dazugehörige Gebäude, nutzt die Effekte und erhält als Lohn etwas Spielgeld in Form von schön wertigen Pokerchips. Andere lösen Sonderaktionen aus. Soldaten-Karten zum Beispiel nehmen gegnerische Figuren aus dem Spiel. Wachen bewahren diese davor. Hexen heilen.

Intuitiv und ansprechend

Am Ende gibt es noch Extra-Punkte, wenn man unterschiedliche Figurenkarten gesammelt hat. Es rentiert sich also durchaus, sich breit aufzustellen. Wobei ohnehin ein positives Spielgefühl überwiegt: Beinahe jede Aktion wird belohnt; man hat die ganze Zeit über das Gefühl, etwas zu schaffen.

Marc André hat es wieder geschafft: einen komplexen Sachverhalt absolut intuitiv spielbar zu machen. Der Verlag paart das mit einer sehr ansprechenden Aufmachung. Ein Highlight des aktuellen Jahrgangs.

Info: Marc André: “Majesty. Deine Krone – dein Königreich“. Hans im Glück, für zwei bis vier Spieler ab sieben Jahren, etwa 30 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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