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Kultur Neues Buch aus dem Kosmos von „Game of Thrones“
Nachrichten Kultur Neues Buch aus dem Kosmos von „Game of Thrones“
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08:36 26.04.2018
Vor kurzem gab Martin bekannt, mit dem Bloggen aufhören zu wollen, bis er „einige Affen vom Rücken hätte“, womit er wohl ausstehende „Eis und Feuer“-Bücher meint. Quelle: AP
Hannover

Winter kommen, Winter gehen, der letzte war auch in unserer Welt ein langer. Aber wieder ist „das Buch“ nicht herausgekommen. Die Fans gehobener Fantasy sind entnervt. Sie wollen endlich wieder zurück nach Westeros.

Das Ringen um den mittelalterlich anmutenden Kontinent ist offen, sein säumiger Chronist nicht mehr der Jüngste. Der jüngste Band, den der amerikanische Schriftsteller George R. R. Martin von seiner 1996 gestarteten Schwert-&-Magie-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ um ein Königreich in Krieg und Umsturz vorlegte, erschien 2011.

Die zwei Nachfolge-Bände sollen schon in der Schublade schlummern

In jenem Jahr startete auch die Verfilmung der bisher fünf (in Deutschland zehn) Bände unter dem Serientitel „Game of Thrones“ - mit durchschlagendem Erfolg. Die siebte Staffel verfolgten 2017 durchschnittlich 30 Millionen Menschen, allein in den USA.

Vermutet wird in Fanzirkeln seit längerem, dass die letzten beiden Wälzer – „The Winds ofWinter (Die Winde des Winters)“ und „ A Dream of Spring (Ein Traum vom Frühling)“ – bereits fertig in Martins Schublade ruhen - und nur nicht vor dem für 2019 anvisierten Ende der HBO-Serie veröffentlicht werden sollen.

Damit die Anhängerschaft der Serie eben nicht zu früh erfahre wie alles ausgeht für die das mögliche Regententraumpaar Jon Snow und seine Tante und ebenso mögliche künftige Geliebte Daenerys Targaryen alias Khaleesi, alias Mutter der Drachen, alias viele weitere Aliasse.

In den letzten Zeilen des bisher letzten Bandes von „Das Lied von Eis und Feuer“ starb Jon Snow, der grundgute Kommandant der Nachtwache, durch Verräterdolche. Die TV-Serie ist längst weiter: Snow ist wieder auferstanden und sich endlich als Strippenzieher im großen Ringen um den Eisernen Thron eingebracht.

Eine Fortsetzung der Romanserie wäre also längst möglich. Und da Martin an vielen Stellen vom Serienverlauf abweicht, wüsste man schon gern, wie es auf Papier weitergeht. Etwa mit der im Buch von den Toten auferstandenen Caitlyn Stark und ihrem Rachefeldzug gegen die Mörder ihrer Familie.

Random House wartet 2018 lieber mit Adelsenzyklopädie auf

Stattdessen: Vertröstung mit Nebenprodukten. „Feuer und Blut“ steht für 2018 auf der Verlagsagenda von Random House. Das erste Buch einer zweibändigen Geschichte des Herrscherhauses Targaryen soll am 26. November erscheinen, wie der Verlag am Mittwoch mitteilte.

Damit könnte der Leser im Herbst zumindest wieder in den heißgeliebten Gefilden verweilen, wenn auch anders als erwartet. „Ich möchte betonen, ja es sogar hinausschreien“, warnt Martin, „dass ,Feuer und Blut‘ kein Roman ist.“ Stattdessen spricht er von „fiktiver Historie“. Ein Geschichtsbuch.

Die Targaryens waren die silberhaarige, veilchenäugige und inzestfreudige Adelssippschaft, die die Sieben Königslande mit ihren Drachen unterwarf und fast 300 Jahre über Westeros herrschte. Eine Familie von elfenhaft-außerirdischem Äußeren. In dieser Adelsenzyklopädie dürfte also viel Kulturwissen offenbart werden.

Die Dynastie, deren wahnsinniger letzter Herrscher Aerys II. gestürzt und ermordet wurde, stammt aus dem lange versunkenen Freistaat Valyrien, einem Großreich voller Mysterien. In der Serie wird der Name meist ehrfürchtig geraunt, die Ritter von Westeros sind glückselig, wenn sie ein Schwert aus dem seltenen valyrischem Stahl besitzen.

Eigentlich würden die Fans aber doch lieber den nächsten „Game-of-Thrones“-Band lesen. Am Mittwoch (25. April) verkündete Martin über seinen Verlag: „Nun ist es für mich an der Zeit, zu ,The Winds of Winter‘ zurückzukehren.“. Martin weiß, dass Autoren – wie alle Menschen – dienen müssen. Eben dieses Gebot hat er in seiner Sage formuliert – in der alten Sprache Hochvalyrisch. Dort heißt es klangschön: „Valar Dohaeris!“

George R. R. Martin: „Feuer und Blut“ (erscheint in Deutschland beim Penhaligon-Verlag am 26. November)

Von Matthias Halbig/RND

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