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Der Norden Wie soll mit Langzeitstudenten umgegangen werden?
Nachrichten Der Norden Wie soll mit Langzeitstudenten umgegangen werden?
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20:52 26.03.2017
Von Michael B. Berger
„Es darf nicht zulasten der Bewerber gehen, die einen Platz suchen“: Mehr als 7300 Studenten in Niedersachsen sind schon sehr lange an der Uni. Quelle: Julian Stratenschulte
Hildesheim

Herr Professor Friedrich, in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass unter den 181 000 Studenten in Niedersachsen mehr als 7300 Langzeitstudenten sind. Den Spitzenplatz unter ihnen nimmt mit 88 Semestern ein Studierender in Braunschweig ein. Ist das ein Problem für die Universitäten?

Prozentual ist das kein Problem. Aber ich gebe zu bedenken, dass es bei 7300 Langzeitstudierenden um 7300 Studienplätze geht, die vom Steuerzahler finanziert werden und die zulasten von 7300 Studienbewerbern gehen, die auf einen Platz warten. Das ist also doch ein Problem.

Sollte nach der jeweiligen Regelstudienzeit Schluss sein?

Nein, das wäre auch verkehrt. Es gibt vielfach gute Gründe, wenn jemand sein Studium nicht in der Regelstudienzeit abschließt. Das können gesundheitliche Gründe sein, auch familiäre Gründe, wie etwa die Pflege von Angehörigen. Das muss berücksichtigt werden. Ferner dient das Studium auch der Persönlichkeitsbildung. Deshalb bin ich ein großer Befürworter, die Regelstudienzeit nicht zum alleinigen Maßstab zu nehmen. Wir haben da sehr großzügige Regeln im Gesetz, die auch notwendigen Spielraum lassen.

Auch für Menschen, die bis zu 88 Semester an der Uni eingeschrieben sind, also 44 Jahre?

Nein, einen so langen Zeitraum halte ich für nicht verantwortlich. Deshalb wäre eine Regelung flächendeckend für alle Hochschulen sinnvoll, die für ein Studium, das etwa zehn Semester dauert, eine Frist von zwanzig Semestern einräumt. Das heißt: Die Gesamtstudiendauer muss auf das Doppelte der Regelstudienzeit begrenzt werden. Dann käme die Zwangsexmatrikulation.

Sie sind Präsident der Universität Hildesheim. Haben Sie auch mit dem Phänomen der Langzeitstudierenden zu kämpfen?

Ja, bei uns sind es 500 von 8000 Studierenden, die über eine Zeit von 25 Semestern hinaus sind. Da bin ich an der Arbeit. Der krasseste Fall ist ein Studierender mit 44 Semestern.

Haben Sie keine Möglichkeit, diese Studierenden zu exmatrikulieren?

Nein, im Augenblick nicht. Ich lasse gerade prüfen, ob über die Prüfungsverordnung eine pflichtmäßige Beratung und eine pflichtmäßige Meldung zu Prüfungen eine Möglichkeit eröffnen, zu exmatrikulieren. Das wäre ein Weg, den ich mit unseren Gremien besprechen will.

Haben Sie eine Ahnung, warum manche Menschen überhaupt eine so lange Zeit an einer Universität bleiben, anstatt sich endlich abzumelden?

Ich vermute, es ist wegen der sozialen Absicherung, vor allem der Krankenversicherung. Dafür habe ich in gewisser Weise Verständnis. Aber es darf nicht zulasten derer gehen, die sich um einen Studienplatz bewerben, aber den nicht bekommen, weil die Kapazitäten ausgeschöpft sind.

Interview: Michael B. Berger

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