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Der Norden Zahlreiche Züge nach Hildesheim fallen monatelang aus
Nachrichten Der Norden Zahlreiche Züge nach Hildesheim fallen monatelang aus
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00:15 09.01.2018
Tausende Pendler sind von den Plänen betroffen. Quelle: Jens Büttner
Hannover/Hildesheim

  Auf Bahnfahrer, die zwischen Hannover und Hildesheim unterwegs sind, kommen voraussichtlich massive Ausfälle im Nahverkehr zu. Insgesamt 36 Züge der Erixx-Linie RE 10 sollen zwischen dem 11. Juni 2019 und dem 14. Dezember 2019 täglich ausfallen. Das geht aus einem Dokument der Bahn hervor.  

Grund ist die aufwändige Sanierung der etwa 90 Kilometer langen ICE-Schnellfahrstrecke zwischen Hannover-Wülfel und Göttingen. Der Fernverkehr soll während der Arbeiten über die Trasse zwischen Hannover und Barnten fahren, auf der dann kein Nahverkehr rollt. Das Vorhaben ruft schon jetzt den Fahrgastverband Pro Bahn auf den Plan, weil die Folgen für tausende Berufspendler aus der Region ausgesprochen gravierend seien.

„In den Erixx-Zügen sind zu den Hauptverkehrszeiten zwischen sechs und acht Uhr sowie 16 und 18 Uhr täglich bis zu 450 Fahrgäste unterwegs“, erklärt Holger Klages von Pro Bahn

Die S-Bahnlinien 3 und 4 hätten nicht die Kapazitäten, zu diesen Zeiten noch mehr Fahrgäste aufzunehmen. Und: „Bahnkunden, die aus Richtung Harz mit dem Erixx kommen und in Hildesheim in die S 3 steigen wollen, können diese nicht erreichen.“ 

Die S-Bahnen seien an insgesamt 187 Tagen überfüllt – sofern die Bahn dem nicht entgegensteuert. „Der Konzern macht es sich zu einfach. Das ist Gutsherrenart. Unglaublich über einen so langen Zeitraum, die Züge ausfallen zu lassen“, kritisiert Klages

Schienenersatzverkehr? Keine Option.

Ein Schienersatzverkehr zwischen Hildesheim via Sarstedt nach Hannover ist für den Fahrgastverband schlicht „indiskutabel“. Die Busse bräuchten zu lange und könnten den Ausfall der Erixx-Züge zu Spitzenzeiten nicht ausgleichen. Daher fordert Pro Bahn, diese Züge zumindest zu den Stoßzeiten und am Wochenende fahrenzulassen. Doch die Pläne der DB Netz sehen dies bisher nicht vor. 

Nicht betroffen ist die Privatbahn Metronom, die die Region mit Göttingen verbindet. 

Erixx möchte sich zu den Auswirkungen der Sanierung der Schnellfahrstrecke erst Mitte des Jahres konkret äußern. Frühestens, teilte das Privatunternehmen am Dienstag mit. „Da ist noch Luft dazwischen. Wir hoffen auf Lösungen“, sagte eine Sprecherin. Die Bahn verweist darauf, dass der Fahrplan noch nicht feststehe. Eine Unternehmenssprecherin räumt aber ein: „Leider sind wegen der Instandsetzung der Strecke zwischen Hannover und Göttingen Änderungen nicht vermeidbar.“

Auch zwei ICEs betroffen

Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), die Schienenunternehmen im Nahverkehr beauftragt, hat auf die Pläne reagiert. „Da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es wird nach Auswegen gesucht. Und das ist Aufgabe der DB Netz“, so Joachim Ebinger (LNVG).

Betroffen von dem millionenschweren Bauprojekt sind laut pro Bahn auch zwei ICE-Züge. Die Linie zwischen Hildesheim und Frankfurt am Main fällt aus. Und der ICE Richtung Basel und Interlaken wird durchs Leinetal umgeleitet und ist dann voraussichtlich 30 Minuten länger als gewohnt unterwegs. 

Von Alexander Raths

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