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Kultur „Destination Wedding“: Was sich beharkt, das liebt sich
Nachrichten Kultur „Destination Wedding“: Was sich beharkt, das liebt sich
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00:11 02.08.2018
Mein Rollkoffer, dein Rollkoffer: Frank (Keanu Reeves) und Lindsay (Winona Ryder) am Flughafen. Quelle: Ascot Elite
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Hannover

In den neunziger Jahren zählten Winona Ryder und Keanu Reeves zu den prägenden Kinogesichtern ihrer Generation. Keanu Reeves hatte an der Seite von River Phoenix in „My Own Private Idaho“ (1991) sein melancholisches Sexappeal als persönliches Markenzeichen entwickelt, während Winona Ryder in Filmen wie „Reality Bites“ (1994) das fragile Selbstbewusstsein der Generation X so überzeugend wie kaum eine andere Darstellerinnen verkörperte. In „Destination Hochzeit“ führt Regisseur und Drehbuchautor Victor Levin die beiden verblassten Ikonen der Neunziger wieder zusammen – nun begegnen sie uns allerdings als neurotische Zyniker des 21. Jahrhunderts.

Frank (Reeves) und Lindsay (Ryder) treffen sich in einer schwer gereizten Flughafenschlange und begegnen einander sogleich mit instinktiver Abneigung. Sie unterstellt ihm, dass er sich vordrängelt, und er reagiert auf die Vorwürfe mit offenbar viel erprobter Unhöflichkeit.

Es kommt, wie es kommen muss

Im engen Flugzeug kommt es, wie es kommen muss: Die beiden sitzen nicht nur nebeneinander, sondern müssen auch noch mit Schrecken feststellen, dass sie zur selben Hochzeit eingeladen sind. Und nicht nur das: Beiden ist nicht klar, weshalb sie eingeladen wurden. Beide zweifeln an ihrer Entscheidung, sich auf diese Reise eingelassen zu haben. Im Laufe des mehrtägigen Hochzeit-Events finden die beiden Außenseiter immer wieder widerwillig zusammen. Oder besser. Sie stoßen aufeinander.

Doch während sich Frank und Lindsay in geschliffener Diktion gegenseitig beharken, ist dem geneigten Kinopublikum längst klar, dass diese neurotischen Lästermäuler wie füreinander geschaffen sind. Sie wissen es nur noch nicht. Genussvoll hetzt Regisseur Levin seine widerspenstigen Charaktere ohne vorzeitige Zähmungsabsichten aufeinander, was zu einer skurrilen und ungewohnt dialogreichen Sexszene führt. Auch wenn klar wird, dass sich hinter dem hier zur Schau getragenen Zynismus die tiefe Einsamkeit zweier Beziehungsunfähiger versteckt, verzichtet der Film darauf, die Figuren durch eine lästige Katharsis zu sentimentalisieren.

Hübsch trockene Dialoge

„Destination Hochzeit“ lebt von der Schnelligkeit der messerscharfen Dialoge, die Ryder und Reeves sich hübsch trocken um die Ohren hauen. Das ist für knapp eineinhalb Kinostunden unterhaltsam, dürfte aber auch keine Sekunde länger so weitergehen. Der Sarkasmus schleift sich auf Dauer deutlich ab, und man ist erleichtert, sich nach dem Kinobesuch von diesen bis dahin unterhaltsamen Nervensägen wieder verabschieden zu können.

Von Martin Schwickert

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