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Der Norden Betrunkener gesteht nach 26 Jahren einen Mord
Nachrichten Der Norden Betrunkener gesteht nach 26 Jahren einen Mord
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06:27 03.03.2017
Quelle: Symbolbild
Bonn

Ein fast 26 Jahre alter Mordfall aus Bonn ist möglicherweise aufgeklärt. Ein in Wolfenbüttel wegen Trunkenheit am Steuer festgenommener Mann hat bei der Polizei angegeben, im November 1991 eine damals 38 Jahre alte Bonnerin in ihrem Haus erstochen zu haben. Nach seiner Vernehmung und weiteren Ermittlungen bestehe dringender Tatverdacht gegen den Mann, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Bonn am Donnerstag mit. Ein Richter habe Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Die Polizei in Wolfenbüttel hatte den 52-Jährigen in der Nacht zum 24. Februar 2017 gleich zwei Mal betrunken am Steuer erwischt und ihn festgenommen. Daraufhin erzählte der stark alkoholisierte Mann den Beamten, dass er vor Jahren eine Frau in Bonn mit etlichen Messerstichen getötet habe. "Es spricht sehr viel dafür, dass das, was der Mann sagt, den Tatsachen entspricht", sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Donnerstag.

Der Mann aus Wolfenbüttel studierte in Bonn

Den Angaben nach weist vieles auf ein eindeutiges Täterwissen des Mannes hin, der bislang nicht polizeilich aufgefallen war. Nun soll ein Abgleich seiner DNA mit Gegenständen vom Tatort erfolgen. Diese werden laut Faßbender auch Jahre nach einem Mordfall noch aufbewahrt.

Der Tatverdächtige aus der Region Wolfenbüttel in Niedersachsen studierte zur Tatzeit in Bonn. Gegenüber der Polizei gab er an, seit seiner Jugend Tötungsphantasien gehabt zu haben. Er sei öfters mit Handfesseln und einem Messer unterwegs gewesen. Bei einem Spaziergang im November 1991 habe der damals 26-Jährige die Frau in ihrem Haus gesehen und sich entschieden, seine Phantasien in die Tat umzusetzen.

Er habe an der Haustür der 38-Jährigen geklingelt, sie überwältigt und gefesselt, hat der Mann Faßbender zufolge ausgesagt. Als die Frau schrie, sei er in Panik geraten, habe auf sie eingestochen und sei weggelaufen. Die Frau wurde später von Angehörigen gefunden.

Es gab keine Täter-Opfer-Beziehung

Staatsanwaltschaft und Mordkommission gehen davon aus, dass es sich bei ihr um ein Zufallsopfer handelte. "Es gab keine Täter-Opfer-Beziehung. In so einem Fall ist es schwer bis unmöglich, an den Täter zu kommen", sagte Faßbender.

Die Ermittlungen waren damals ins Leere gelaufen. Laut Faßbender hatte man auch einen Raubmord in Betracht gezogen, weil das Portemonnaie der Frau gestohlen worden war und später ohne Geld wieder auftauchte. Weitere Verbrechen will der 52-Jährige nicht begangen haben. Warum er die mutmaßliche Tat so viele Jahre später gestanden hat, konnte der Mann laut dem Oberstaatsanwalt nicht genau begründen. "Ihm ging es allgemein nicht so toll", sagte Faßbender.

Lange zurückliegende Morde sind wiederholt durch neue DNA-Spuren, Zeugenhinweise oder verfeinerte Analysemethoden aufgeklärt worden. Bisweilen kommt es auch vor, dass einen Täter späte Reue erfasst. So wurde im Oktober 2015 in Karlsruhe ein Mann für einen fast 30 Jahre zurückliegenden Mord an einer italienischen Eisverkäuferin verurteilt. Der Mann hatte nach der Tat in der Schweiz gelebt und sich im Frühjahr 2015 in Basel der Polizei gestellt, weil er die schuld nicht länger ertrug.

lni

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