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Kultur Bjarne Mädel spielt für Sänger Bosse den Verlassenen
Nachrichten Kultur Bjarne Mädel spielt für Sänger Bosse den Verlassenen
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22:49 12.02.2019
Bjarne Mädel, hier beim Deutschen Fernsehpreis im Januar 2019, hat einen neuen Nebenjob: als Hauptdarsteller in Bjarne Mädels neuem Musikvideo. Quelle: Henning Kaiser/dpa
Hannover

„Ich warte auf dich“ heißt der neue Song von Bosse. Und man könnte denken, dass nun drei-einhalb Minuten Liebesleiden auf einen warten. Das stimmt auch – wenn sich das mit der Liebe und dem Leiden auch etwas anders gestaltet. Denn der „Tatortreiniger“-Held Bjarne Mädel schmachtet als Hauptfigur durch dieses Video. Und wenn Bjarne Mädel schmachtet, kann man sich schon denken, dass es absurder wird als in einem durchschnittlichen Popsong.

Und so stapft der Schauspieler in vergammelten Joggingklamotten bei dick-grau bewölktem Himmel deprimiert durch die Straßen, tritt in Hundekacke und trainiert mit glasigem Blick mäßig motivierte Jugendliche bei einer Fußballeinheit. „Egal, wo ich penn, nichts kickt wie wir“, singt Bosse und Bjarne Mädel liegt frustriert auf einer nassdreckigen Parkbank. Der gelb-schmuddelige Leinenbeutel liegt in der Pfütze daneben.

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Bosse möchte mit dem Video seinem weichen Popsong eine ironische Ebene geben. Und das funktioniert. Nicht, weil der Song so gut ist – bei dem Gitarrengeklimper ist nur schwer Ironie zu verspüren – sondern weil Bjarne Mädel mit seinem trockenem Humor das Video aufpeppt – so übertrieben spielt er den antriebslosen Durchschnitts-Nichterreicher, dass man ihn dabei schon förmlich zwinkern sieht.

Natürlich: Es ist nicht die verflossene Liebe, die Bosse augenscheinlich besingt und der Bjarne Mädel nachjagt. Denn es gibt ein Happy End. Sein Handy klingelt, es klopft an der Tür. Und es ist nicht die Verflossene, die da wartet. Sondern sein vermisster Hund, der von einem Nachbar gefunden wurde. Denn wer braucht schon wahre Liebe, wenn er einen Hund hat? Dazu noch einen kleinen, zotteligen.

Denn wir wussten es: Wenn erst einmal der kleine zottelige Hund wieder da ist, dann macht das Leben einen Sinn. Jetzt muss auch Bjarne Mädel nicht mehr weinen, wenn er alleine in die Knackwurst beißt. Denn er kann die Wurst mit dem Hund teilen.

Das Video könnte laut Bosses Aussage bei Youtube zu seinem Lieblingsvideo werden. Zurecht – aber das liegt durchweg an Bjarne Mädel.

Von Geraldine Oetken /RND

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