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Der Norden Junge Botschafter werben für das Leben im Weserbergland
Nachrichten Der Norden Junge Botschafter werben für das Leben im Weserbergland
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00:20 08.04.2018
Schön, aber dennoch von Abwanderung betroffen: Der Kreis Holzminden (hier der Ort Ottenstein) wollte jetzt genau wissen, was die Menschen halten könnte. Quelle: dpa
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Holzminden

Es ist ein anderes Leben. Dort der Trubel Berlins, wo Silke Hofmann geboren wurde und aufwuchs. Hier das beschauliche Weserbergland, wo die 38-Jährige seit 25 Jahren lebt und dem sie nie den Rücken kehren will. So überzeugt ist die Versicherungskauffrau inzwischen vom Landleben, dass sie als ehrenamtliche Botschafterin durch Schulen der Region gezogen ist, um dafür zu werben. „Hiergeblieben“ – so heißt das Projekt des Bundesagrarministeriums zusammen mit den Kreisen Holzminden und Höxter. „Selbst mit geringem Verdienst hat man hier gegenüber der Großstadt wesentlich mehr vom Geld", schwärmt Hofmann. „Dazu kommt der große Erholungswert, den die Landschaft bietet."

Ihre Botschaft passt ins Konzept des Modellprojekts: der Abwanderungstendenz aus dem südlichen Weserbergland etwas entgegenzusetzen. „Bis dahin hatten Studien den Ansatz zu fragen: Welche Gründe haben junge Leute, hier wegzugehen?“, sagt Projektmitarbeiter Sascha Schenk in Holzminden. So sei das Bild einer Region geprägt worden, aus der „alle abhauen“. Eine  solche Prophezeiung verstärke sich leicht selbst, meint der Sozialwissenschaftler. Unternehmen hätten die düsteren Prognosen schon als „Hemmschuh“ für die regionale Entwicklung kritisiert. „Wir dagegen haben gefragt: Was gibt es für Gründe zu bleiben?“ Herausgekommen sei unter anderem: Das Leben ist  günstiger, ruhiger, sicherer, familiärer und weniger beengt als in der Großstadt.

„Man hat hier einfach alles“

Begeistert wie Silke Hofmann äußern sich andere Botschafter des gerade abgeschlossenen Projekts. „Man kann hier einfach abschalten, es ist nicht so hektisch“, sagt der in Holzminden aufgewachsene Tayfun Tüfekci. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen. Obwohl es den 27-Jährigen an Wochenenden häufig in Großstädte zieht, sucht er im Weserbergland ein Baugrundstück.

Nachwuchs in der Region zu finden, ist Tischlermeister Bengt Scherler aus Eschershausen besonders wichtig. Der 35-Jährige ist nach einem Studium in Hannover in die Heimat  zurückgekehrt.  „Man hat hier  alles“, meint er. „Wälder, Berge, Flüsse, das ist klasse.“

Die Weser trennt Holzminden und Höxter und damit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Ein sogenanntes Zukunftszentrum, das sich Fachkräften und Innovationen in der Region widmet, tragen die Nachbarkreise gemeinsam. Holzmindens Landrätin Angela Schürzeberg (SPD) hat selbst 20 Jahre lang in größeren Städten gewohnt, vor wiederum 20 Jahren ist die Betriebswirtin zurück ins Weserbergland gezogen. Das kulturelle Angebot, sagt sie, sei so groß, dass sie längst nicht alles wahrnehmen könne, man dürfe nur Wege mit dem Auto nicht scheuen: „In Berlin war ich genauso lange zur Oper unterwegs wie von hier nach Hannover.“

Das Projekt hat besonders Jugendliche in der Berufsorientierungszeit in den Blick genommen. „Die 18- bis 25-Jährigen gelten als besonders mobil und machen auch im Weserbergland den größten Teil der Abwanderer aus“, sagt Projektleiter Jan Schametat. In einer repräsentativen Neuntklässler-Studie habe man ermittelt, was die Jugendlichen zum Bleiben bewegen könnte. Eine Erkenntnis: Die Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle. „Vereine, Familie, Freunde“, erläutert Schametat. „Das Sich-Kennen macht den Unterschied.“ Vor diesem Hintergrund verwundert nicht, dass Jugendliche aus kleinen Dörfern wesentlich zufriedener mit dem Landleben sind als in Kleinstädten. Insgesamt wünschten sich die jungen Leute mehr Beteiligung an Entscheidungen, die ihre Heimat betreffen. Wege dazu werden nun in einem Folgeprojekt von „Hiergeblieben“ gesucht.

Von Gabriele Schulte

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