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Kultur "Ein Kittnerabend war Pflicht"
Nachrichten Kultur "Ein Kittnerabend war Pflicht"
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18:09 15.02.2013
Dietrich Kittner (rechts) war Vorbild für viele Kabarettisten - einer von ihnen ist Matthias Brodowy (links).

Ich muss so 17 Jahre alt gewesen sein, als ich Dietrich Kittner das erste Mal auf der Bühne sah. Auf seiner Bühne, dem Theater am Küchengarten. Kittner war unser Star! Gerade hatten wir an der Herschelschule eine Kabarett-AG gegründet und ein Kittnerabend war in Hannover Pflicht. Es war durchaus auch anstrengend, weil das Programm gute drei Stunden dauerte. Manchmal hielt er bekanntlich noch länger durch.

Zugleich hatten wir vorsichtigen Kontakt mit ihm aufgenommen, und er ist sofort auf uns zugekommen. Er hat uns Tipps gegeben und uns seine Bücher geschenkt. Das war meine erste Begegnung mit ihm. Später sind wir uns nur ganz selten über den Weg gelaufen, weil er längst in seine Wahlheimat Österreich gezogen war.

Dietrich Kittner war ein Mann, der polarisierte, der aus seiner dezidiert linken Haltung keinen Hehl machte und damit auch aneckte. Er war ein Freund der kompromisslosen Worte, und jede Form von Diplomatie war ihm fremd. Aber dadurch hatte er etwas, das heutzutage selbst auf der Kabarettbühne keine Selbstverständlichkeit mehr ist: eine Haltung! Oft unumstößlich, oft mit Bitterkeit durchtränkt, aber klar und eindeutig. Und diese Haltung endete nicht auf der Bühne, sondern setzte sich im politischen Alltagsleben fort; etwa die Rote-Punkt-Aktion in den 70ern oder seine „Milchsammlungen“ für Kuba.

Seine Karriere hätte sicherlich noch steiler verlaufen können, aber ich bin mir sicher, niemals wäre er bereit gewesen, sich dafür zu verbiegen. Davor kann man nur den Hut ziehen und Respekt zollen, selbst, wenn man anderer Meinung war als er.
Ein Platz in der Geschichte des Deutschen Kabaretts hat er in jedem Fall sicher, und nicht nur in seinem Hannover wird man sich an diesen sprachgewandten Grantler gerne erinnern.

Von Matthias Brodowy

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